Mit „Vive la Chanson“ Erinnerungen und Sehnsüchte geweckt

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Ein starker Cornelis Voogdt begeisterte in Roetgen mit „Vive la Chanson“ die zahlreichen Besucher beim Kulturfestival. Foto: Günther Sander

Roetgen. „Vive la Chanson“, passender hätte der Auftakt des Kulturfestivals der Städteregion in der Eifel nicht sein können. Liebe, Frauen, Menschen, Heimat hatte Cornelis Voogdt in den Mittelpunkt seines vielfältigen Repertoires gestellt, eine Hommage an den vor 35 Jahren verstorbenen belgischen Chansonier Jacques Brel.

In der evangelischen Kirche, direkt unter der Kanzel, lag ein Hauch von niederländisch-flämisch-französischem Flair in der Luft, Jacques Brel ließ grüßen. Dank Cornelis Voogdt, dem Akkordeonisten Gerhard A. Schiewe und dem schwedischen Frauen-Streichquartetts „Malva“, erlebten die Besucher am Freitagabend einen musikalischen Hochgenuss, den sie nach jeder Darbietung und am Ende mit tosendem Beifall und Bravo-Rufen honorierten. Selbst Pfarrer Wolfgang Köhne war völlig begeistert.

Geschichten nachspüren

Die Vorlage zu dieser Veranstaltung hatte natürlich der 1929 in Schaerbeek bei Brüssel geborene belgische Entertainer Jacques Brel geliefert, einer der wichtigsten Repräsentanten des französischen Chansons. Renner sind heute noch seine Alben „Quand on n’a l’amour“, „La valse à mille temps“ und natürlich die bekannten Frauentitel wie „Marieke“, „Rosa“, „Mathilde“ und „Madeleine“ (Heute warte ich auf Madeleine, auch von Klaus Hoffmann gesungen). Nicht vergessen werden darf auch der Titel „Amsterdam.“

Und da war Cornelis Voogdt genau „der richtige Mann“, der die Brel-Hits großartig interpretierte, genau so, wie sein belgisches Vorbild, Sehnsüchte zum Leben erweckte. Hatte Brel in seinen Chansons die Matrosen, Huren und Säufer nicht vergessen, spürte auch Voogdt ihren Geschichten nach, erweckte deren Figuren und Sehnsüchte erneut zum Leben. Die Vlaamse Meisjes erwähnt er, die gerne einen Bauern heiraten, ebenso die Sängerin ohne Haar. Ob in französischer, niederländisch-flämischer Sprache, Brels Muttersprache, aber auch in lupenreinem Deutsch, jede Darbietung saß, sorgte für Begeisterung.

Mit der Stimme verzaubert

„La Chanson des vieux amantes“ (Lieder alter Liebenden), „Les Flamandes“ (Das ist der Grund, warum die Fläminnen tanzen), „Mathilde“ (Behalte deinen Wein), das „Lied van welk verdriet“ (Glas und Glück), „Die Stadtmauern von Warschau“ und natürlich das großartige „Amsterdam“ mit dem wüsten Treiben der Matrosen im Hafen. Da war der Sänger „zu Hause“, Heimat, Sehnsucht leuchtete durch. Mit voller Hingabe intonierte er diesen Hit. Der sympathische Niederländer und Wahl-Berliner verzauberte mit seiner sonoren Stimme die Besucher, traf genau deren Geschmack. Mal melancholisch, mal sehnsüchtig, mal heiter und schwungvoll – und zwischendurch immer wieder mal einen Schluck aus der Wasserflasche zur Stärkung. Auch nach Brels Tod kamen dessen Lieder dank eines großartigen Cornelis Voogdts treffend an.

Gerhard A. Schwiewe, ein Meister auf dem Akkordeon, und das schwedische Streichquartett „Malva“ eroberten mit ihren Solostücken die Herzen der Besucher im Sturm. Ein Leckerbissen jede Darbietung, mal Tango, Musette, Latin, so „Les Bourgeoise“ (Die Augen tief im Bier) und viele andere Weisen. Jeder Solist ein Könner für sich. Und alles live gespielt und gesungen.

Zwei Stunden vergingen wie im Fluge, Roetgen erlebte einen Höhepunkt im Rahmen des Kulturfestivals. Zugaben wurden fällig: Den Welthit „La Mer“ hauchte Voogdt mit rauchiger Stimme ins Mikro, und noch einmal musste sein großartiges „Amsterdam“ herhalten. Die Begeisterung kannte kein Ende.

Premiere in Roetgen

Voogdt ist durch den Akkordeonisten Schiewe auf Brel gekommen. Seit über zehn Jahren bleibt er seinem belgischen Vorbild bei Konzerten treu. „Ich bleibe auch weiterhin bei Brel, es gefällt mir, wir haben Erfolg damit“, so Cornelis Voogdt. „Einmal Brel, immer Brel“, sagt er lachend und hofft, bald schon in Belgien und in den Niederlanden auftreten zu können. In Roetgen hatte sein neues Programm Premiere.

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