Maler Hajo Peters: Klimawandel als große Herausforderung

Von: P. St.
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Bei einer Ausstellung zum Thema „Klimawandel“ darf das Atomkraftwerk Tihange nicht fehlen. In der Raiffeisenbank Simmerath stellt der Monschauer Maler Dr. Hajo Peters (li.) aktuelle Arbeiten aus, Ex-Forstdirektor Gerhard Ahnert betrachtete den fachlichen Aspekt. Foto: P. Stollenwerk

Simmerath. Einer großen Aufgabe hat sich der Monschauer Maler Dr. Hajo Peters in seiner jüngsten Ausstellung gestellt. Der 71-jährige nimmermüde Kunstschaffende aus Imgenbroich hat für seine in der Raiffeisenbank Simmerath laufende Ausstellung (bis 23. April) den Titel „Klimawandel“ gewählt.

 In ihrer Reihe unter dem etwas sperrigen Begriff „Raiffeisenbank eG meets Art“ lud das Geldinstitut jetzt zur Vernissage in seine Geschäftsräume ein, die mit rund 60 Besuchern gut gefüllt waren.

Wenn der Kunde in den nächsten Wochen seine Bankgeschäfte abwickelt, dann dürfte sein Blick auch immer wieder auf eine der 24 ausgestellten Arbeiten fallen und den Betrachter vielleicht auch kurz zum Nachdenken bringen, denn die kreative Interpretation des heiß diskutierten Dauerbrenners Klimawandel äußert sich für Hajo weniger in gefälligen Darstellungen als vielmehr in dem Versuch, bedrückende Probleme von weltweiter Bedeutung auf den Punkt zu bringen.

Die zum Thema Klimawandel gehörenden Schlagworte wie Unwetter, Dürre, Energiewende und Völkerwanderung setzt Peters in Bilder um, die mitunter etwas plakativ wirken, aber auch kritische Akzente setzen. Für seine neueren Arbeiten hat der Maler gebrauchtes Palettenholz als Untergrund verwendet. Die grobe Struktur des Materials gibt der Thematik eine weitere passende Note.

Darstellungen von Flüchtlingen und des umstrittenen belgischen Atomkraftwerkes Tihange sind ganz nah an den aktuellen Entwicklungen. „Ich kann nur den Finger in die Wunde legen“, sagt der Maler in aller Bescheidenheit, aber er sieht die Kunst in der Verpflichtung, mit ihren Möglichkeiten ein Zeichen zu setzen, auch wenn er nicht erwartet, „dass sich jemand eine Problemdarstellung an die Wand hängt“. Damit unterstreicht Hajo Peters auch sein Anliegen, „dass der Künstler nicht wichtiger als seine Kunst sein sollte.“

Ein Teil der Ausstellung schafft beim Betrachter allerdings kaum eine Assoziation zum Thema Klimawandel. Zu sehen sind auch Tier- und Landschaftsmotive mit intakter Natur aus der früheren Schaffenszeit, die dafür sorgen, dass eine bunte Mischung von Arbeiten einen Überblick über die rund 40-jährige Schaffenszeit des Malers zeigen, der immer wieder versucht hat, eine neue bewegende Motivation für sich zu entdecken.

Nachdem Olaf Jansen und Ingrid Alt vom Vorstand der Raiffeisenbank die Vernissage eröffnet hatten und Hajo Peters einen „scharfen Blick für aktuelle Themen“ und ein Gespür für „Bilder, die berühren“, bescheinigt hatten, wurde das Thema Klimawandel dann auch noch auf andere Art ins Bewusstsein gerufen.

In einem informativen Vortrag befasste sich Gerhard Ahnert, der Leiter des früheren Forstamtes Monschau und bis zur seiner Pensionierung Leiter des Fachgebietes Waldentwicklung und Wildtiermanagement im Nationalpark Eifel, aus der Sicht eines Försters mit dem Klimawandel und dessen Folgen für die Eifel.

„Es wird wärmer“, stellte Ahnert unwidersprochen fest. Die „überproportionale Erderwärmung in den zurückliegenden Jahrzehnten sei statistisch belegt, und innerhalb Deutschlands sei seit 1950 eine jährliche Verlängerung der Vegetationszeit um 11 Tage nachgewiesen. Gerhard Ahnert, der vor über 30 Jahren in die Eifel kam, hat den Klimawandel konkret in seinem Tätigkeitsfeld erfahren: Extreme Wetterlagen hätten zugenommen und das Narzissenfest sei im Laufe der Zeit wegen der immer früher einsetzenden Blüte um eine Woche vorverlegt worden.

Ahnert stellte weiter fest, dass alle Pflanzen und Tiere, die an feuchte Lebensräume gebunden seien, zu den Verlierern des Klimawandel gehören würden, während einige Insekten, die bislang vorwiegend im Mittelmeerraum angesiedelt seien, zu den Gewinnern zählten. Einige Experten prophezeiten gar, dass die Malaria wieder nach Deutschland komme.

Einen Lösungsvorschlag konnte Gerhard Ahnert zwar auch nicht unterbreiten, aber die Schaffung von weiteren Großschutzgebieten sei mit Sicherheit ein effektiver Ansatz zur Erhaltung der Artenvielfalt.

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