Mit dem Traktor nach Brüssel

Von: hes
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„Wir wollen keine Subventionen wie andere Wirtschaftszweige. Wir wollen nur eine gerechte Quote, die unsere Zukunft in der Ernährungsbranche sichert”, lautet die Forderung der Landwirte. Am ehemaligen Grenzübergang in Mützenich trafen sich am Mittwoch die Nordeifeler Milcherzeuger zur Protestfahrt nach Brüssel. Foto: H. Schepp

Nordeifel. Es war Erntewetter am Mittwoch in der Nordeifel, doch die Gerätschaften vieler Landwirte blieben in der Garage: Mit ihren schweren Traktoren machte sich auch ein Dutzend Bauern aus der Nordeifel auf den Weg nach Brüssel.

Am Rande des Treffens der EU-Regierungchefs wollen sie am Donnerstag mit ihrer Protestfahrt der Forderung nach einer Senkung der Milchmenge Nachdruck verleihen.

Rund ein Jahr nach dem Milchpreisverfall in den Supermärkten und entsprechenden Protestaktionen ist die Lage der Milchbauern in ganz Europa immer noch - oder wieder - dramatisch.

„Ende Mai lag der Preis für unseren Liter Milch nur noch bei 20 Cent; das ist noch weniger als vor einem Jahr”, meinte Markus Legge vor dem Aufbruch nach Brüssel. Nur die Optimisten unter den Landwirten hoffen, dass sich der Milchpreis spätestens 2010 erholt; die meisten aber befürchten, dass die jetzige Situation ohne aktives Eingreifen der Landwirte über mehrere Jahre andauern kann.

„Eine Verbesserung unserer Lage kann nur erreicht werden, wenn sofort europaweit eine mindestens fünfprozentige Milchmengenreduzierung erfolgt. Das wäre auch der erste wichtige Schritt hin zu einer flexiblen Mengensteuerung durch die Milcherzeuger”, sagen die Landwirte, die auch in der Eifel im Bund der Milcherzeuger (BdM) zusammengeschlossen sind.

Rund 40 Betriebe im Bereich Monschau, Simmerath und Roetgen gehören dem BdM.

In der vergangenen Woche erging deshalb an „alle fortschrittlichen Milchbauern in Europa” die Aufforderung, sich aus diesem Anlass mit ihren Traktoren auf den Weg zu machen und sich zu einem europäischen Milchbauerntreffen in Brüssel einzufinden.

„Dort werden wir unsere überlebensnotwendigen Forderungen an die Politik endlich gemeinsam durchsetzen”, so Landwirt Josef Thomas. Man sei fest entschlossen, „die letzten Tage vor der Ernte zu einer eindrucksvollen Demonstration unserer Stärke und Geschlossenheit zu nutzen”, hieß es weiter.

Die Forderungen waren auch deutlich als Transparente an den schweren Zugmaschinen angebracht: „Weniger ist oft mehr”, spielte ein Plakat auf die Aussetzung von fünf Prozent Quote an.

Mit dem Protestzug, zu dem auch Bauern aus ganz Deutschland nach Brüssel rollen, erhoffen sich die Landwirte ein Umdenken bei der Politik. Eine Bäuerin aus Mützenich formulierte dieses Bestreben auf einem umgehängten Transparent so: „Der Kopf ist rund, damit die Gedanken ihre Richtung ändern können.”
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