Milchtankstelle Kalterherberg: Vier Grad kalt, bio und frisch gezapft

Von: Christina Handschuhmacher
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Nachbarin Rosi Förster nutzt die Milchtankstelle zwei bis dreimal pro Woche. Foto: Handschuhmacher

Kalterherberg. Die sechs knallgelben Hinweisschilder an den Wanderwegen und Straßen in und um Kalterherberg fallen direkt auf – und sie sind auch nötig: Wer würde sonst schon vermuten, dass sich mitten zwischen Wäldern und Wiesen am Ende der Alten Straße die erste Bio-Frischmilch-Tankstelle Monschauer Land befindet?

Seit Anfang Mai steht der Milchautomat am Eingang zum Hof Breiterscheid der Familie Hermanns. Rund um die Uhr kann man dort frische Biomilch zapfen – sowohl in Ein-Liter-Glasflaschen und Zwei-Liter-Kanistern, die man dort kaufen kann, als auch in selbst mitgebrachten Behältern. „Zu uns kommen viele Touristen aus den Ferienwohnungen, aber auch Einheimische und Wanderer, die hier zufällig vorbeikommen und einen Becher Milch gegen den Durst trinken“, sagt Landwirtin Monika Hermanns.

Rund 350 Glasflaschen sind in einem Monat bislang verkauft worden – hinzu kommen die Leute, die mit eigenen Flaschen zapfen. „Wir haben keine konkreten Zahlen, aber es läuft deutlich besser, als wir gedacht haben.“ Vorher war der Absatz von Milch direkt vom Hof eher mäßig. „Meist kamen nur fünf Leute pro Woche“, sagt Hermanns. Der Milchverkauf lief umständlich. Wenn die Hermanns gerade beim Melken waren oder die Tiere fütterten, mussten die Käufer warten. Alleine Milch zu zapfen, war nicht möglich.

Mit dem neuen Automaten – einem Gerät einer Schweizer Firma – ist das nun anders. Für den Literpreis von 1,20 Euro fließt die Milch auf eine Temperatur von vier Grad gekühlt direkt in die Flasche. Im Inneren wird das Erzeugnis in zwei 50-Liter-Kannen aufbewahrt und mit einem Schlauch-System hochgepumpt. Ein selbstgebautes Blockhaus schützt das zwei Meter hohe Gerät und bietet den Kunden bei schlechtem Wetter Unterschlupf. Und vor oder nach dem Milchkauf kann man den Kühen der Familie beim Grasen auf den Eifeler Wiesen zusehen.

2010 haben die Hermanns auf Biohaltung umgestellt. „Unsere Tiere stehen halbjährlich auf der Weide und bekommen kein durch Gentechnik verändertes Futter, sondern nur frisches Gras, Heu und Silage“, sagt Landwirtin Monika Hermanns. Mehrmals pro Jahr kontrolliert eine unabhängige Biokontrollstelle, ob auf dem Hof Breiterscheid auch wirklich alles „bio“ ist.

Zwischen 800 und 1000 Liter Milch geben die 60 Kühe pro Tag. Der Großteil dessen geht jeden zweiten Tag an die Molkerei, aber dank des neuen Automaten steigt auch der Vor-Ort-Verkauf. „Es wird den Leuten immer wichtiger, dass sie wissen, wo ihre Lebensmittel herkommen“, ist Jeannine Schaaf, die jüngste Tochter der Familie, überzeugt. Das ist auch Rosi Förster, die auf dem benachbarten Rodehof lebt, wichtig. Bis vor einigen Jahren hatten die Försters selbst Milchkühe.

Auch wenn Rosi Förster vielleicht nicht die Stallarbeit vermisst, so fehlt ihr doch die frische Milch. Zwei bis dreimal pro Woche holt sie deshalb Nachschub, „und das geht mit dem neuen Automaten noch einfacher.“

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