Märchenhaftes Doppel als Glücksgriff

Von: Christoph Hahn
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Trotz wenig sommerlicher Witterung zum Ausklang der Festspiele sind die fast 700 Zuschauer begeistert von der Kinderklassik am Sonntag. Foto: Schepp
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Die Kinderklassik geriet auch Dank des Vorlesers Ralf Kramp zu einem Hörgenuss geriet. Foto: Hahn
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Auch Miles, Lukas und Gisele waren begeistert von großer Klassik für Kleine. Foto: Schepp

Monschau. Wie man als Kulturgestalter junge Menschen für die Schätze der Musik begeistern kann: Die Veranstalter des „Monschau Festivals“ haben es am Sonntagmittag ziemlich eindeutig vorexerziert.

Trotz ungünstigen Wetters vor Beginn strömten Kinder und ihre Eltern in Scharen zur Festival-Arena auf der Burg, um sich an den zu Musik gesetzten Geschichten „Peter und der Wolf“ und „Karneval der Tiere“ zu erfreuen.

Damit alles gelang, setzten die Organisatoren auf doppelte Power. Der Französischen Kammerphilharmonie unter Leitung des Dirigenten Philip van Buren stellte sich als Erzähler der Eifeler Autor, Verleger und Karikaturist Ralf Kramp zur Seite. Nach eigenem Bekunden „überglücklich“ über die Anfrage der Monschauer, erwies sich Kramps Verpflichtung als wahrer Glücksgriff.

Mit einer Stimme voller suggestiver Kraft geriet der Konzertbesuch zum Freiluft-Hörspiel. Erscheinungsbild und Wesensart der Zwei- und Vierbeiner ließ Kramp, der in der Vulkaneifel lebt, mit jedem Zungenschlag in tausend Farben leuchten. Ente, Vogel und andere Wesen, die zu Prokofjews Musik neben den beiden Titelfiguren die Erzählung von „Peter und der Wolf“ bevölkern, tollten ebenso quicklebendig umher wie Schwan, Elefant, Schildkröten & Co. aus dem „Karneval“ von Saint-Saens. Und den Garten des pfiffigen Peter verlegte der Vorleser mal eben in die Eifeler Heimat – samt Mundart des mürrischen Großvaters...

Vom hohen künstlerischen Standard überzeugten sich auch Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter sowie die beiden Geschäftsführer der Monschau Festival gGmbH, Dorit Schlieper und Helmut Lanio. Ralf Kramps Talent, Figuren ganz allein aus der Kraft der Stimme lebendig werden zu lassen, fand bei ihnen und den weiteren rund 700 Zuschauern ebenso Anklang wie die feinsinnige Art von Philip van Buren und seinen musikalischen Mitstreitern, Körperbau und Wesensart der Tiere in Klänge und Melodien umzusetzen. Feinsinnig, pointiert und beweglich im Spiel – eine solche Begegnung macht Lust auf ein Wiederhören. Die Mitglieder der französischen Kammerphilharmonie erwiesen sich auf der Burg jedenfalls als Künstler mit Herz.

Alles in allem erwies sich das „märchenhafte“ Doppel zum Festivalausklang auch als konzeptueller Erfolg. Angebote für die ganze Familie feiern auch in Kulturmetropolen große Erfolge – und sie sind auch in der Nordeifel nicht fehl am Platz. Für den Anfang brauchen sich die Veranstalter mit ihren 700 Gästen nicht zu verstecken. Das Geschehen auf der Burg von den reinen Klassik-Festspielen hin zu einer noch stärker auf bestimmte Zuschauer hin ausgerichteten Veranstaltungsreihe zu entwickeln, dürfte sich noch als weise Entscheidung herausstellen.

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