Monschau/Roetgen - Mehr Polizei in der Eifel nicht möglich und nicht nötig

Mehr Polizei in der Eifel nicht möglich und nicht nötig

Von: hes/ess
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Ein großes Loch klafft in der Wand der Sparkasse. Foto: Ernst Schneiders

Monschau/Roetgen. „Die Kriminalitätszahlen für die Nordeifel geben überhaupt keinen Anlass zur Besorgnis.” Polizeioberrat Ralf Mallmann wollte „keinesfalls irgendetwas verharmlosen”, wie der Leiter der Polizeiinspektion Kreis Aachen unterstrich.

„Aber die Statistik zeigt die Eifel in fast allen Bereichen am unteren Ende Skala und gibt deshalb auch keine Erhöhung der Polizeipräsenz her”, fand Mallmann klare Worte, als der Monschauer Stadtrat und der Roetgener Gemeinderat am Dienstagabend das Thema „Öffentliche Sicherheit” behandelten.

Angeregt hatte dies die FDP vor dem Hintergrund jüngster Ereignisse im Eifelraum: zwei gesprengte Geldautomaten und ein Tankstellenraub in Roetgen sowie deutlich mehr Wohnungseinbrüche im Südkreis in der jüngst vorgelegten Kriminalitätsstatistik 2008.

„Solche Vorfälle sorgen natürlich für Unruhe in der Bevölkerung”, zeigte Ralf Mallmann ein gewisses Verständnis, „aber die subjektive Darstellung solcher Ereignisse erzeugt beim Bürger eine Furcht, die objektiv nicht darstellbar ist”.

Mit der „objektiven Darstellung” bezog sich der Polizeibeamte auf nackte Fakten, nämlich die sogenannte „Kriminalitätshäufigkeitszahl”.

Diese weist im Jahr 2008 für die gesamte Kreispolizeibehörde Aachen 9079 Straftaten auf 100.000 Einwohner aus - für die Eifel aber nur 4051 zur Anzeige gebrachte Straftaten - „also deutlich weniger als die Hälfte”, so Mallmann.

In absoluten Zahlen ausgedrückt sank die Zahl der angezeigten Delikte von 1575 (2008) auf 1484, also auch hier eine rückläufige Tendenz.

Anders, erläuterte der Inspektionsleiter, sei dies nur in drei Bereichen, nämlich beim Betrug, bei Diebstählen aus Kfz und bei den Wohnungseinbrüchen.

Gerade letztere seien „ein sehr sensibles Feld”, bekannte Ralf Mallmann, „da ein Wohnungseinbruch eine tiefe Verletzung der Intimsphäre darstellt.”

Aus diesem Grunde sei die Polizei aber auf diesem Gebiet „aktiver als üblich”, verwies Mallmann auf eine eigene Ermittlungskommission in den einbruchsträchtigen „dunklen Monaten” Oktober bis März, auf eine personelle Verstärkung und auf den Erkennungsdienst, der bei jedem Wohnungseinbruch automatisch herauskomme.

Der Polizeioberrat räumte ein, dass die Maßnahmen gegen Wohnungseinbrüche „bislang nicht den Erfolg hätten, den wir uns wünschen würden”.

Dennoch sei man mit einem zivilen Einsatzdienst und vor allem „sehr aktiven Bezirksbeamten vor Ort nah an der Problematik dran”, sagte Ralf Mallmann und riet zu einer Vorbeugemaßnahme, die in der Eifel weit besser funktioniere als anderswo: „Der beste Schutz gegen Einbrecher ist eine funktionierende Nachbarschaft, die beste Alarmanlage immer noch ein Hund.”

Die Polizei werde und könne ihre Präsenz in der Eifel jedenfalls nicht erhöhen, „denn dann müssten wir die Kommunen mit deutlich höherer Kriminalität bestrafen”, unterstrich Mallmann, dass „die Eifel in allen Statistiken schon immer am unteren Ende der Skala lag und liegt.”

Auch die Ereignisse im ersten Quartal dieses Jahres in Roetgen seien nicht geeignet, Alarmstimmung auszulösen. Mallmann: „Die gefühlte Unsicherheit ist viel größer als die tatsächliche!”
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