MGM Monschau ist jetzt MINT-Schule

Von: Max Stollenwerk
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Ab jetzt MINT-freundliche Schule: Dr. Bernd Gotzen, Schulleiter des St.-Michael-Gymnasiums Monschau (l.), MINT-Koordinator Lutz Lenzen (r.) sowie besonders engagierte Schülerinnen und Schüler enthüllen das nun erhaltene MINT-Zertifikat. Foto: Max Stollenwerk

Monschau. Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik – dies sind die vier Fächer, die hinter der Abkürzung MINT stecken. Erhält eine Schule diese Auszeichnung, hat sie in diesen Disziplinen Bestes zu bieten und dient als Vorbild für andere. Das St.-Michael-Gymnasium in Monschau darf sich seit Ende September nun auch zu den circa 1300 MINT-Schulen in ganz Deutschland zählen, die ein solches Zertifikat erhalten haben.

Bei der Ehrung, die an der Technischen Universität in Dortmund stattfand, wurden 52 Schulen, darunter auch das St.-Michael-Gymnasium aus Monschau, zum ersten Mal geehrt, weitere 44 Schulen erhielten die Ehrung nach erfolgreicher Wiederbewerbung nach drei Jahren zum zweiten Mal. Dr. Bernd Gotzen, der Schulleiter des Monschauer Gymnasiums, sagt, dass man sich bereits 2014 mit dem Thema auseinandergesetzt habe. Zusammen mit dem damaligen Schulleiter Dr. Lothar Stresius habe man sich überlegt „alle Dinge im MINT-Bereich sinnvoll zu bündeln, um diese bekannter zu machen“, da die Schule sehr viele verschiedene Dinge im MINT-Bereich anbiete. „Wir haben dann Herrn Lenzen als MINT-Koordinator der Schule ausgewählt, um den MINT-Bereich einmal zu durchforsten, zu strukturieren und herauszustellen, was in diesem Bereich alles stattfindet und von der Schule angeboten wird“, erklärt Gotzen die Anfänge des Projektes.

Dabei habe man beispielsweise auch festgestellt, dass es zu Synergieeffekten kommt. „Das St.-Michael Gymnasium ist ebenfalls eine Nationalparkschule. In Bezug auf den MINT-Bereich haben wir dann festgestellt, dass einige Dinge aus beiden Bereichen zusammengehören und ineinander übergehen“, erläutert der 44-jährige Mathematik- und Informatiklehrer.

Lutz Lenzen ist der MINT-Koordinator an der Schule und war federführend für die erste Bewerbung der Schule an diesem Projekt zuständig. Er hat die Unterlagen für die Bewerbung zusammengestellt und im Mai dieses Jahres eingereicht. Die Schulen durchlaufen dabei einen strengen Bewerbungs- und Prüfungsprozess, der von Fach- und Wissensverbänden, Unternehmen, Vereinen und Stiftungen arrangiert und organisiert wird. „Unsere Schulen und die Lehrer sind das A und O vor dem Hintergrund, junge Menschen für MINT-Perspektiven zu interessieren, ihre Potenziale zu wecken und ihnen ihre Aufstiegschancen aufzuzeigen“, beschreibt Thomas Sattelberger, Vorsitzender der Initiative „MINT Zukunft schaffen“ die Intention des Projektes.

Lenzen möchte vor allem die „Wettbewerbe stärken und fehlende Angebote ergänzen“. Dabei ist der Schule die Unterstützung aus der Wirtschaft sowie von Fach- und Wissensverbänden sicher. „Wir haben beispielsweise eine Patenschaft zur Dienstleistungsgesellschaft für Informatik geschlossen“, erklären Gotzen und Lenzen gemeinsam. Die Unterstützung sei nicht in erster Linie finanzieller, sondern ideeller Natur und solle vor allem dabei helfen „einen Fuß in die Wirtschaft zu bekommen, ein Netzwerk zu schaffen und sich auch gegenseitig zu unterstützen“, erklärt Gotzen. Er könne sich zum Beispiel vorstellen, dass das Unternehmen einen Experten zu einem bestimmten Thema an die Schule schicken, dieser dann einen Vortrag halte und sein Thema näherbringen könne.

Lutz Lenzen erklärt unterdessen, dass man dieses Projekt in jedem Falle „zukunftsfähig machen“ wolle. Das Ziel sei es daher, das bestehende Angebot zu halten und sinnvoll zu ergänzen und zu erweitern, um sich dann 2019 erneut erfolgreich zu bewerben. „Diesen Titel zu holen ist die eine Sache, ihn bei der nächsten Auszeichnung zu bestätigen, die andere“, gibt der 43-jährige Mathematik-, Informatik- und Physiklehrer das Ziel für die Zukunft aus. Dann muss das Gymnasium den anspruchsvollen und für alle Schulen identischen Kriterienkatalog erneut erfüllen und die geleistete Arbeit dokumentieren. Doch Lenzen ist sich sicher, dass „die Erfahrung in manchen Dingen dann schon da ist“, so dass der Aufwand nicht ganz so groß werden wird, wie bei der ersten Bewerbung.

Dr. Bernd Gotzen sieht die Auszeichnung auch als ein positives Signal für die Schule. „Der Erhalt dieses Zertifikats ist für uns auch eine externe Bestätigung der Arbeit, die hier an der Schule geleistet wird“, erklärt er. Auch Lenzen ist stolz auf das erhaltene Zertifikat. Die Sichtbarkeit nach außen ist nun gegeben“, sagt er. „Vielen sind die besonderen Angebote noch gar nicht so bewusst und sie werden nicht immer wahrgenommen“, stellt er einen weiteren Vorteil der Auszeichnung dar.

Gotzen weist in diesem Zusammenhang auch auf die Physiksammlung der Schule hin, „die, auch im Vergleich zu anderen Schulen, sehr umfangreich“ sei. Zudem betonte er die Schülerleistung in dem Projekt, „die für die inhaltliche Umsetzung zuständig sind“. Ohne ihr Mitwirken sei eine solche Initiative nicht denkbar und auch nicht umsetzbar. Stellvertretend nennen er und Lenzen, dass einige Schüler an der Biologie-Olympiade oder einem Workshop der RWTH Aachen im Bereich Mathematik teilgenommen hätten, und dies teilweise auch in den Sommerferien.

Um das Projekt im MINT-Bereich weiter zu stärken und zukunftsfähig zu gestalten, hat die Schule einen MINT-Jahresplan festgelegt, der Themenschwerpunkte für das jeweilige Schuljahr festlegt. „Dieser kann natürlich jederzeit um weitere Angebote ergänzt werden“, erklären Gotzen und Lenzen. So habe es auch bereits eine Exkursion ins Düsseldorfer Neanderthal-Museum oder den Kölner Zoo gegeben, um sich dem Thema der Evolution zu widmen. Auch werde es noch eine MINT-Wanderung der Jahrgangsstufe 7 in das Discovery-Center Continium in Kerkrade geben, wo man entdecken könne, wie Wissenschaft und Technik unser Leben beeinflussen, verrät Lenzen.

Nicht zuletzt werden auch die Eltern in das Projekt eingebunden, so dass es nun auch eine Elterninitiative zu dem Thema gibt. „Eventuell kann ein Elternteil einen Vortrag zu einem Fachthema halten, möglicherweise ist ja jemand Informatik-Professor. Aber auch Rückmeldungen der Eltern, eine beratende Funktion oder das Angebot zu verbreiten sind wichtige Aspekte“, sind sich Gotzen und Lenzen einig.

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