Mai 2013: Von Frühlingswetter keine Spur

Von: Karl Josef Linden
Letzte Aktualisierung:
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Eifelfußball am 16. Mai im dichten Nebel: Ob überhaupt jemand mit Sicherheit weiß, wie das Spiel ausgegangen ist? Foto: H. Schepp

Nordeifel. Wie hatten die Eifeler sich nach dem miesen Frühlingsstart auf den Mai gefreut – und dann das. Der Mai 2013 wurde einer der nassesten und kältesten Monate der letzten Jahrzehnte.

Seit Monaten liegen die Quellen der alternativen Energien (Wind und Sonnenschein) deutlich hinter dem langjährigen Soll zurück. In den Hochlagen gab es am 23. Mai sogar noch einmal eine dünne Schneedecke zwischen Monschau-Mützenich und dem Venn. Am 24. Mai fiel sogar Schneeregen in Schauern bis herunter nach Aachen und Düren, das hat es zuletzt vor knapp 50 Jahren gegeben – im Jahr 1954.

Betrachtet man die Monatsmitteltemperatur von 9,7 Grad in Simmerath, 8,6 Grad in Kalterherberg und 11,6 Grad im Raum Aachen, so zeigen die Statistiken eine negative Abweichung von 1,3 Grad auf den Bergen und sogar 2,0 Grad im Bördenraum.

In den letzten 30 Jahren waren nur die Maimonate 2010, 1991, 1987 und 1984 noch ein Grad kälter. Den absoluten Negativrekord der letzten 75 Jahre hält der winterliche Mai 1941 mit nur 9,5 Grad in Aachen (der wärmste erreichte 1989 sogar 15,5 Grad in Aachen).

In diesem Jahr gab es in den Hochlagen des Kreises Aachen nur ein bis drei Tage mit einem Maximum von mehr als 20 Grad sowie erstaunliche sieben Tage, an denen die Temperaturen unter zehn Grad blieben. Mit einem Maximum von 25,3 Grad wurde am 6. Mai der erste und bislang leider auch letzte Sommertag im Raum Aachen beobachtet.

Die kühlsten Nächte und damit verspätete Eisheiligen lieferte das letzte Maidrittel. Am 24. und am 25. Mai wurden die niedrigsten Maitemperaturen des letzten Drittels seit dem 28. Mai1957 beobachtet. Hier einige der Fröste, die den Maispflanzen, den Erdbeerblüten und in den Tallagen auch den Kartoffeln und Bohnen schadeten: Kalterherberg -2,1 und am Boden -6,6 Grad, Höfen -1,9 Grad, Roetgen -0,3 und am Boden -3,2 Grad. Der kalte Wonnemonat fiel – wie oben bereits angedeutet – regelrecht ins Wasser, wenn auch ohne große Überschwemmungen.

Nur wenige Gewitter, wie beispielsweise am 28. Mai abends, zogen über die Region hinweg, dafür war die Abfolge der Tiefdruckgebiete desto zahlreicher. Die Landwirte wird diese Tatsache jedoch vermutlich gefreut haben, denn die Getreidefelder erstrahlten in sattem Grün.

Doppelte Regenmengen

Der Spargel dagegen kam spät und blieb teuer, ähnlich wie die Erdbeeren zurzeit. Die Regensummen in der Nordeifel waren nicht höher als in den Niederungen. So sammelte der Beobachter in Höfen 105 l/qm und in Aachen-Orsbeck 109 l/qm fielen. Zwischen einer Summe von 95 und 110 Litern lagen die meisten Stationen (Roetgen lag allerdings bei 163 l/qm). An vielen Stationen fiel die doppelte Regenmenge des normalen Maimonats, in Roetgen sogar 217 Prozent. Bei andauerndem Tiefdruck hatte die Sonne Schwierigkeiten, sich gegen die zahlreichen Regenwolken durchzusetzen.

Als Folge wurden verbreitet nur 75 Prozent der Sonnenstunden in freien Lagen gezählt, hier einige Beispiele: Aachen-Orsbeck 146 Stunden, Alsdorf-Warden Deponie 163, Windpark Schöneseiffen 141 und Kalterherberg 129 Stunden. Die Versicherungen verlebten also einen ruhigen Monat, da die kühlen Temperaturen starke Winde verhinderten und die Gewitterbildung stoppten.

Bleibt zu hoffen, dass der Sommer jetzt Anfang Juni endlich richtig in Fahrt kommt. Erste Sommertage sollen in den nächsten Tagen unser körperliches und seelisches Wohlbefinden deutlich steigern.

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