Nordeifel - Mit fröhlichen Bildern rund um die Welt

Mit fröhlichen Bildern rund um die Welt

Von: Heiner Schepp
Letzte Aktualisierung:
9792707.jpg
Die Figuren von Kunstmaler Lutz Mauder sind so unverkennbar, dass der Verlag schon Rechtsstreitigkeiten gegen „Abkupferer“ gewonnen hat. Foto: Schepp (2), Eschweiler (2)
9792711.jpg
Seit 1996 hat der Verlag seinen Sitz in der Eifel, Tochter Laura wird ihn mal von Annette und Carsten Elkemann übernehmen. Foto: Schepp (2), Eschweiler (2)
9792709.jpg
Taschen und Butterbrotdosen, Brettchen, Flaschen und Geburtstagsausstattung: Kinder lieben Lutz-Mauder-Sachen. Foto: Schepp (2), Eschweiler (2)
9792670.jpg
Mitten im Kinderparadies, ein Umschlagplatz für 1200 verschiedene Kinderartikel. Das Team der Auftragsbearbeitung kann nicht über Mangel an Beschäftigung klagen. Foto: Schepp (2) Eschweiler (2)

Nordeifel. Pit Planke, Prinzessin Miabella und Fritz Flanke: Wer diese putzigen Figürchen und ihre bunten Konterfeis nicht kennt, der hat vermutlich keine (kleinen) Kinder. Denn fast alles, was die lieben Kleinen so zum Leben und Spielen brauchen, gibt es mit den markanten Zeichenfiguren.

Der gar nicht so furchterregende Pirat, die schöne Königstochter und der flinke Fußballer sind aber nur drei der vielen „Kinder“ des Kunstmalers Lutz Mauder, der seit über 30 Jahren die bunten Illustrationen entwirft und damit auch Namensgeber für ein heute sehr erfolgreiches Unternehmen wurde.

Im Spielwarenladen gegründet

Aus der „Zwei-Mann-Firma“, 1984 in einem Aachener Spielwarenladen ins Leben gerufen, entwickelte sich der Lutz-Mauder-Verlag mit heute 22 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz im mittleren einstelligen Millionenbereich. Butterbrotdosen und Ausmalbilder, Kindergartentaschen und kleine Tatoos, Kindergeschirr, Puzzles oder die komplette Ausstattung für einen Kindergeburtstag – sage und schreibe 1200 verschiedene Artikelchen und Artikel hat der Verlag im Angebot. Fast jede Familie hat irgendetwas davon zu Hause in der Küche oder im Kinderzimmer.

Doch was viele nicht wissen: Jedes Produkt mit den fröhlichen Gestalten aus der Feder von Lutz Mauder, das in zwei Dutzend Ländern weltweit über die Ladentheke geht, hat seinen Weg über die Eifel genommen, genau gesagt über das Himo in Imgenbroich, wo das logistische Herz des Verlags schlägt. In das Monschauer Handwerker- und Innovationszentrum hat der Familienbetrieb vor zehn Jahren seinen Vertrieb ausgelagert und hat alleine dort auf mittlerweile vier Einheiten expandiert.

Nötig gemacht hat dies das florierende Geschäft, wie Betriebsleiter Marko Hoch berichtet. Wenn die Schiffscontainer mit fast 30.000 farbenfrohen Butterbrotdosen von der Produktion in Asien eintreffen und sich bis unters Hallendach stapeln, dann geht es dort zu wie im Bienenstock. Von hier aus gehen 85 Prozent der Waren nach ganz Deutschland, zehn Prozent ins restliche Europa und fünf Prozent in fernere Länder wie Japan, Brasilien oder Namibia, berichtet Verlagsgründer Carsten Elkemann.

