Mit Musik und Aktion der Kunst gratuliert

Von: kf/hes
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Annalisa Derossi bot zu den ihr unbekannten Klängen des Neue Musik-Komponisten Eric Satie, gespielt von Markus Berzborn, im Aukloster eine Performance der besonderen Art (Bild oben). Die legendäre, 1969 in Aachen gegründete progressive Rockband Rufus Zuphall packt wieder einmal ihre Instrumente aus und gab weit mehr als nur ein Geburtstagsständchen zu Ehren der Foto: Katharina Isabel Franke (2), Peter Stollenwerk
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Annalisa Derossi bot zu den ihr unbekannten Klängen des Neue Musik-Komponisten Eric Satie, gespielt von Markus Berzborn, im Aukloster eine Performance der besonderen Art (Bild oben). Die legendäre, 1969 in Aachen gegründete progressive Rockband Rufus Zuphall packt wieder einmal ihre Instrumente aus und gab weit mehr als nur ein Geburtstagsständchen zu Ehren der Kunst. Foto: Katharina Isabel Franke (2), Peter Stollenwerk
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Während des Konzerts in der Galerie Beumers malte der aus Breinig stammende Künstler Win Braun live vor den Augen der Gäste.

Monschau. Boxer Muhammad Ali und US-Staatsmann Benjamin Franklin, Stones-Gitarrist Mick Taylor und Forst Lady Michelle Obama – sie alle feier(te)n am 17. Januar Geburtstag. Der 17. Januar aber wird in der Kunstszene seit 1963 auch als Geburtstag der Kunst zelebriert, in diesem Jahr der 1000051. Geburtstag – in Worten: der einmillioneinundfünfzigste.

Zurück geht der international begangene „Art’s Birthday“ auf den französischen Fluxus- und Happening-Künstler Robert Filliou (1926-1987), der an seinem eigenen Geburtstag am 17. Januar 1963 den vermutlich gefühlten einmillionsten Geburtstag der Kunst proklamierte. Doch richtig groß raus kam das Jubiläum erst zehn Jahre später mit der ersten gebührenden Feier – und das in Aachen: am 17. Januar 1973 in der Neuen Galerie – Sammlung Ludwig von Wolfgang Becker bei einer zünftigen Fete im Ballsaal des Alten Kurhauses. Filliou selbst entzündete damals die Kerzen auf der Geburtstagstorte.

Gemütliches Monschau

Wie seither, so wurde auch am vergangenen Freitag überall „Der Geburtstag der Kunst“ gefeiert – so auch in Monschau, wo – nomen est omen – Karl von Monschau, 1973 auch schon in Aachen dabei, die Fete organisiert hatte. Letztes Jahr hatte man ebenfalls in Aachen gefeiert, ,,Monschau ist allerdings gemütlicher als das Kurhaus“, so von Monschau. In der Idylle der Stadt Monschau seien „Dada“, moderne Kunst und ,,Fluxus“ zwar schwerer zu vermitteln, „aber es ist trotzdem reizend, hier zu feiern“, sagt der Künstler.

Ein Unterschied zur letztjährigen Feier: Dieses Jahr war kaum Kunst zu sehen, Performances standen in Vordergrund. Im Café Weekend spielte am Nachmittag zur Eröffnung Gerald David Jones bekannte Melodien auf der Gitarre und sang dazu. Hier waren auch Schirmherrin Margareta Ritter und ihr allgemeiner Vertreter Hermann Mertens von der Stadt Monschau vertreten. Für die kunst-affine Bürgermeisterin war es ,,eine große Freude, den Geburtstag der Kunst in Monschau“ feiern zu können. Dass anerkannte Künstler Monschau besuchen und als Stadt der Kultur anerkennen würden, sei sehr wichtig, so Ritter.

Kammermusik in der Galerie

Zweiter Schauplatz des Geschehens war die Galerie Beumers, wo ein Kammerkonzert auf dem Geburtstagsprogramm stand. Das Trio Friederike Franzen-Schmidt, Gerhardt Vigener und Klaus M.Schmidt spielte dort Stücke von Mozart und Schubert.

Carla Beumers, Inhaberin der Galerie Beumers, feiert gern den Geburtstag der Kunst in ihrem eigenen Räumen: ,,Wir sind die Kunst, wer sollte das sonst machen, wir müssen!“. Da Kunst laut der Galeristin viele Facetten hat, sollte auch Musik an diesem Tag vorgeführt werden. Da alle Künstler Freunde wären und sie sehr unterstützt hätten, habe sie ,,gerne ihre Räume zu Verfügung gestellt“. Während der Vorführung malte der aus Stolberg stammende Beuys-Schüler und Maler Win Braun live vor den Augen der Gäste.

Am frühen Abend dann einer der Höhepunkte des Tages: Markus Berzborn führte am Flügel im Aukloster ein 70-minütiges Erik Satie-Konzert auf. Begleitet wurde er dabei von Performancekünstlerin Annalisa Derossi, die weder den Raum, noch die Musik, noch den Pianisten kannte, die eine spannende Darbietung zur Musik inszenierte ,,Man muss offen sein für alles. Dann ist es auch spannender und ehrlicher, wenn die Bilder entstehen und auch wieder verschwinden“, sagte die Künstlerin.

Am Abend folgte dann der Auftritt der Aachener Rock-Band „Rufus Zuphall“. Die Pause zwischen der Performance und den rockigen Klängen im Aukloster wurde genutzt, um die 100 Grußkarten, die aus vielen Länder der Welt zum Geburtstag nach Monschau geschickt worden waren, zu verlosen. ,,Ein Stück Kunst zum Mitnehmen“, formulierte es Karl von Monschau. Die Verlosung moderierte Hubert vom Venn, der bereits den ganzen Tag durch das Programm geführt hatte.

Gabriele Prill, Mitorganisatorin des Geburtstagsfests in Monschau, zeigte sich stolz über ,,fast 200 Zuschauer“. Es wäre in Monschau ,,zwar komplett anders als in der Stadt, aber alles sehr positiv“. Nicht nur die Kunst wäre an diesem Tag wichtig gewesen, sondern auch ,,das Miteinander“. Einen Unterschied zwischen Stadt- und Landpublikum gibt es für Prill nicht: ,,In der Stadt gibt es viele Experten, hier lassen sich die Leute leichter knacken.“

Organisator Karl von Monschau war ebenfalls „zufrieden“. Viele Fans, von allen Künstlern, wären gekommen, und hätten den Tag erfolgreich werden lassen. 2015 würde von Monschau gerne wieder feiern. Einige Ideen gäbe es bereits und ,,es nochmal zu machen, wäre verlockend“.

Besucherin Anke Burchardt-Sánchez aus Rurberg fand es „ganz toll, dass keine weite Fahrt“ angetreten werden musste. ,,Das Leben in der Stadt Monschau wird durch so etwas offener“, meinte sie. Ihr persönliches Highlight war die Musik. ,,Rufus Zuphall – das erinnerte an früher“.

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