Menschen aller Kulturen beten in Roetgen für Paris

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Kinder verschiedener Kulturen stehen vor einem Lagerfeuer auf der Wiese am Pfarrheim und backen StockbrotNeben einem reichhaltigen Buffet, können sich die Kinder in einer Spielecke austoben.

Roetgen. Ein Paradebeispiel für Integration war jetzt das Zusammentreffen von Flüchtlingen und der Roetgener Bevölkerung. Was sich im katholischen Pfarrheim ereignete, war für die Mitarbeiter des Flüchtlingsrates und auch für die Besucher überwältigend.

Dass dieses „Get Together“, wie es in der Einladung formuliert war, eine solche Symbolik haben würde, hätte niemand vermutet. Mehr als 150 Menschen waren der Einladung des Flüchtlingsrates gefolgt. Eingeladen waren Flüchtlinge, Einheimische, neugierige und Interessierte Mitbürger aus Roetgen.

Der Schock der Ereignisse von Paris war bei dem Treffen präsent. Barbara Dohr-Buschmann vom Flüchtlingsrat regte eine Schweigeminute an. Sie stellte dar, dass gerade wegen der Attentate von Paris dieses Fest einen besonderen Stellenwert habe: „Ist es doch genau das, was wir nach den Attentaten leben müssen: Gemeinschaft zwischen den verschiedenen Religionen und ein friedliches Miteinander.“

Das Fest in Roetgen demonstrierte das, was Menschen aus Paris noch am Unglücksabend twitterten: „We are moslems, we are no terrorists“. In der Schweigeminute war die Betroffenheit aller Anwesenden im Pfarrheim über die Anschläge in Paris deutlich spürbar. An dem Nachmittag entstand ein Plakat, welches das Wort „Frieden“ in allen Sprachen der Anwesenden, geschrieben von den Flüchtlingen selber, darstellt. Eine starke Geste der Gemeinschaft.

Nach der Schweigeminute feierten dann Alt und Jung der verschiedensten Nationalitäten viele Stunden lang fröhlich miteinander. Im großen Saal des Pfarrheimes war es gemütlich eng, man fand schnell zusammen und die Sitzgruppen durchmischten sich. Eine große Offenheit brachten Einheimische und Flüchtlinge schnell ins Gespräch miteinander, Langeweile kam nicht auf.

Für die Kinder hatten die Roetgener Pfadfinder ein großes Lagerfeuer auf der Wiese am Pfarrheim entzündet und der Stockbrotteig war schnell weg.

Den anfänglichen Bedenken mancher Kinder, ob das über dem Feuer gegarte denn auch essbar sei, folgte schnell eine zweite Ladung Stockbrot. Neben dem reichhaltigen Kuchenbuffet und den Martinswecken gab es für Kinder eine Spielecke und die Erwachsenen konnten nach gespendeter Kleidung schauen, so dass der kommende Winter – ausgerüstet mit warmer Kleidung – nun kommen kann.

Die Übersetzung in die Landessprachen der Flüchtlinge übernahmen die Flüchtlinge selbst, so waren neben Englisch und Französisch auch Farsi, Arabisch, Albanisch, Urdu, Bangla, Tadschikisch und verschiedenen Sprachen aus einzelnen Landesteilen der Heimatländer zu hören.

Neben Bürgermeister Jorma Klauss konnte Barbara Dohr-Buschmann auch einige Vertreter der katholischen Kirchengemeinde begrüßen und gleichzeitig für deren Unterstützung danken, denn die Pfarre stellt ihre Räumlichkeiten für Feste, Deutschunterricht, Hausaufgabenbetreuung und auch für die Treffen der Mitarbeiter zur Verfügung.

Den Abschluss bildete das gemeinsame Singen. Manfred Lutter stimmte internationale Lieder an, die gerne mitgesungen wurden. Am Ende gab es sogar Gesangseinlagen von Flüchtlingen, die Lieder aus ihrer Heimat einbrachten. Es war ein sehr gelungenes Fest und die übereinstimmende Meinung aller Gäste war, das ein solches Treffen wiederholt werden müsse. A. aus dem Iran sagte: „Das war sehr schön heute, das werde ich nie vergessen.“ Sicher wird es eine Wiederholung geben, so die Mitarbeiter des Flüchtlingsrates, denn schließlich erleichtere eine solche Zusammenkunft die Integration und baue Vorurteile ab.

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