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„Männer im Herbst“: Harter Weg zurück ins Eheglück

Von: M. S.
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Eine lustige Truppe, die ihr treues Publikum zu Jahresbeginn einmal mehr begeisterte: das Theaterensemble der Freiwilligen Feuerwehr Simmerath. Foto: Manfred Schmitz

Simmerath. Wann ist ein Mann ein Mann? Diese Frage beantwortet Herbert Grönemeyer in seinem Hit über die Befindlichkeiten des vermeintlich „starken Geschlechts“. Wann aber ist ein Mann kein ganzer Kerl, weil es ihm – nach Erfahrung seiner „besseren Hälfte“ – an strammem Hosenboden und Mumm in den Knochen mangelt?

Die Antwort erhielten die Besucher am Samstagabend im voll besetzten Saal Wilden, als das Theaterensemble der Feuerwehr Simmerath die Komödie „Männer im Herbst“ präsentierte. Dieser Dreiakter ist ein Werk des hessischen Erfolgsautors Bernd Kietzke, mit dem er derzeit deutsche Boulevardbühnen stürmt.

Die Aufführung wurde von flotten Märschen des Feuerwehr-Spielmannszuges eingeleitet. Dessen zur Feier des Tages aufgebotene, 25-köpfige Formation stimmte ihre Zuhörerschaft nach Noten auf das Thema des Abends ein. Das Motto „Gute Laune“ ist offenkundig auch im neuen Jahr Devise – beim Instrumentalspiel der Wehr-Musikanten wie der harmonischen Mimen-Truppe.

Galt es doch, in festlichem Rahmen deren 95. Stiftungsfest zu feiern! Der Spielmannszug erlebte demzufolge, wie das Spektakel auf en Brettern, eine vollauf gelungene Premiere: Zum ersten Mal nämlich stand das Orchester unter Leitung seines Dirigenten Patrick Schmidt. Einen weiteren Höhepunkt der Soiree bildete die Ziehung einer mit lukrativen Preisen bestückten Tombola. Für den veranstaltenden Wehr-Förderverein hieß Vorsitzender Marco Hoch die Gäste willkommen, unter ihnen zahlreiche Ehrenmitglieder und Gäste.

Unter Leitung ihres Regisseurs Stefan Haas probten die Akteure ihren Stoff seit Herbst vorigen Jahres mehr als 20 Mal. Unterschiedlicher könnten die Charaktere und Lebenslauf zweier Schicksalsgenossen nicht sein. Beim „Jungen aus dem Dorf“ mit klarer Ausdrucksform, Karl „Charly“ Schulze, dargestellt von Josef Frings, hängt der Haussegen schief. Der geradlinige Busfahrer ist bei seiner Noch-Ehefrau „unten durch“.

Und trifft nach dem Hinauswurf daheim auf den renommierten, verschnörkelten Insektenforscher von Adel, Tizian von Bumholdt (Hans Josef Schröder). Beide routinierten Darsteller erleben nicht nur von ihren Angetrauten „die wahre Hölle, und das vom ersten Tag unserer Ehe“, sondern sehen sich auch von argen Intrigen, Tricks und Gemeinheiten von böser Schwiegermutter wie Scheidungsanwältin Verena (Conny Sauer) traktiert. Charly und Tizian, die ungleichen Brüder wider Willen erleiden die radikale Trennung von Tisch und Bett.

In einer grotesken Männer-Wohngemeinschaft landen sie nach Rausschmiss durch die Ehemalige in zunächst fremder Funktion als „möblierte Herren“, die sich zusammenraufen und Stück für Stück das private Glück zurückgewinnen möchten. Doch vor Erreichen ruhiger Gewässer gerät ihr Schiff kräftig vom Kurs ab. Das Paar ist voll Selbstmitleid „allein im neuen Zuhause“, quartiert sich voller Hoffnung auf bessere Zukunft bei Familie Backes ein.

Aber die hat eigene Sorgen. „Oberhaupt“ Heinz (Herbert Wilden) hat seinerseits viel Respekt von Ehefrau Berta (Renate Haas) und Tochter Lili (Claudia Hermanns) eingebüßt. Hat sich der Herr Papa doch großspurig um große Geldbeträge „verzockt“. Jetzt herrscht Bertas Gesetz: „Haustiere und Ehemänner bedürfen strenger Führung!“ Und auf Heinz´ notorische Frage „Wo steht mein Essen“?, folgt Bertas ernüchternde Antwort: „Im Kochbuch!“ Da kommen die beiden „Heimatlosen“ als ideale Testpersonen gerade recht... Erst zu guter Letzt und mit beklatschtem „Happy End“ werden sie in den wieder allseits Familienverband integriert.

In weiteren Rolle gefielen: Bettina Palm (Elvira), Sonja Strauch (Constanze) und Ralf Wilden (Postbote Päckchen). Für den Bühnenbau zeichnete Herbert Wilden verantwortlich, als Souffleure agierten Egon Braun und Thorsten Schnitzler, Maskenbildnerin: Bettina Palm, Technik: Wolfgang Frings und Frank Wilden.

Nach mit Begeisterung und herzlichem Szenenapplaus aus den Saalreihen bedachter Erstaufführung folgte eine weitere Vorstellung am gestrigen Sonntag. Weitere Aufführungen gibt es am 8. und 9. Januar, jeweils um 19.30 Uhr, sowie am 10. Januar, um 20 Uhr, jeweils Saal Wilden.

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