Roetgen - Massive Kritik am Architekten

Massive Kritik am Architekten

Von: Ernst Schneiders
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Die Sanierung des Altbaus der
Die Sanierung des Altbaus der Roetgener Grundschule wird viel teurer als zunächst kalkuliert. Das führte zu heftiger Kritik der Politik am Architekten. Foto: Ernst Schneiders

Roetgen. Erneut ist es im Roetgener Bauausschuss nicht gelungen, aus Wasser Wein zu machen. Gegen die Stimmen der UWG empfahl der Ausschuss, für die Sanierung der Grundschule weitere 490.000 Euro zuzuschießen und das Gesamtbudget auf sieben Millionen Euro anzuheben.

Vorangegangen war eine Generalabrechnung von SPD und UWG mit dem ehemaligen Projektsteuerer Dr. Axel Thomas von der WFG der Städteregion und mit Ulf Wimmers vom Architekturbüro Kada-Wittfeld.

Politisch wollte SPD-Fraktionschef Klaus Jörg Onasch nicht zum wiederholten Male dieselbe Leier drehen: „Jeder in Roetgen weiß, dass CDU und Grüne das Ding verbockt haben.” Die Arbeit des früheren Propjektsteuerers Dr. Thomas machte den Sozialdemokraten „fassungslos”: „Da gibt es einen Projektsteuerer, der sogar vergisst, sein eigenes Honorar ins Budget aufzunehmen!” Thomas und Wimmers hätten bei ihren Kalkulationen berücksichtigen müssen, dass die Gemeinde finanziell am Abgrund stehe, und sie hätten alles dafür tun müssen, dass die Preisentwicklung im Frühjahr eine endgültige gewesen wäre.

UWG-Fraktionsvorsitzende Silvia Bourceau lehnte eine Diskussion mit Ulf Wimmers ab: „Das führt ohnehin zu nichts!” Die Unabhängige erinnerte an eine „Showveranstaltung” mit Architekt Gerhard Wittfeld. Als der gefragt wurde, was sei, wenn das Geld nicht reiche, soll Wittfeld laut Bourceau wörtlich gesagt haben: „Dann haben Sie mit dem falschen Architekten geplant.” Silvia Bourceau: „Was das Büro Wittfeld hier abliefert, ist eine Frechheit!” Hundert Prozent zusätzliche Baukosten seien mittlerweile für den Altbau „auf den Kopf gehauen” worden.

Zuvor hatten Ulf Wimmers und der neue Projektsteuerer Alexander Pauls vom Büro Kempen & Krause, der nicht im Kreuzfeuer der Kritik stand, detailliert dargestellt, was zu der neuerlichen Unterdeckung des Budgets geführt hat. Pauls kam dabei auf ein Finanzloch von 365.000 Euro, von dem das Architekturbüro für 226.000 Euro die Verantwortung übernehme, so Ulf Wimmers, der auch Fehleinschätzungen einräumte und darauf verwies, dass die Angebote auf die Ausschreibung der Gewerke dürftig gewesen seien. Den Betrag von 490.000 hat die Verwaltung errechnet und gerundet, um auf glatte sieben Millionen Euro Budget zu kommen und noch einen Puffer zu habe. Bis zur Ratssitzung will Alexander Pauls Klarheit schaffen.

Dann soll es auch Prognosen geben, ob und zu welcher Zeitverzögerung es kommen wird, sollte ein Gewerk neu ausgeschrieben werden müssen. Dann sollen auch die gestrichenen 40.000 Euro für die Sanierung der „alten und widerlichen Toilettenanlage” eingerechnet werden, eine Anlage, „wo von Ihnen keiner freiwillig hingeht”, so Silvia Bourceau.

CDU-Fraktionschef Michael Seidel versuchte, die Luft aus der Diskussion zu lassen. Auch wenn „die SPD die Schule saniert” hätte, wären Mehrkosten entstanden. Von der Beschlussfassung bis zur Fertigstellung seien acht Jahre vergangen.

In einer so langen Zeitspanne dürfe man sich über Kostensteigerungen nicht wundern. Aus der Finanzierung „einen Popanz zu machen, empfinde ich als extrem”. Seidel: „SPD und UWG sollten die Kirche im Dorf lassen.”
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