Höfen - Mehr Freiheit auf dem Höfener Friedhof gewünscht

Mehr Freiheit auf dem Höfener Friedhof gewünscht

Von: fm
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Pilzbefall hat den Buchsbaumei
Pilzbefall hat den Buchsbaumeinfassungen stark zugesetzt. Die meisten Einfassungen bestehen nur noch aus dürrem Astwerk.

Höfen. Die Grabeinfassungen mit Buchsbaum auf den alten Gräberfeldern des Höfener Friedhofs haben dem Ort bei seinen mehrfachen Auszeichnungen zum Bundesgolddorf oft entscheidende Punkte gebracht. Das schöne Bild der Friedhofsanlage ist inzwischen aber arg beschädigt.

Pilzbefall hat den Buchsbaumeinfassungen stark zugesetzt. Die meisten Einfassungen bestehen nur noch aus dürrem Astwerk. Alle Versuche, den Pilzverfall mit chemischen Mitteln zu bekämpfen, blieben erfolglos. Die Bekämpfungsaktion zog sich über Jahre hin. Als die Vergeblichkeit aller Bemühungen immer deutlicher zu Tage trat, wuchs in der Bevölkerung der Wunsch nach anderen Grabeinfassungen.

Endlich Taten sehen

Dazu wollten die Höfener Bürger nach vielen Jahren vergeblicher Mühe, das alte Friedhofsbild zu erhalten, endlich Taten sehen. In einer großen Unterschriftenaktion mit einer Eingabe an die Verwaltung machten sie deutlich, dass es Zeit sei, sich auf dem Friedhof nach neuen Gestaltungsmöglichkeiten umzusehen und auch alternative Bestattungsformen in das Friedhofskonzept mit aufzunehmen.

Um die immer heftiger ausufernden Diskussionen zur Gestaltung des Friedhofes zu entschärfen, sah Ortsvorsteher Peter Theißen schließlich dringenden Handlungsbedarf. In einem Bürgerinformationsabend in der Vereinshalle sollte von der Verwaltung über den Stand der Dinge informiert und gleichzeitig ein Meinungsbild aus der Bevölkerung abgefragt werden.

Als Peter Theißen am Donnerstag die Veranstaltung eröffnete, war die Vereinshalle voll besetzt - ein klares Signal dafür, dass die Bürger es mit der Eingabe an die Verwaltung ernst meinten. Für die Verwaltung stellten sich Bürgermeisterin Margareta Ritter und Bernd Steffens vom zuständigen Fachbereich den Fragen der Höfener Bürger. Aus dem Rat stellten sich die Höfener Ratsvertreter der Diskussion.

Margareta Ritter beschrieb die gegenwärtige Situation auf dem Friedhöfen in Höfen und im übrigen Stadtgebiet. Marlene Mehmet schilderte die Beweggründe, die zum Wunsch der Bevölkerung nach Änderung der Friedhofssatzung geführt haben. Der Boden sei durch den Pilzverfall verseucht. Dies lasse auf Dauer keine Bepflanzung mit Buchsbaum mehr zu. Die überaus strengen Winter der letzten Jahre kämen noch erschwerend hinzu. Daher laute der dringende Wunsch an die Verwaltung, auf dem Friedhof auch andere Grabeinfassungen zuzulassen. Ratsvertreter Bernd Roder versuchte trotz der Einwendungen, den Buchsbaum zu verteidigen. Damit stieß er bei den Zuhörern auf aber auf wenig Gegenliebe. Die Mehrheit der Bürger will nicht mehr bei der alten Lösung bleiben.

Angeführt von Heinz Pfennings machten mehrere Bürger in ihren Beiträgen klar, dass für die Zukunft mehr Freiheiten bei der Grabgestaltung gewünscht würden. Außerdem sollte der Friedhof in Zukunft auch für alternative Formen der Bestattung offen sein.

Die Bürgermeisterin und der Ortsvorsteher stellten unmissverständlich klar, dass man offen sei für Veränderungen. Die heutige Zeit verlange andere Konzepte für die Gestaltung des Friedhofs. Dazu ging die Bürgermeisterin sehr ausführlich an Hand von Beispielen auf Gerstaltungsmöglichkeiten ein. Sie bat auch Steinmetz Karl Goffart zu einer kurzen Einschätzung der Situation. Aus fachlicher Sicht riet er dazu, auf dem alten Gräberfeldern auf eine Steinfassung zu verzichten und den verfallenen Buchsbaum durch Metalleinfassungen zu ersetzen. Anders stelle sich die Lage bei neuen Gräberfeldern dar. Hier wären Steineinfassungen durchaus möglich.

Alternative Bestattungsformen

Am Ende der Diskussion forderten Verwaltung und Ratsvertreter von der Versammlung ein klares Meinungsbild ein. Das klare Votum der Bürger lief darauf hinaus, die Sonderregelung der Grüneinfassungen für den Stadtteil Höfen aus der Satzung zu streichen und alternative Grabeinfassungen zuzulassen. Die alten Einfassungen genießen dabei Bestandsschutz.

Das andere große Thema der Bürger, die alternativen Bestattungsformen, wird auch aufgegriffen. Dazu bedarf es aber noch eingehender Vorarbeiten der Verwaltung. Wenn alle Fakten dazu zusammengetragen sind, werden sich Rat und Verwaltung auch diesem Thema den Bürgern in einer offenen Diskussion stellen. Diese Veranstaltung soll im Herbst wieder in der Höfener Vereinshalle stattfinden.

An diesem Abend wird nicht allein die Höfener Friedhofssituation, sondern die des ganzen Stadtgebietes zur Debatte stehen. Zum Schluss dankte Peter Theißen für die angeregte Diskussion und sah mit Spannung der nächsten Diskussionsrunde im Herbst entgegen. Mit den jetzt erzielten Ergebnissen könnten alle Seiten zufrieden sein.
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