Mehr als nur Militärmusik: Heeresmusikkorps begeistert auf Burg Monschau

Von: Christoph Hahn
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Solo für Trommler und Pfeifer: Immer wieder stellte Oberstleutnant Robert Kuckertz (hinten), Dirigent des Heeresmusikkorps 300, Musiker aus den eigenen Reihen vor. Foto: Christoph Hahn

Monschau. Der Abend fing schon mal gut an: „Alles ausverkauft hier – und das erfreut mein Herz“, sagte Willi Greuel, Chef der Hilfsgruppe Eifel, beim Blick von der Bühne auf die beiden Tribünen in der Festival-Arena an der Monschauer Burg aus.

Viele Eifeler waren dem Appell der Initiative, die sich der Hilfe für leukämie- und anderweitig krebskranker Kinder verschrieben hat, gefolgt – so zahlreich, dass es an der historischen Stätte nicht einen freien Sitz mehr gab.

Den Organisatoren, darunter auch Monschau-Festspiel-Geschäftsführer Helmut Lanio, war es gelungen, für das Benefizkonzert mit dem Heeresmusikkorps 300 aus Koblenz eines der namhaftesten sinfonischen Blasorchester zu verpflichten. Unter der Leitung ihres aus Langerwehe stammenden Dirigenten Robert Kuckertz zeigten die Gäste und ihre Mitstreiter vom Spielmannszug der Bundeswehr aus Siegburg, dass sie sich nicht nur auf Märsche, eine klassische Form der Militärmusik, verstehen. Die gab es auch, und das nicht zu knapp. „Großer Kurfürst“, „Preußens Gloria“ und andere bekannte Werke aus diesem Spektrum mussten eingefleischte Freunde desselben nicht vermissen.

Aber darüber erklangen auch ein „Aida“-Potpourri, die Ouvertüre zu Wagners „Fliegendem Holländer“ und zum Abschluss keltische Klänge mit Solisten auf Dudelsack und Akkordeon – Wohlklang rundum, von Bürgern in Uniform zu einem guten Zweck mit Sorgfalt und künstlerischem Schönheitssinn dargeboten. Selbst vor alter Musik machten der Oberstleutnant am Dirigentenpult und die Seinen, im Zeichen der neuen Bundeswehr übrigens Männer und Frauen, nicht halt: Auch eine Suite von Tänzen aus der Feder des westfälischen Renaissance-Komponisten Tilman Susato geriet ihnen bewegt und strahlend. Am Erfolg dieses Benefizkonzertes hat im Übrigen der Leiter des Heeresmusikkorps 300 nicht nur als Dirigent seinen Anteil. Oberstleutnant Kuckertz zeigte darüber hinaus auch als Moderator Profil und brachte seinen rund 1100 Zuhörern die Militärmusik mit all ihren Facetten nahe.

Trompeten- und Trommelsignale erläuterte der aus dem Kreis Düren stammende Offizier im Dienst an der tönenden Kunst humorvoll und mit großem Hintergrundwissen. Die typisch rheinische Herzlichkeit, die aus vielen von Kuckertz‘ Worten sprach, zeigten im Übrigen die vielen Aktiven der Hilfsgruppe Eifel auf ihre Weise: Sie begleiteten die Besucher vom Aufgang zur Burg bis zu ihren Sitzen, als lebende Werbung für die Interessen der Kinder, denen der Erlös dieses Kultureignisses im Rahmen der Monschau-Klassik zugute kommt und in deren Dienst sich diese Menschen gestellt haben.

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