Nordeifel - Mähraupe bringt das Venn auf Vordermann

Mähraupe bringt das Venn auf Vordermann

Von: P. St.
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Gegen die Verbuschung von Feuchtwiesen: Eine Mäh- und Laderaupe war jetzt auch im Bereich Kallbenden bei Hoscheit im Einsatz. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. Normalerweise sind hier Blauschillernder Feuerfalter und Braunkehlchen zu Hause, und so gut wie nie verirrt sich ein Mensch auf den Feuchtwiesen: Doch jetzt wurde die Ruhe in einigen kleinen Venngebieten der Nordeifel jäh unterbrochen. Eine Mähe- und Laderaupe bahnte sich ihren Weg durch vernässte Wiesen, um das Venn wieder auf Vordermann zu bringen.

Das Gerät für die bodenschonende Feuchtwiesen-Mahd ist eine Art umgebauter Pistenbully, der Altgras und kleine Gehölze schneidet, häckselt und zugleich in einen mitgeführten Container bläst. Das selten zu sehende Spezialgerät ist in dieser Woche im Bereich Kallbenden zwischen Hoscheid und Hexenplatz, am Lenzbach bei Paustenbach, an der Entenkall und am alten Sportplatz in Bickerath im Bereich „Titschenbour“ im Einsatz, um auf einem knappen Hektar Fläche den Ursprungszustand wiederherzustellen.

Das Spezialgerät aus Norddeutschland ist in der Region erstmals im Einsatz, um die Gefahr der zunehmenden Verbuschung in den Brachen zuvorzukommen, erläutert Bernhard Theißen von der Biologischen Station Aachen. Die Maßnahme ist regelmäßig im Abstand von einigen Jahren erforderlich und Teil des finanziell geförderten EU-Projektes Rur und Kall. Nach dem Radikalschnitt kann sich hier wieder die Artenvielfalt entfalten. Die extrabreiten Ketten tragen die Raupe auch durch feuchtes Gelände. In diesem Jahr ist das Gerät besonders stark nachgefragt, da man wegen des Trockenjahres 2015 auch extrem nasse Flächen befahren kann.

Bislang setzte die Biologische Station zur Feuchtwiesen-Pflege einen Einachser-Mäher ein, was aber auch wegen der mühsamen Schnittgut-Entsorgung wesentlich mühsamer ist.

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