Metallfeile bleibt im Schädel stecken: Lebensgefahr

Von: Ernst Schneiders
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Simmerath. Lebensgefährlich verletzt ist am Donnerstagabend ein 21-jähriger Mann ins Krankenhaus eingeliefert worden: In seinem Schädel steckte eine Metallfeile.

Mit einer Notoperation wurde versucht, das Leben des jungen Mannes zu retten. Über seinen Gesundheitszustand konnte die Polizei am Freitag zunächst keine weiteren Angaben machen. Am Nachmittag dann die Nachricht: Der Verletzte schwebt nicht mehr in Lebensgefahr.

In dem ABK-Heim „Schöne Aussicht” zwischen Kesternich und Rurberg war es zu einer Auseinandersetzung zwischen einem 24-Jährigen und dem späteren Opfer gekommen.

Zunächst, so der Pädagogische Leiter der ABK, Rolf Schermuly gegenüber unserer Zeitung, sei mit Worten gestritten worden, dann sei der 21-Jährige „ein bisschen handgreiflich geworden” und schließlich habe der 24-Jährige eine Metallfeile in der Hand gehabt.

Was dann geschah, schildert die Polizei wie folgt: Im Verlaufe der Auseinandersetzung habe der 24-Jährige die Feile nach seinem Kontrahenten geworfen und dabei den Holzgriff des Werkzeugs in der Hand behalten. Die Spitze des Metallteils traf den 21-Jährigen am Kopf und blieb in dessen Schädel stecken. Schermuly versichert, dass es sich nicht um eine „gezielte Attacke” gehandelt habe, sondern um einen Unglücksfall. Dennoch sei der Werfer auf Drängen der ABK „auf freiwilliger Basis” in die Psychiatrie eingewiesen worden.

Die ABK, das Alten-, Behinderten und Kinderhilfswerk, ist seit Jahrzehnten in der Nordeifel vertreten und hat sich seit Ende der 1970er-Jahre auf die Betreuung von geistig Behinderten mit massiven Verhaltensauffälligkeiten konzentriert, wie im Heim am Stammsitz der Organisation in Kohlscheid.

Rund um den Rursee gibt es einige Betreuungsheime für Menschen mit massiven Verhaltensstörungen, die allerdings nicht geistig behindert sind. Wie Rolf Schermuly erläutert, werden in diesem Häusern Personen betreut, „für die sonst niemand da ist und die in anderen Einrichtungen nicht mehr tragbar” waren.

Nicht ohne Grund liege die „Schöne Aussicht” etwas abseits der Bebauung, denn, so Schermuly, bei den dort betreuten Menschen „ist einiges an Potenzial vorhanden, da hat sich etwas aufgestaut”. Obwohl es fast zwangsläufig immer wieder einmal zu Reibereien komme, sei dieser Vorfall eine Ausnahme.
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