Mal mit, mal ohn „H”: Eigenheiten Eifeler Ortsnamen

Von: dm
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Einruhr. Drei Besonderheiten gibt es in der Gemeinde Simmerath zumindest: Der Ortsname Rurberg wird ohne „H” geschrieben, Einruhr hingegen schreibt man mit „H”, obwohl die Rur (ohne „H”) der Namensgeber für beide Dörfer ist.

Eine weitere Einruhrer Besonderheit, an die man sich längst gewöhnt hat, ist die Vorwahl beim Telefonieren: Alle Orte der Gemeinde haben die Vorwahl 02473.

Einruhr aber ist nur über 02485 zu erreichen. Das liegt an der Einruhrer Vergangenheit: Einruhr gehörte bis zur Neugliederung 1972 zu Dreiborn und damit zum Kreis Schleiden.

„Die leuchtende Sauberkeit des weißen Fachwerks, des grünen Balkenwerks (ist es), die Einruhr, besonders im Blütenmeer des Frühlings liebenswert und unvergesslich macht.”

So beschreibt der Monschauer Literat Ludwig Mathar in seinem Werk „Wunder der Heimat” das Dorf Einruhr. Als Ludwig Mathar um das Jahr 1926 die „Wunder der Heimat” verfasste, schrieb Rurberg sich (wie Einruhr noch heutzutage) noch mit einem „H” in der Rur: Ruhrberg.

Auch die Rur, der Fluss der Nordeifel schlechthin, wurde einst mit „H” geschrieben. Die Rur entspringt in den Venn-Sümpfen bei Sourbrodt, nach 207 Kilometern mündet sie in die Maas.

Die Ruhr mit „H” ist heutzutage der Fluss des Ruhrgebietes, des so genannten „Ruhrpotts”. Sie mündet bei Duisburg-Ruhrort in den Rhein.

„Also, wer es bis jetzt noch nicht getan hat, der schreibe von nun an Rur, Rurstraße, Rurberg.” Vor nunmehr 107 Jahren, genau am 26. Juli 1901, wurden die Bürger im „Montjoier” Volksblatt aufgefordert, die „Roer” endlich als Rur zu schreiben.

Ein Jahrhundert lang habe „unser heimisches Flüsschen” Roer geheißen, doch vor „zehn Jahren” habe man begonnen, die Schreibweise in „Rur” zu ändern, lesen wir weiter.

Ohne besonderen Grund

Doch bis zum Namen Rur und Rurberg war es noch ein weiter Weg, der in Einruhr noch immer nicht zum Ziel geführt hat. An die Eifel-Rur mit „H” erinnert also noch jetzt der Name vom Dorf am See: Einruhr. Die Einruhrer weigerten sich seinerzeit, auf das „H” in ihrem Namen zu verzichten, einen besonderen Grund dafür hatten sie nicht.

Rurberg ohne „H” gibt es amtlich seit dem 15. April 1955. Und das kam so: Der Gemeinderat von Ruhrberg hatte beschlossen, den Ortsnamen zu ändern und ihn der Schreibweise der Namensgeberin „Rur” anzupassen.

Die Landesregierung in Düsseldorf billigte den Antrag des Gemeinderates durch einen Beschluss am 23. März 1955. Der Innenminister hatte am 15. April 1955 die notwendige Urkunde unterzeichnet. Bekannt gemacht wurde die Entscheidung am 2. Juni 1955 im Amtsblatt für den Regierungsbezirk Aachen.

Kein Interesse

Die Ru(h)rberger Gemeindeväter hatten damals die Einruhrer Kollegen gebeten, dem Ru(h)rberger Beispiel zu folgen und auf das „H” zu verzichten und ihren Dorf-Namen ebenfalls der Rur ohne „H” anzupassen.

Die Antwort des Einruhrer Gemeinderates war damals kurz und bündig: Kein Interesse. Und so schreiben die Einruhrer ihren Dorf-Namen bis heute mit einem „H”.

Das kleine Erkensruhr nebenan hat mit der „Rur” nichts zu tun, Namensgeber ist der kleine Bach „Erkensruhr”, der sich wiederum mit „H” schreibt und bei Einruhr in die Rur mündet. Die Erkensruhr beginnt dort, wo der Püngelbach in den Wüstebach fließt, vom Zusammenfluss dieser Bäche heißt der „vereinte Bach” dann Erkensruhr.

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