„Manege frei“ für die Nachwuchsartisten

Von: Anna-Luisa Jansen
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150 Kinder bereiten sich derzeit im Zirkuszelt und rund um den Konzener Dorfplatz auf ihren Auftritt im Mitmachzirkus Soluna an und freuen sich, ihr Können unter Beweis zu stellen. Foto: Anna-Luise Jansen

Konzen. Die Kinder im Zirkuszelt staunen, als einer ihrer Freunde die Feuerfackel schwingt. Währenddessen turnt ein Mädchen an Tüchern und schwingt in luftiger Höhe über die Manege. Ein Clown sorgt im Zelt für herzhaftes Gelächter. Diese Bilder bietet sich derzeit im Mitmachzirkus Soluna in Konzen.

150 Kinder treffen sich seit Montag täglich am gelb-roten Zirkuszelt auf dem Konzener Dorfplatz und studieren in 20 verschiedenen Workshops unterschiedliche Aktionen ein. Von BMX-Fahren bis Feuerjonlage, von Artistik bis Zauberei – für jeden Nachwuchsakteur zwischen 7 und 12 Jahren ist etwas dabei.

Seit zehn Jahren bietet Ralf Pauli, zuständig für die Jugendarbeit des Amtes für Kinder, Jugend und Familienberatung bei der Städteregion Aachen, mit dem Mitmachzirkus Soluna das Ferienprogramm für Kinder aus der gesamten Nordeifel an. Aber auch Kinder aus dem belgischen Raum gehören zur Zirkusfamilie. Das erlebnispädagogische Zirkusprojekt ist nicht allein für die Aufführung gedacht. „Die Kinder nehmen die positiven Erlebnisse aus der Zeit im Zirkus mit“, erklärt Pauli. „So lernen sie auch das Miteinander“.

Der Mitmachzirkus „Soluna“, der vom Kölner Birger Koch ins Leben gerufen wurde, ist europaweit unterwegs. „Im Vordergrund steht die Lust an der Bewegung, die wir mit unserer Vielfalt bei den Kindern wecken. Die körperlichen Voraussetzungen, das Alter oder Geschlecht spielen dabei keinerlei Rolle. Hier ist für jeden etwas dabei“, erklärte Koch. „Die Kinder wachsen über sich hinaus, das bleibt natürlich hängen und motiviert“, bestätigte Pauli.

Während der Woche sollen die Kinder aber nicht nur eine Show zusammenstellen, sondern auch lernen, mit völlig fremden Menschen zusammenzuarbeiten. „Viele Kinder kennen sich gar nicht. Aber wenn man sieht, dass man am Ende eine zusammengeschweißte Gruppe hat, ist das ein unbeschreibliches Gefühl“, sagte Birger Koch.

Pro Kind wird für das Projekt ein geringer Eigenanteil fällig. „Der Eigenanteil beläuft sich dank der großzügigen Sponsoren auf knapp ein Drittel der eigentlichen Kosten. So können wir es vielen Familien ermöglichen, ihre Kinder bei uns anzumelden“, sagt Pauli. Die Raiffeisenbank sowie die Monschauer-Land-Touristik sponsern das Projekt seit zehn Jahren und sind ein fester Bestandteil des Projektes geworden. „Ohne die Sponsoren würde das Projekt nicht funktionieren“, erklärt Pauli.

Ein ganz wichtiger Bestandteil des projekts sind die Betreuer: 28 überwiegend junge Ehrenamtler (darunter auch viele ehemalige „Zirkuskinder“) betreuen die 150 Kinder eine Woche lang, helfen bei den Vorbereitungen der Show und fungieren als Ansprechpartner für die Kinder. „Es macht viel Spaß, mit den Kindern zusammenzuarbeiten. Wir Betreuer verstehen uns alle gut und sind in der einen Woche zu einem echten Team geworden“, erklärte die 17-jährige Hannah Strang.

Auch das Familienzentrum Konzen unterstützt das Projekt. „Es ist schön zu sehen, wie das Projekt Jahr für Jahr funktioniert und wie viel Spaß die Kinder haben“, sagt Silke Bongard, Leiterin der Einrichtung. Trotz seines langen Bestehens verliert das Projekt nicht an Reiz. „Das sieht man vor allem an den Anmeldezahlen“, sagte Ralf Pauli. In den vergangenen zehn Jahren haben rund 850 Kinder an dem Projekt teilgenommen. „Die nächsten zehn Jahre können kommen“, sagen Pauli und Koch augenzwinkernd.

Genau so viel Spaß wie die Kinder haben, zeigen sie auch Ehrgeiz und Ernsthaftigkeit. „Am meisten freue ich mich auf die Show. Da kann man endlich zeigen, was man gelernt hat“, sagt der siebenjährige Lennart. Denn am Samstag veranstalten die Kinder zwei Shows für je 300 Zuschauer im Zirkuszelt, das von den Eltern auf dem Konzener Dorfplatz auf- und abgebaut wird.

Bereits am Freitag gibt es die große Generalprobe vor den Kindern des benachbarten Kindergartens; und um 18 Uhr gibt‘s traditionell die Show der Betreuer. „Wenn man am Ende sieht, dass sich Kinder und Betreuer in den Armen liegen, merkt man, dass sich die Arbeit gelohnt hat. Solche Bilder vergisst man nicht“, erklärte Ralf Pauli. Die Aufführungen am Samstag finden um 11 Uhr und um 14 Uhr statt.

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