Steckenborn - Mit 76 Jahren und 76 Schuss zur Regentin

Mit 76 Jahren und 76 Schuss zur Regentin

Von: M. S.
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Große Freude über eine „späte“ Königin! Gertrud Harth (Mitte) wurde im 76. Lebensjahr mit der 76 Gewehrkugel Regentin der Steckenborner Apollonia-Schützenbruderschaft.

Steckenborn. Der „Plan B“ blieb in der Schublade. „Im Falle des zu erwartenden Schlechtwetters“, hatte Günter Uhlworm, Schriftführer und Doppelkaiser der Steckenborner St.-Apollonia-Schützenbruderschaft, deren Mitglieder vorsorglich informiert, „finden unsere Wettbewerbe im Schützenhaus und nicht im Steinbruch statt.“ Bessere Rahmenbedingungen hätte dieses Schützenfest nicht haben können.

Petrus schickte sein schönstes Lächeln über die Hechelscheider Felskulissen. Dort erlebten zahlreiche fröhlich gestimmte Besucher eine denkwürdige Premiere. Seit 1979 – „damals wurden Frauen in den Schützenverbänden meist noch skeptisch betrachtet“ – ist „Urgestein“ Gertrud Harth Mitglied der Apollonen, seit 20 Jahren regelt sie die Vereinsfinanzen vorbildlich. Noch nie aber griff sie zu den Insignien einer Königin. Bis Donnerstag, dafür nun umso entschiedener.

Gertrud Harth steht im 76. Lebensjahr. Und da war es Fügung, dass sie sich just mit dem 76. Büchsenschuss zur Regentin 2016 ihrer Bruderschaft krönte.

Die Siegerin musste sich bis zum Augenblick ihres Triumphs einer Riege schießgewandter Routiniers erwehren, darunter ballistische Schwergewichte wie Brudermeister Uli Braun, Günter Uhlworm, Bruno Lennarz oder Kaiseraspirant Tobias Rotheut. Gertrud Harth schickte sie alle, Kugel auf Kugel, metaphorisch in den Steinbruch. Ehrensache, dass der Erfolg der Neukönigin unter strahlender Abendsonne gebührend gefeiert wurde.

Eine weitere Premiere: Aufgrund jahrelang von den Aktiven beklagter schlechter Sichtverhältnisse und weiter Entfernung zum Kugelfang wurde das Gewehr mit einem Zielfenrohr ausgerüstet. „Eine große Erleichterung“, wie die Nutzer empfanden, „man schoss in der Dämmerung oft ins Ungewisse“.

Unter Leitung von Schießmeister Tobias Rotheut startete eine Reihe klassischer Disziplinen, ausgerichtet am Reglement der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften und des Rheinischen Schützenbundes

Jungschützenprinz Mike Müllejans verteidigte seinen Vorjahrestitel. Ehrenkönig, und das zum dritten Mal, wurde Tobias Rotheut. Er setzte sich gegen sechs ambitionierte Rivalen mit dem 85. Treffer durch.

Zum zwölften Mal wurde ein König der Ortsvereine mit dem Kleinkaliber-Gewehr gekürt. Hierbei glänzte das AH-Team der Steckenborner „Kometen“. Bester Schütze in seinen Reihen: Manfred Nellessen (124. Projektil).

Doch weil dies ein ganz besonderer Königsvogelschuss war und das Wetter mitschoss, zogen sich die Meister-Feierlichkeiten zu Ehren Königin Gertruds hin. „Sie hat ihren Titel hoch verdient“, so der Tenor herzlichen Jubels und vielstimmigen Hochlebens.

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