Nordeifel - Mit neuen Medien Kämpfe im Hürtgenwald erleben

Mit neuen Medien Kämpfe im Hürtgenwald erleben

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Auf den Spuren der Schlacht im Hürtgenwald: Ein Projekt der Konejung-Stiftung bedient sich neuer Medien.

Nordeifel. Diesen Sommer jährt sich zum 65. Mal die Landung der Alliierten in der Normandie und die Befreiung Europas im Jahre 1944, zu deren Erinnerung auch der US-Präsident Barack Obama anreisen wird.

Weit weniger bekannt ist der im darauf folgenden Herbst und Winter tobende Stellungskrieg entlang des Westwalls und im Hürtgenwald, der es Hitler ermöglichte, eine Gegenoffensive in den Ardennen zu starten und den bereits verlorenen Krieg bis in das Frühjahr 1945 zu verlängern.

Während dieser Zeit starben im Rheinland zehntausende Soldaten und Zivilisten und es wurden Städte wie Düren und Jülich sowie zahlreiche Dörfer dem Erdboden gleichgemacht.

Die Folgen der Schlacht im Hürtgenwald reichten bis weit in die Nachkriegszeit hinein, so wurde der Wald durch den großen Brand im Jahre 1947 fast vollständig vernichtet und es kamen Zivilisten und Minenräumer durch Fundmunition ums Leben.

Heute ist der Hürtgenwald, dem sein Name während der Kämpfe durch die Amerikaner verliehen wurde (sie erinnerte der Name an das englische Wort „to hurt” - verletzen) wieder eine wunderschöne Landschaft und nur wer genau hinschaut, sieht die alten Stellungen und erkennt die wenigen Bäume, die die Kämpfe und Brände überstanden haben.

Seit 2004 hat die Konejung-Stiftung (u.a. mit dem Dokumentarfilm „You Enter Germany” und dem Projekt „Historisch-literarischer Wanderwege”) an dieses fast vergessene Kapitel der deutschen Vergangenheit erinnert. Das neueste Projekt ist der Multimedia-Historyguide.

Auch für Videohandy und iPod

Auf den sechs Themenschleifen des „Historisch-literarischen Wanderweges Hürtgenwald 1938 - 1947” kann man ab Juni 2009 in über 70 Video- und Audio-Podcasts die Geschichte der Rureifel-Region vom Bau des Westwalls über die Kämpfe 1944/45 bis hin zum Waldbrand und Wiederaufbau vor Ort nacherleben.

Die Multimedia-Dateien sind im Internet via YouTube, Google Earth und die Projektwebsite mm-historyguide.de vorschaubar und stehen kostenlos als Download für Videohandys, Netbooks, iPods, Computer und kompatible Geräte zur Verfügung. Mietgeräte sind im Nationalpark-Infopunkt Zerkall erhältlich.

Mit dem Projekt „Multimedia-Historyguide”, das im Auftrag der Gemeinde Hürtgenwald entstand, kann man einen eigenen Audio- und Videoguide zusammenstellen und auf den Spuren berühmter Schriftsteller wie z. B. Ernest Hemingway, Heinrich Böll, Jerome D. Salinger, die in der Eifel gekämpft bzw. über diese Kämpfe berichtet haben, wandern.

Dieses Projekt mit Zeitzeugen-Interviews, Gesprächen mit Historikern, historischem Filmmaterial und vielem mehr, eignet sich auch hervorragend für Schulklassen und die politisch-historische Bildung vor Ort und in freier Natur. Die Multimedia-Dateien sind seit einigen Tagen im Netz, allerdings sind nicht alle Dateien sofort online und nicht alle Daten stehen sofort zum Download bereit.
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