Merzbrück: Nato stellt Planer vor Probleme

Von: Udo Kals und Stefan Klassen
Letzte Aktualisierung:
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Neue Perspektive: Die Szenerie in Merzbrück wird sich verändern. Das geplante Gewerbegebiet soll nahe der A44-Anschlussstelle Broichweiden (im Bild oben rechts) im Eck A44 und B264 (rechts) bis zu den Flugplatzgebäuden entstehen. Foto: Markus Schuldt

Würselen. Nachdem der Kampfmittelräumdienst den Flugplatz Merzbrück fast komplett von Bomben-Blindgängern befreit hat, stellt nun ein „Relikt” aus dem Kalten Krieg die Planer vor ein Problem.

Zwar wissen Ajo Hinzen vom beauftragten Aachener Büro BKR und Kreisbaudezernent Uwe Zink schon lange, dass eine in den 50er Jahren gebaute Nato-Pipeline quer durch das Gelände verläuft, auf dem das Gewerbegebiet Merzbrück-Nord entstehen soll.

Doch die Hoffnung der Verantwortlichen, die Kerosin-Leitung verlegen zu können, hat sich bisher nicht erfüllt. Und die Wahrscheinlichkeit wird immer geringer.

Der Grund: „Die Bundeswehrverwaltung legt sich quer”, sagt Zink, der auch Geschäftsführer der Flugplatz Aachen-Merzbrück GmbH (FAM) ist. Die Fronten sind verhärtet. Und es geht um ziemlich viel Geld.

Alleine rund 500.000 Euro würde die Verlegung der unterirdischen Kerosin-Pipeline kosten. Weil entlang der Leitung, die die Nato-Streitkräfte mit Flugsprit versorgt, ein zehn Meter breiter Schutzstreifen angelegt werden müsste, schlägt das Büro BKR die Verlegung vor.

Ein neues Bett könnte der Kraftstoff-Fernleitung parallel zur geplanten Kreisstraße 34, die wiederum östlich entlang der Autobahn 44 verlaufen wird, gebuddelt werden.

„Dann wären wir städtebaulich flexibler”, sagt Hinzen. Die Verlegungskosten von 500.000 Euro könnten durch ein Vermarktungs-Plus bei den Grundstücken wieder hereingeholt werden, meint er.

Sollten die Gespräche mit der Wehrbereichsleitung West nicht erfolgreich sein, müssten Hinzen und Kollegen um die 570 Meter lange Leitung herum planen. Während Straßen die Pipeline, die mit einer Betonplatte geschützt werden müsste, kreuzen dürfen, müssen Gebäude einen Sicherheitsabstand aufweisen.

Ein kleines Puzzle-Spiel käme auf das Büro BKR zu. Und ein finanzieller Verlust für die Gesellschafter der Aachener Kreuz-Merzbrück GmbH (AKM), die das Gewerbegebiet federführend entwickeln - also Stadt Würselen, in deren Planungsbereich das Areal liegt, Stadt und Kreis Aachen, S-Bauland GmbH und die EBV Immobilien GmbH. „Durch die verlorenen Flächen müssen wir mit einer Wertminderung rechnen”, sagt Zink, der sich mit der Position der Bundeswehrverwaltung nicht abfinden und in Bonn vorstellig werden will, damit sich noch etwas in Sachen Pipeline-Verlegung tut.

„Visitenkarte der Städteregion”

Derweil sind die ersten groben Pläne fertig. Und nach den Vorstellungen von Planer Ajo Hinzen soll das Gewerbegebiet eine „Visitenkarte der Städteregion” mit Technologiefirmen und Logistikern werden. Auch flugaffines Gewerbe soll im Windschatten des Flugplatzes sesshaft werden. Insgesamt, so rechnet Hinzen hoch, sollen auf dem rund 19 Hektar großen Areal bis zu 1500 Arbeitsplätze geschaffen werden.

Ein wichtiges Argument für die Ansiedlung von Betrieben ist die verkehrsgünstige Lage des Gewerbegebietes. „Merzbrück ist der mobilste Standort der Region”, wird Zink nicht müde zu betonen. Dabei hat der Baudezernent neben dem Flugplatz die Anbindung an die Autobahnen 4 und 44 und die künftige Euregiobahn-Haltestelle im Blick.
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