Konzen - Missionsstation als Zufluchtsort für „Albinos”

Missionsstation als Zufluchtsort für „Albinos”

Von: dm
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Josef Jansen (rechts), Vorsitzender des Männerchores „Sängerfreude”, der 1984 seine Aktivitäten eingestellt hat, überreichte das „Restvermögen” des Vereins an Martin Krings, den Vorsitzenden des Fördervereins „Bruder Theo Call”. Foto: dm

Konzen. Bruder Theo Call, seit fast 42 Jahren Missionar der Weißen Väter in Afrika, braucht für seine vielseitige Arbeit auf der Missionsstation Kabanga einen neuen (gebrauchten) Lastwagen.

Der Förderverein „Bruder Theo Call” in Konzen wird helfen, diesen Lkw zu beschaffen. Ein Handwerksbetrieb aus der heimischen Wirtschaft will, so die Zusage, das Projekt „Lastwagen” unterstützen.

Ein aktuelles Problem in Kabanga: Die Missionsstation ist Zufluchtsort für die „Albinos” aus der ganzen Region Kigoma. Albinos sind, einfach gesagt, Schwarz-Afrikaner, denen die schwarze Hautfarbe fehlt (ein genetischer Defekt).

„Albinos” sind in Tansania in Lebensgefahr geraten, auf sie wird Jagd gemacht, weil viele Afrikaner davon überzeugt sind: Teile ihres Körpers könnten, in einem „Zaubertrank” verarbeitet, zu Reichtum verhelfen.

Bruder Theo wird an der Behindertenschule neue Schlafräume einrichten, um den bedrohten Albinos Schutz und Obdach zu geben, er baut Wassertanks, damit die Menschen mit Wasser versorgt werden können, er richtet eine neue Küche ein, damit die Familien Essen zubereiten können. Der Förderverein wird Bruder Theo weiterhin in seiner Arbeit für die „Albinos” finanziell unterstützen.

Unlängst hat der Verein 15.000 Euro an Bruder Theo überwiesen. Darüber haben Martin Krings, Vorsitzender des Fördervereins, und Bernd Mainz, Schatzmeister des Vereins, nun die Mitgliederversammlung informiert. Bislang sind an Beiträgen der Mitglieder und an Spenden insgesamt 21.000 Euro zusammengekommen.

Zur ersten Jahresversammlung des Vereins waren nun rund 70 Mitglieder in den Saal Achim und Elke gekommen. Besonderes Interesse fand dabei ein Film mit dem Titel „Ein gewisser Bruder Theo”.

Der Film, im Jahr 2003 von einem Bruder der Afrika-Missionare gedreht, gibt einen Einblick in das Wirken von Theo Call, der auf der Missionsstation verschiedene Werkstätten eingerichtet hat und dort den Leuten Arbeit und Lohn gibt und junge Menschen in verschiedenen Handwerksberufen ausbildet.

Der Förderverein „Bruder Theo Call” - das ist eine eindrucksvolle Erfolgsgeschichte in und für Konzen: Am 27. Februar dieses Jahres wurde der Verein gegründet, das Gründungsprotokoll nennt 14 Namen, derzeit zählt der Verein schon nahezu 170 Mitglieder.

Sinn und Zweck des Vereins ist es , die Afrika-Missionare, da vor allem Bruder Theo Call, der seit fast 42 Jahren auf der Missionsstation Kabanga arbeitet, ideell und finanziell zu unterstützen.

Der Verein, so erläuterte R. Palm in seinem ausführlichen Geschäftsbericht, will aber auch immer wieder die Öffentlichkeit über die Arbeit von Bruder Theo informieren und durch Aktionen und Aktivitäten dafür sorgen, dass Theo Call seinen festen Platz in seiner Konzener Heimat und im Bewusstsein der Konzener Dorfgemeinschaft hat und behält.

Eine Folge davon ist auch, dass so mancher Bürger bei einem „runden Geburtstag” zugunsten des Fördervereins und damit zugunsten von Theo Call auf persönliche Geschenke verzichtet. Auch einige Firmen haben ihr Jubiläum im Zeichen von Bruder Theo Call gefeiert.

So sind bisher an Spenden etliche Tausend Euro zusammengekommen. Auch der Ortsverein Monschau des Deutschen Roten Kreuzes hat die Arbeit des Vereins und damit Bruder Theo großzügig mit 5000 Euro unterstützt.

Zur Öffentlichkeitsarbeit gehört auch das Engagement des Vorstandes, da vor allem des Vorsitzenden Martin Krings, in Schulen über Afrika, die Missionsstation und über Bruder Theo Call, der im nächsten März 72 Jahre alt wird, in Wort und Bild zu referieren.

Pastor Karl-Heinz Stoffels, seit Jahresmitte auch Pfarrer in Konzen, will „sehr gerne die Arbeit und das Engagement” des Fördervereins unterstützen, wie er in einem Grußwort betonte.

Aus terminlichen Gründen konnte Pfarrer Stoffels nicht persönlich an der ersten Mitgliederversammlung teilnehmen, er übermittelte aber ein Grußwort, in dem er versicherte, dass er „sehr an einer Zusammenarbeit interessiert” sei.

Über eine weitere Spende konnte Vorsitzender Martin Krings gleich zu Beginn der Versammlung freuen: Josef Jansen, Vorsitzender der „Sängerfreude”, überreichte einen Betrag von 334 Euro. Das war der Rest aus dem „Vereinsvermögen” des 1920 gegründeten Männerchores, der dann im Frühjahr 1984 seine Aktivitäten eingestellt hat, da der Chor akute Nachwuchsprobleme hatte.

Nach der Satzung muss das „Vermögen” des Chores bei dessen Auflösung einem sozialen Zweck zugeführt werden. Und diesen sozialen Zweck sieht Josef Jansen beim Förderverein „Bruder Theo Call” garantiert.

Im Herbst des nächsten Jahres wollen die Eheleute Elke und Martins Krings erneut nach Kabanga zu Bruder Theo reisen. Nach ihren ersten Reise im Herbst 2008 war dann der Förderverein entstanden. Interessierte Mitglieder des Fördervereins sind eingeladen, Elke und Martin Krings (auf eigene Kosten) nach Kabanga zu begleiten.
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