Maroder Rursammler wird jetzt saniert

Von: Corinna-Jasmin Kopsch
Letzte Aktualisierung:
14477000.jpg
Ein technische anspruchsvolle Aufgabe ist die Sanierung des Rursammlers in der Monschauer Altstadt. Die Abwasserleitung liegt mitten im Bett der Rur. Foto: Archiv/P. Stollenwerk
14476990.jpg
Viele Monschauer Bürger interessierten sich für den technischen Ablauf der Kanalarbeiten. Foto: Kopsch

Monschau. Zahlreich fanden sich betroffene Bürgerinnen und Bürger im Bürgersaal des Auklosters ein, als Bürgermeisterin Margareta Ritter zur Informationsveranstaltung rund um die Sanierung des sogenannten „Rursammlers“ eingeladen hatte. Der Rursammler, über den Abwässer in Richtung Kläranlage Rosenthal geleitet werden, ist marode und muss daher saniert werden.

Welche Folgen dies für die anliegenden Häuser haben wird, erläuterte Georg Vosen vom Ingenieurbüro H. Berg & Partner GmbH, welches mit dem Projekt betraut wird. Nach der Begrüßung durch die Bürgermeisterin erläuterte Vosen den geplanten Ablauf des Sanierungsprojektes sowie dessen Gründe.

Im Bereich der Stadtstraße 59 bis zum Rosenthal 3 werden die Abwässer über eine Länge von etwa 860 Metern über den sogenannten Rursammler, der im Jahr 1972 gebaut worden war, in Richtung Kläranlage geleitet. Da der Rursammler, der im Bett der Rur gelegen ist, jedoch an vielen Stellen marode geworden ist, dringt Fremdwasser (Flusswasser oder Regen) dort ein. Dies habe man festgestellt, weil die Kanalisation in Monschau seit dem Jahr 2000 jährlich mit Kameras inspiziert worden sei, erläuterte Vosen.

Dieses Fremdwasser müsse dann unnötigerweise in der Kläranlage mitgereinigt werden, wodurch höhere Kosten entstünden. Zudem könne durch die undichten Stellen Schmutzwasser in die Rur gelangen. Dies sei ein Umweltproblem und zudem entstünden Probleme bei der Trinkwasserzubereitung, die im weiteren Verlauf der Rur vollzogen wird, so Vosen. In Schlechtwetterperioden käme es außerdem zu einer Überlastung des Kanalsystems und der Kläranlage.

Im Jahr 2016 sei daher im Rat der Stadt die Sanierung der Kanalisation einstimmig beschlossen worden. An das Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz wurde ein Förderauftrag gestellt. Der Zuwendungsbescheid war während der Veranstaltung noch auf dem Postweg, aber dem Antrag ist stattgegeben worden.

Als Pilotprojekt werden 80 Prozent der öffentlichen Baumaßnahmen unterstützt, private Baumaßnehmen werden zu 50 Prozent übernommen, berichtete Vosen. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass die Stadt Monschau 20 Prozent der öffentlichen Kosten übernehmen wird – Privathaushalte, die einen Förderantrag stellen, werden 50 Prozent der Kosten selbst aufbringen müssen.

Förderanträge erhält man bei der Stadt – man sei aber nicht verpflichtet, die Förderung anzunehmen, sondern könne notwendige Baumaßnahmen ab der Grundstücksgrenze auch in Eigenleistung oder mit anderen Firmen vollziehen. Verpflichtend seien diese Maßnahmen jedoch für alle Häuser, die im oben genannten Abschnitt an der Rur gelegen sind. „Der Umschluss auf die Ersatzkanalisation ist in jedem Fall erforderlich“, bekräftigte Vosen.

In „tourismusarmen“ Monaten

Das Abwasser werde künftig nicht mehr auf der Flussseite abfließen, sondern auf der Straßenseite. Der Rursammler wird stillgelegt, verschiedene Schächte werden rückgebaut, zugehörige Kanäle verfüllt. Im Rahmen der Baumaßnahmen, die in verschiedenen Abschnitten vor allem in den „tourismusarmen“ Monaten Januar bis Mai vollzogen werden, werden weitere Arbeiten vollzogen werden.

Aus der Rur werden Betonfragmente entnommen, an „Richters Eck“ wird eine Schmutzwasserpumpstation errichtet werden. Weitere integrative Baumaßnahmen sind die Errichtung barrierearmer Zugänge zum Altstadtzentrum, der Bau einer Verweilplattform an der Ufermauer der Eschbachstraße gegenüber des Auklosters. Zudem werde überlegt, einen Aufzug zum Seniorenstift in der Kirchstraße zu bauen und ein künstlerisches Projekt umzusetzen: die Errichtung von Trittsteinen im Flussbett, „um die Rur noch näher erfahren zu können.“

Zudem werden diverse Versorgungsleitungen erneuert bzw. neu gebaut – wie Gas- und Wasserleitungen und Leitungen, in denen die Telekom künftig Glasfaserkabel verlegen könne. Mit dem Telekommunikationsanbieter sei man aber noch im Gespräch. Geplant ist eine Bauzeit ab dem kommenden Herbst bis zum Jahr 2019 oder 2020.

Dabei wird darauf geachtet werden, dass es genügend Zufahrtsmöglichkeiten zur Altstadt gibt, und der Tourismus sowie das Stadtleben möglichst wenig beeinträchtigt werden, so Vosen.

Im Herbst beginne man mit Arbeiten in der Rur. Jedes Haus müsse innerhalb einer gesetzten Frist auf die öffentlichen Baumaßnahmen vorbereitet werden. Dazu wird es nötig sein, private Hebeanlagen oder Pumpstationen einzubauen, damit Abwasser, das unter der Erde entstehe, zur Kanalisation gepumpt werden kann. Das Ingenieurbüro stehe für die individuelle Planung auf den Grundstücken zur Verfügung.

Zudem wird während der Zeit der Baumaßnahmen ein Baubüro eingerichtet, um einen durchgängigen Informationsaustausch zu ermöglichen. Bei gestellter Kostenübernahmeerklärung an die Stadt Monschau erfolgt die Durchführung der Maßnahmen auf den Grundstücken durch das Ingenieurbüro. Nach Ablauf der Bauzeit erhalten die betroffenen Haushalte eine Abrechnung unter Abzug der Förderung. Wer die nötigen Baumaßnahmen selbst durchführe oder von einer anderen Firma durchführen lassen, habe kein Anrecht auf die Förderung.

Zugang zu Häusern erhalten

Anschließend an den Vortrag wurden allgemeine Fragen beantwortet. Dabei wurde erläutert, dass der Zugang zu den Häusern erhalten bleibe. Nur die Häuser, die direkt an der Rur stehen, seien betroffen, erklärten Vosen und Ritter. Die Höhenlage der Straße werde nicht verändert. Die Erhöhung der Straße habe in den letzten Jahrzehnten zu Nässeproblemen bei den Häusern gesorgt, erklärte ein Anwohner. Auch dies werde bei der Planung berücksichtigt, erläuterte Vosen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert