Mangelnde Qualität: Eurogress kündigt Casino-Gastronomie

Von: Gerald Eimer
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Differenzen zwischen dem Kongr
Differenzen zwischen dem Kongresszentrum Eurogress und dem Spielcasino (Bild) mit seiner Gastronomie an der Aachener Monheimsallee: Es geht unter anderem um mangelnde Qualität des Caterings. Der entsprechende Vertrag ist bereits gekündigt worden. Foto: Wolfgang Plitzner

Aachen. Das Eurogress sucht einen neuen Partner für das gastronomische Angebot im Haus. Der Vertrag mit der benachbarten Casino-Gastronomie wurde zum 31. Juli kommenden Jahres gekündigt. Die Ausschreibung für einen neuen Caterer wird in Kürze erfolgen, bestätigte Eurogress-Chefin Kristina Wulf am Montag auf Anfrage.

Hauptauslöser für diesen Schritt war laut Wulf eine Besucherbefragung aus dem Jahr 2010, die eine deutliche Unzufriedenheit von Kongressveranstaltern und -teilnehmern mit den Leistungen der Casino-Gastronomie zu Tage brachte. In der Folge habe man gemeinsam an Verbesserungen gearbeitet und neue Standards festgelegt, sagt Wulf.

Nun aber sei man an dem Punkt, „das Engagement zu überdenken”. Auch die Westspiel-Gruppe, der die Casino-Gastronomie angegliedert ist, richte sich in Aachen derzeit neu aus und betrachte die Gastronomie nicht mehr als ihr Kerngeschäft.

„Wir gehen nicht im Streit auseinander”, betont Wulf. „Wir sind Nachbarn und arbeiten weiter eng zusammen.” Vor allem bei großen Kongressen sei das Eurogress darauf angewiesen, auch die Räumlichkeiten im benachbarten Neuen Kurhaus an der Monheimsallee mitzunutzen.

Wie berichtet, wird das dort untergebrachte Spielcasino künftig deutlich weniger Platz nutzen. Gemeinsam mit der Stadt Aachen arbeitet der Betreiber Westspiel an einem neuen Konzept zur „Revitalisierung” des Standorts. Unter anderem ist daran gedacht, mit neuen Varieté-Angeboten und kulturellen Veranstaltungen mehr Besucher anzulocken und damit auch wieder mehr Glücksspieler nach Aachen zu lotsen.

„Das ist alles in diesem Kontext zu betrachten”, sagt auch Gastronomie-Chef Hans-Joachim Stuntz, der noch Hoffnung hegt, mit dem Eurogress im Geschäft bleiben zu können. „Wenn es eine Ausschreibung gibt, werden wir prüfen, ob wir uns beteiligen”, sagt er. Von daher will er sich auch noch nicht über mögliche Folgen für sein Personal äußern. „Das wäre wilde Spekulation.” 65 Beschäftigte zählt die Casino-Gastronomie aktuell, die freilich neben dem Catering im Eurogress weitere Aufgaben hat.

Nach Informationen unserer Zeitung gibt es neben den Mängeln beim Essen einen weiteren Grund für die Differenzen zwischen Eurogress und Westspiel - offiziell äußern will sich dazu freilich niemand. So streiten sich die Beteiligten auch über die Zahlung einer offenen Stromrechnung in Höhe von einer Viertelmillion Euro für die Küche im Euro­gress. Das Geschäftsverhältnis zwischen Euro­gress und Pächter der Küche soll nun in einem neuen Vertrag klarer geregelt werden.

Unabhängig davon sind die Anforderungen an den künftigen Caterer durchaus beachtlich. Beim größten Kongress müssen laut Wulf immerhin 1800 Menschen bewirtet werden: Sie erhalten Mittags ein Dreigängemenü, das innerhalb von anderthalb Stunden serviert und wieder abgeräumt werden muss.

„Das ist schon eine logistische Meisterleistung”, sagt Wulf. Aber auch kleinere Kongresse und die vielen Karnevalsgesellschaften seien eine „echte Herausforderung.”
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