Trotz des florierenden Geschäfts ist der Verlagsinhaber bis heute seiner Linie treu geblieben, die Waren nicht selbst an den Kunden zu verkaufen, sondern nur über den persönlichen Fachhandel wie Spielwarengeschäfte unters Volk zu bringen – mit einer Ausnahme: „Der Entwicklung des Online-Verkaufs konnten natürlich auch wir uns nicht ganz verweigern“, sagt Elkemann und schätzt den Umsatz mit Internetfachhändlern wie Jako-O, myToys und anderen spezialisierten Versandhändlern auf rund 35 Prozent. Auch das sei letzten Endes Fachhandel. Der Versuchung, die durchaus häufiger angebotene Vermarktung der Lutz-Mauder-Artikel „fachhandelsfern“ über SB-Märkte oder Discounter anzufeuern, ist der Eifeler Verlag aber nie erlegen.

Das mag auch daran liegen, dass die Wiege des Verlags gleichsam in einem Spielwarengeschäft stand. Carsten Elkemann, Jahrgang 1960, erinnert sich noch genau an die erste Begegnung mit Lutz Mauder, der 1983 mit seinen einfarbigen Postkarten in den Spielzeugladen („Hedis Lädchen“) spazierte, den Elkemann damals gemeinsam mit Hedi Bartussek in der Aachener Franzstraße betrieb. Eine Schale mit den Mauder-Karten fand Platz in der Auslage, „und fortan waren diese Karten immer von Kunden umlagert“, erzählt Carsten Elkemann und sagte sich: „Junge, das ist was, daraus kann man was machen!“

Als Großhandelskaufmann in der Papierbranche hatte er „ein wenig Ahnung von der Materie“ und wagte Anfang 1984 mit je 15000 Mark Eigenkapital und von Hedi geliehenem Geld den Sprung in die Selbstständigkeit. Unter dem Namen „Villa Kunterbunt“ betrieb Carsten Elkemann ab 1985 parallel Verlag und – gemeinsam mit Hedi Bartussek – den Spielzeugladen, der später in die Kleinmarschierstraße umzog und auch Verlagssitz war. Erst 1996 trennten sich die Partner „im Guten“ und Carsten Elkemann und seine Frau Annette fanden eine neue Bleibe für Familie und Firma am Waldrand in der Eifel. „Ich wusste vorher nicht wo Rott war“, verrät er lachend.

In den guten zehn Jahren bis zum Umzug hatte sich der kleine Verlag prächtig entwickelt. Die Karten von Lutz Mauder, also das Gründungssortiment sozusagen, waren längst vielfarbig geworden, adhäsiv haftende Fensterbilder als Konkurrenz für „Window Colour“ hatten der jungen Firma einen heftigen Schub nach vorne gegeben, und Mitte der 90er-Jahre begann die Erfolgsgeschichte der bunten Abziehbilder mit Lutz-Mauder-Motiven für die Kinderhaut. „Die Tattoos machen bis heute 30 Prozent des Umsatzes aus“, berichtet Annette Elkemann, „da sind wir Marktführer“, sagt sie. Das liegt auch daran, dass Tochter Laura Elkemann (27), die schon engagiert in der Geschäftsleitung tätig ist, sich erfolgreich um eine kinderhautverträgliche Weiterentwicklung der Tattoos bemüht hat und diese heute im Gegensatz zu vielen Konkurrenzprodukten der Kosmetikverordnung entsprechen.

Das Sortiment wurde bis heute stetig weiterentwickelt, die Ideen gehen der Kreativschmiede am Birksiefenweg in Rott nicht aus, und „Handwerker“ Lutz Mauder „setzt diese mit ungebrochener Begeisterung und Fingerfertigkeit um“, weiß Carsten Elkemann.

Die Spielwarenmessen im In- und Ausland sind für den Lutz-Mauder-Verlag stets ein wichtiger Gradmesser, was gerade in der Branche angesagt ist. Bis heute aber haben die Elkemanns und ihre handverlesene Mitarbeiterschaft die Hand am (Kinder-) Puls der Zeit, „erfinden“ stetig neue Produkte oder Figuren.

Wem also demnächst die Nixe Sina Seestern, Yanuk der Indianer oder die Hexe Mira Mistelzweig begegnen, der sollte wissen: Es sind „Kinder“ aus der Eifel.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert