Millionenloch: Klinikum will beim Personal sparen

Von: Oliver Schmetz
Letzte Aktualisierung:
klinikumbild
Im Uniklinikum muss Personal angebaut werden. Foto: Jaspers

Aachen. Dem Aachener Uniklinikum droht das nächste Millionenloch im Etat: Nachdem das Großkrankenhaus bereits im vorigen Jahr ein Minus von knapp sieben Millionen Euro eingefahren hatte, zeichnet sich für 2011 «ebenfalls eine kritische finanzielle Situation ab».

Das haben der Vorstand und der Personalrat gemeinsam allen Mitarbeitern per E-Mail mitgeteilt und setzen nun auf eine besondere Form der Unterstützung durch die Belegschaft. Denn mittels einer sogenannten „Auslobung” sollen unter den rund 4300 nichtwissenschaftlichen Mitarbeitern möglichst viele Beschäftigte gefunden werden, die ihr Arbeitsverhältnis gegen eine Abfindung beendigen wollen - „auf freiwilliger Basis”, wie betont wird.

Eine Reduzierung der Personalkosten sei „unvermeidbar”, um das Defizit auszugleichen, erklärte der kaufmännische Direktor des Klinikums, Peter Asché, am Mittwoch auf Anfrage. Wie viele Mitarbeiter dafür freiwillig ausscheiden müssten, lasse sich noch nicht sagen, weil es zu früh sei, um die Höhe des diesjährigen Defizits zu schätzen: „Es wird geringer sein als 2010, aber wir werden auch keine schwarze Null erreichen”, erklärte Asché.

Dass mittels der einvernehmlich mit dem Personalrat beschlossenen „Auslobung” genügend gespart werden kann, um das Etatloch zu stopfen, damit rechnet der kaufmännische Direktor indes nicht. Man arbeite auch daran, die Erlöse des Hauses zu steigern und bei den Sachkosten zu sparen. „Auf betriebsbedingte Kündigungen wollen wir bewusst verzichten”, betonte Asché.

Sowohl der Klinikumsvorstand als auch der Personalrat bestätigten am Mittwoch außerdem, dass die lange umstrittene Privatisierung der Labore, gegen die es vor zwei Jahren heftige Mitarbeiterproteste gegeben hatte, seit kurzem umgesetzt ist - allerdings mit einem umfassenden Bestandsschutz für die bisherigen Beschäftigten, wie der Personalratsvorsitzende Helmut Lemaire betont. Dem Vernehmen nach erhofft man sich dadurch Einsparungen von rund zwei Millionen Euro.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert