Mit Fisch-Skulpturen ein Zeichen setzen

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Fisch-Skulpturen im Rathaus für saubere Meere: Künstler Peter Sußner, Bernhard und Ulrike Dickmann vom Unternehmen MK Plast sowie Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter und ihr Stellvertreter Hermann Mertens unterstützen gemeinsam das Umwelt-Projekt. Foto: P. Stollenwerk

Monschau. Auf den ersten Blick wirkt die Aktion ein wenig widersprüchlich: Ein Unternehmen, das Kunststoff-Folien aller Art herstellt, engagiert sich für ein Projekt des Naturschutzbundes (Nabu) Deutschland namens „Fishing für litter“, das zum Ziel hat, die Verschmutzung der Weltmeere, vor allem durch Plastikmüll, zu bekämpfen.

Für Bernhard und Ulrike Dickmann, Geschäftsführer der in Kalterherberg ansässigen Firma MK Plast, aber ist die Unterstützung des Nabu-Umwelt-Projektes keineswegs ein Widerspruch. Als in diesem Jahr das 40-jährige Bestehen des Betriebes gefeiert wurde, entschloss man sich, ein Zeichen zu setzen.

Die kritische Auseinandersetzung wurde aktiviert durch den Künstler Peter Sußner, der im alten Kesselhaus Dreistegen am Zusammenfluss von Rur und Perlenbach in Monschau seine Atelierwerkstatt hat. Dabei wurde selbstverständlich auch das Risiko, ob eine solche Aktion nicht möglicherweise kontraproduktiv für die Interessen des Unternehmens ist, diskutiert. Doch für die Firmenleitung wurde auch dank der Überzeugungskraft des Künstlers deutlich: „Die Zeit ist reif. Wir möchten uns kritisch mit der Verschmutzung der Weltmeere auseinandersetzen und hinterfragen, ob wir mit unserem Unternehmen dazu beitragen und ob wir Verantwortung übernehmen können.“

Diese Absicht unterstrichen Bernd und Ulrike Dickmann auch am Mittwoch bei ihrem Besuch im Monschauer Rathaus, wo sie Bürgermeisterin Margareta Ritter ein Zertifikat („Meere ohne Plastik“) überbrachten, ist doch die Stadt Monschau als Unterstützer auf das „Fishing for Litter“-Projekt aufgesprungen. Jetzt sollen noch viele andere Mitstreiter folgen und der Aktion eine breite Öffentlichkeitsbühne geben.

Das Projekt wird lebendig und griffig durch von Peter Sußner gestaltete Fisch-Skulpturen. Die rund 60 Zentimeter langen Kunstwerke bestehen aus einer filigranen Kupferfassung, die mit farblich unterschiedlichen Folien der Firma MK Plast verfüllt wird.

Das erste Dutzend Fische ist schon unterwegs. Vor allem Unternehmen bissen an. Eine Fisch-Skulptur kostet 330 Euro. 200 Euro davon gehen an den Künstler, der Rest als Spende an den Nabu. Es gibt die hängende und stehende Ausführung der Skulptur.

Die beiden Fische für Monschau, die nun im Foyer der Stadtverwaltung stehen, tragen die Farben blau und weiß, die original Wappenfarben der Stadt. Eine Skulptur wurde erworben, die andere stiftete das Unternehmen aus Anlass seines Jubiläums.

Bernhard Dickmann hofft nun auf eine nachhaltige Kettenreaktion, denn die anhaltende Vermüllung der Meere löst bei ihm echten Frust aus, „auch weil wir ein Teil der Kette sind“.

Das vom Nabu ins Leben gerufene Projekt „Meere ohne Plastik“ möchte das Bewusstsein bei der Müllentsorgung schärfen. Dazu heißt es: „Wir können auf Folien nicht verzichten, doch können wir unseren Umgang bei der Entsorgung sehr wohl beeinflussen. Jeder von uns sollte sich an die eigene Nase fassen und zusätzlich versuchen, sein direktes Umfeld in Bezug auf dieses Problem zu sensibilisieren. Gemeinsam können wir sehr wohl etwas erreichen.“

Seit 2011 gibt es die dazu gehörende Initiative „ Fishing for Litter“. Damit sollen Fischereihäfen unterstützt werden, um eine effektive Abfallwirtschaft aufzubauen.

Fischer erhalten kostenlose Riesensäcke, in denen sie gefischte Abfälle, den sogenannten „Beifang“, sammeln und zurück an Land bringen können, der ansonsten wieder im Meer landen würde. Die Fischer können den Müll anschließend einfach und kostenlos in den Häfen entsorgen.

Wer sich an der Aktion beteiligen möchte, kann mit der Firma MK Plast in Kalterherberg, Kuhlengasse, Kontakt aufnehmen: Alle Infos unter: www.mkplast.de

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