Ministerin Schäfer: „Hier können sich die Kinder wohl fühlen“

Von: Katrin Fuhrmann
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Ute Schäfer, NRW-Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport, lässt sich von Zorica Mohr (Leiterin der Integrativen AWO Kindertagesstätte, hinten, 2.v.l.), die Einrichtung zeigen. Foto: Fuhrmann/stock/Pawlik

Roetgen. Zorica Mohr, Leiterin der Integrativen AWO Kindertagesstätte „Lummerland“, klopft an die Tür der kleinen Strolche (so nennt sich die U3-Gruppe im Lummerland). Ein kleines Mädchen kommt ihr sofort entgegen gelaufen und lacht sie an. Dann schaut das Mädchen etwas verwundernd. Denn anders als sonst, kommt Zorica Mohr nicht alleine.

Heute hat sie NRW-Familienminister Ute Schäfer im Schlepptau, die sich einen Eindruck von der Einrichtung machen möchte.

Mohr erklärt der Ministerin zunächst, welches ganz besondere Ziel sie und ihre Kolleginnen täglich verfolgen: „Wir wollen, dass alle Kinder zusammen aufwachsen und Anderssein für sie normal ist. Jedes Kind soll sich wohl fühlen und es soll genügend Platz sein für die individuellen Bedürfnisse des Kindes.“

Das könne vor allem durch die kleine Gruppengröße von maximal 15 Kindern erreicht werden. Durch die ständige Verfügbarkeit der therapeutischen Fachkräfte, bestünde zudem jederzeit die Möglichkeit, sich einzelnen Kindern zu widmen, die einen besonderen Förderbedarf haben oder andere Probleme mitbringen.

Beim Gang durch die Einrichtung bleibt die Ministerin an einem der zahlreichen digitalen Bilderrahmen, die in der Kita verteilt sind, stehen. Was es damit auf sich hat, möchte sie wissen. Mohr erklärt, dass die Eltern nur wenig davon mitbekämen, was ihre Kinder den ganzen Tag so alles erleben – die Bilderrahmen seien eine gute Möglichkeit, den Eltern wenigstens einen kleinen Eindruck von den Erlebnissen ihrer Kinder zu vermitteln. Die Familienministerin zeigt sich beeindruckt. Auch der freundliche und liebevolle Umgang der Erzieherinnen mit den Kindern fällt der Familienministerin sofort ins Auge. Folglich sahnt das Team der Kindertagesstätte viel Lob ab.

Damit aber nicht genug. Besonders beeindruckend findet die Ministerin die neuartigen „Rutscheautos“, mit denen zwei Jungs an ihr vorbei brausen. Bei den Autos wird nicht, wie bei dem klassischen „Bobbycar“ mit den Füßen „Gas gegeben“, sondern mit einem Lenkrad. Dabei werden vor allem die Koordination und das Gleichgewichtsvermögen der Kinder gefördert. Da lässt es sich die Ministerin natürlich nicht nehmen, einmal selbst auszuprobieren, wie sich dieses Gefährt in der Praxis so macht. Und tatsächlich: Auch die Ministerin ist begeistert von diesem Spielzeug.

Aufmerksam schaut sich Schäfer jede der vier Gruppen an. Hinter jeder Tür, die sich öffnet, strahlen sie Kinder mit großen Augen an. Sie wirken zufrieden. Bei der Besichtigung der Gruppen fällt Schäfer außerdem auf, dass die Räume ordentlich und sauber sind und zum Wohlfühlen einladen. „Jede Gruppe hat ihren eigenen Charakter“, erklärt Mohr. Jedes Kind könne sich frei entfalten.

Zufrieden mit dem Konzept

Ob es nun die großen und sauberen Wasch- und Wickelräume sind, der kinetische Sand, das Bällebad, der Niedrigseilgarten, aber auch das gute Sicherheitssystem, die Feuertretreppe oder die zahlreichen Angebote wie Sprach- und Physiotherapie – die Familienministerin ist mit dem Konzept, der Gestaltung und den zahlreichen Möglichkeiten, die die Kleinen in der Einrichtung haben, mehr als zufrieden. „Ich kann nur gratulieren. Die AWO Kindertagesstätte hier in Roetgen ist wirklich vorbildlich. Man spürt, dass sich die Kinder wohl fühlen“, sagt Schäfer. „Die Eltern können ihre Kinder mit ruhigem und gutem Gewissen nach hier bringen“, ergänzt sie. So weit, so gut.

In der anschließenden Gesprächsrunde zeigen sich Leitung, Mitarbeiter und Träger sowie Bürgermeister Manfred Eis und lokale Politiker mit der momentanen Situation zufrieden.

Einige Verbesserungsvorschläge und Kritikpunkte gibt es dennoch. Vor allem der hohe bürokratische Aufwand beispielsweise bei einem Stundenwechsel von Mitarbeitern sei enorm. Marcel Mommer, Geschäftsführer der AWO-Kisa (Kinder in der Städteregion Aachen) appelliert an die Ministerin, die Anträge einfacher zu gestalten. „Wenn Mitarbeiter innerhalb der Einrichtung ihre Position wechseln, müssen sie häufig erneut einen Personalfragebogen ausfüllen und ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen. Warum?“

Die Mitarbeiter seien doch ohnehin bekannt. Auch Eltern hätten immer wieder mit Anträgen und Formularen zu kämpfen, die höchst kompliziert und aufwendig seien. „Es ist schon vorgekommen, dass Eltern vergessen haben, ein Formular auszufüllen und deswegen höhere Kosten zu tragen hatten“, bemängelt Mohr. Natürlich ist auch die Frage nach einem höheren Einkommen für die Mitarbeiter ein Thema. „Erzieherinnen müssen immer mehr leisten und stehen vor immer größeren Herausforderungen. Die Frage nach einer angemessenen Bezahlung ist natürlich gerechtfertig“, sagt Schäfer. Aber das liege nicht alleine in ihrer Hand.

Als sich die Familienministerin gegen Mittag auf den Weg zurück nach Düsseldorf macht, hat sie eine Menge positiver Eindrücke im Gepäck. Die Kritikpunkte hat sie aber auch im Hinterkopf.

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