Mit dem Ballon tausend Meter über dem Rursee

Von: Andreas Gabbert
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Ballon
Die Fahrt geht los: Vom Hechelscheider Hövel aus starteten die beiden Heißluftballons am Montagabend zu einer Fahrt über den Rursee. Foto: A. Gabbert
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Er ist ein Ballonfahrer aus Leidenschaft: der Diplom-Ingenieur für Luft- und Raumfahrttechnik und Flugzeugbau Volker Elsen. Foto: A. Gabbert
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Am Ende gibt es eine vergnügliche Ballonfahrertaufe: Die Fahrgäste knien nieder und der Pilot vollzieht das Zeremoniell. Foto: A. Gabbert

Nordeifel. Bevor die beiden großen Heißluftballons am Montagabend vom Hechelscheider Hövel zu einer Fahrt über den Rursee aufbrechen, lässt Volker Elsen einen kleinen Testballon starten, um die Windrichtung zu prüfen. Geplant ist, dass die Heißluftballons zunächst ihrem kleinen Verwandten folgen, um dann in etwa 1000 Meter Höhe die Winde zu nutzen, um in Richtung Osten über den Rursee abzudrehen.

Anschließend soll die Fahrt in Richtung Nideggen gehen, wo die Landung vorgesehen ist. „Dort gibt es viel freie Fläche. Das ist für eine Landung günstig. Das muss aber alles gründlich geplant sein, denn in der Eifel gibt es viel Wasser und Wald, was eine Landung unmöglich macht“, erklärt der erfahrene Ballonfahrer und wirft zu Sicherheit noch mal einen Blick in die Landkarte.

Lange auf diesen Tag gewartet

Seit 1995 bietet der Diplom-Ingenieur für Luft- und Raumfahrttechnik und Flugzeugbau, der über sein Studium die Liebe für das Ballonfahren entdeckte, mit seiner Firma Montgolfiera Heißluftballonfahrten im Aachener Raum an.

Während einige Schaulustige, Familienmitglieder und Freunde der Passagiere die Startvorbereitungen verfolgen, bringt der 60-Jährige technische Geräte wie einen Höhenmesser, ein GPS- und ein Flugfunkgerät an seinem Heißluftballon an und prüft deren Funktion. Ein Mitarbeiter hat inzwischen den Ballon ausgebreitet und Elsen ist bereit für den Brennertest. „Jetzt könnte es etwas laut werden, nicht erschrecken!“, warnt er und zündet den Brenner. Es knallt und Hitze breitet sich aus. In der Nähe hat man das Gefühl, sich innerhalb von Sekunden einen Sonnenbrand einzufangen.

Elsen ruft seine Passagiere zu sich, um sie einzuweisen. Die meisten von ihnen haben die Ballonfahrt geschenkt bekommen und teilweise sehr lange auf diesen Tag gewartet. Das hängt damit zusammen, dass nicht nur das Wetter stimmen muss, sondern auch die Richtung und die Geschwindigkeit des Windes. Es muss einfach alles passen. „Und das ist in der Eifel selten der Fall“, erklärt Elsen.

In den Korb passen acht Personen und der Pilot, je zwei der Gäste teilen sich eines der abgetrennten Abteile. Der Pilot steht in der Mitte.

Nach der Einteilung der Passagiere wird der Korb umgekippt und mit Stahlseilen an der Hülle des Ballons, die rund 7000 Kubikmeter Luft fasst, befestigt. Dann wird der Ballon mit Hilfe eines großen Ventilators mit Luft gefüllt. Es wirkt, als würde ein großer Wal auf dem Gras schwimmen. Nachdem der Ballon gefüllt ist, kommt der Brenner zum Einsatz, der wie ein schlecht gelaunter Drache faucht. Stück für Stück hebt sich der Ballon vom Boden und richtet sich auf. Nun heißt es einsteigen und die Fahrt geht los. Die Passagiere winken noch einmal zum Abschied, dann erhebt sich der Ballon gemächlich in die Luft und schwebt langsam davon.

Nach dem Start bestimmt allein der Wind den Kurs. Der Ballon gleitet über die Wälder und Dörfer hinweg, und die Passagiere haben etwas mehr als eine Stunde Zeit, ihre Heimat aus der Vogelperspektive zu betrachten. Je höher es hinauf geht, desto mehr dreht der Ballon in die gewünschte Richtung. Die Rückholmannschaft am Boden ist derweil über Funk mit dem Piloten in Verbindung und begleitet den Ballon mit einem geländegängigen Fahrzeug.

Taufe mit Feuer, Sekt und Erde

In der Nähe von Roggendorf geht die Fahrt schließlich zu Ende und der Ballon landet auf einer gemähten Wiese, während im Hintergrund die Sonne untergeht.

Jeder einzelne der Passagiere strahlt vor Freude und Glück über das ganze Gesicht. Für alle war es ein einmaliges Erlebnis – auch für Volker Elsen. „Das war eine perfekte Fahrt, wir sind viel weiter gekommen als gedacht. Alles hat prima geklappt.“

Der Spaß ist damit aber noch nicht vorbei. Jetzt findet eine vergnügliche Ballonfahrertaufe mit Feuer, Sekt und Erde statt und die Fahrgäste werden in den Adelsstand der Ballonfahrer erhoben. Sie knien nieder und der Pilot vollzieht das Zeremoniell. Jeder erhält noch eine Erinnerungsurkunde und mit einem Glas Sekt wird gemeinsam auf die neuerworbene Adelswürde angestoßen.

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