Mehr Geld für Weihnachtsmarkt: Aushängeschild der Stadt wird aufpoliert

Von: Andreas Gabbert
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Weihnachtsmarkt
Der Monschauer Weihnachtsmarkt soll eines der wichtigsten Aushängeschilder der Stadt bleiben: Nach Beschwerden über das Erscheinungsbild und das Warenangebot soll die Veranstaltung jetzt runderneuert werden. Archivfoto: P. Stollenwerk

Monschau. Der Monschauer Weihnachtsmarkt ist eines der wichtigsten Aushängeschilder der Stadt. Damit das auch weiterhin so bleibt, soll die Veranstaltung runderneuert werden und neuen Auftrieb erhalten. Zuletzt hatten sich trotz hoher Besucherzahlen die Beschwerden über das Erscheinungsbild und das Warenangebot gehäuft.

Schon Ende April gab es deshalb eine Gesprächsrunde mit Ausstellern, dem Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Monschauer Unternehmen (AMU), allen Monschauer Betrieben und Vertretern der Politik. Zu den Ergebnissen dieses Treffens gehört, dass es künftig wieder mehr Angebote mit weihnachtstypischen Artikeln geben soll. Aber auch das Rahmenprogramm soll erweitert und die Dekoration aufgewertet werden. Insgesamt soll das Erscheinungsbild attraktiver gestaltet werden und der Müll aus dem Straßenbild verschwinden.

Mehr Einnahmen für die Stadt

Erwartet wird aber auch, dass sich die Aussteller auf den privaten Weihnachtsmarktflächen und andere Gewerbetreibende, die vom Weihnachtsmarkt profitieren, finanziell einbringen.

Da die Stadt Monschau durch den Weihnachtsmarkt mehr Parkgebühren einnimmt und höhere Anteile aus dem Fremdenverkehrsbeitrag erhält, wird von ihr ebenfalls erwartet, dass sie sich finanziell beteiligt.

In der Sitzung des Wirtschaftsausschusses am 16. Mai wurde die Verwaltung schließlich beauftragt, in enger Abstimmung mit der Monschau Touristik Gespräche mit den Unternehmen über eine anteilige Kostenübernahme für die Weihnachtsmärkte im Zeitraum 2017 bis 2019 zu führen. Bürgermeisterin Margareta Ritter hatte außerdem angeregt, zu überlegen, ob nicht auch die Stadt einen größeren Anteil an den nicht unmittelbaren Veranstaltungskosten übernehmen solle, zum Beispiel bei den Kosten für das Sicherheitskonzept.

Das Ergebnis wurde nun in der jüngsten Sitzung des Wirtschaftsausschusses präsentiert. Von den 143 Betrieben (Übernachtungsbetriebe, Gastronomie und Einzelhandel in der Altstadt sowie Übernachtungsbetriebe in den Stadtteilen), haben sich 50 Betriebe bereiterklärt, insgesamt 20.640 Euro für den Weihnachtsmarkt beizusteuern. 44 dieser Betriebe haben ihren Sitz in der Altstadt, bei den anderen handelt es sich um zwei Ferienwohnungen in Konzen und ein Hotel in Kalterherberg. Einige angekündigte Zusagen würden aber noch ausstehen, teilte die Verwaltung mit.

Man sei geradezu begeistert vom Engagement der Privatwirtschaft, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Micha Kreitz. Dies habe die CDU sehr positiv aufgenommen. Seine Partei spreche sich dafür aus, dass die Stadt einen Beitrag in gleicher Höhe leisten solle. „Wir glauben, dass der Weihnachtsmarkt ein wichtiges Aushängeschild für den Tourismus ist, deshalb sollte jede Anstrengung unternommen werden, den Weihnachtsmarkt aufzuwerten“, sagte Kreitz.

Auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Gregor Mathar zeigte sich erfreut über das privatwirtschaftliche Engagement. Er stellte heraus, dass es auch eine Beteiligung von Unternehmen außerhalb der Altstadt gebe. Eine Aufwertung des Weihnachtsmarktes würde sicherlich auch den Umsatz der Privatleute verbessern. Von daher sei man sich einig, in den Weihnachtsmarkt zu investieren. „Da gehören die Mittel hin“, sagte Mathar. Er regte zusätzlich eine Verbesserung des ÖPNV-Angebotes in den Abendstunden an, da zum Beispiel Besucher von Konzerten nach deren Ende zu späterer Stunde Schwierigkeiten hätten, wieder aus der Altstadt herauszukommen.

Der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Werner Krickel, erklärte, das Ergebnis sei ein Grund zur Freude und etwas, worauf er stolz sei. „Es zeigt entgegen vieler Unkenrufe, dass die Unternehmen erkannt haben, was der Weihnachtsmarkt wert ist“, sagte Krickel. Er wollte wissen, ob die anderen Betriebe abgesagt hätten, oder ob das Ergebnis möglicherweise noch steigerbar wäre. Es gelte auch in den Stadtteilen zu werben, „schließlich kommen die Gäste nicht wegen der guten Schneelage dorthin“.

Nur Wolfgang Weber (FDP) war nicht zufrieden. Für jeden Stand müsse der gleiche Preis bezahlt werden, auch auf privatem Grund. „Ich habe den Eindruck, dass Monschau ausgeweidet wird und den Heuschrecken zufällt“, sagte Weber. Er betonte, er könne dem Beschlussvorschlag der Verwaltung nicht zustimmen, wenn die Bürger die Belastung weiter mittragen müssten.

Der Wirtschaftsausschuss und eine Stunde später auch der Stadtrat beschlossen mit einer Gegenstimme, dass die Stadt Monschau in Anerkennung des privatwirtschaftlichen Engagements den gleichen Betrag für die Verbesserung der Qualität des Weihnachtsmarktes und für zusätzliche Sicherheitsaufwendungen leisten soll. 

Diskussion um fünftes Wochenende folgt

Die Privatwirtschaft benötigt nach eigenen Angaben eine höhere Wertschöpfung durch eine längere Dauer des Weihnachtsmarktes. Ob es eine Möglichkeit gibt, den Markt zum Beispiel auf donnerstags zu erweitern, oder ob es generell ein fünftes Weihnachtsmarktwochenende geben soll, wird in der nächsten Sitzung des Wirtschaftsausschusses diskutiert.

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