Monschau - Mädchenrealschule St. Ursula: Klassentreffen nach 50 Jahren

Solo Star Wars Alden Ehrenreich Kino Freisteller

Mädchenrealschule St. Ursula: Klassentreffen nach 50 Jahren

Von: aj
Letzte Aktualisierung:
12141098.jpg
Schwelgen in Erinnerungen: Vor 50 Jahren haben sie ihren Schulabschluss an der Mädchenrealschule St. Ursula Monschau, jetzt haben sich die Frauen beim Klassentreffen wieder getroffen. Foto: Aline Jansen

Monschau. Normalerweise ist es am Wochenende still in einer Schule: keine schwatzenden Schüler die durch die Flure laufen, keine Lehrer, die zu Klassenzimmern eilen und kein Gong, der die große Pause ankündigt. Doch der vergangene Samstag war in der Monschauer Mädchenrealschule St. Ursula kein normaler Samstag.

Stimmen erfüllten das Foyer mit lautem Summen und es erklang das hohe Klirren von aneinanderstoßenden Sektgläsern. Das „Hallo“ war groß, denn es war lange her, dass sich die versammelten Frauen gesehen hatten. Sie gehörten alle der ersten Klasse an, die „nach oben“ in die im Steilhang erbaute Schule am Burgau gezogen ist.

Im März 1966 trennten sich ihre Wege nach dem Schulabschluss. Anfangs gab es noch regelmäßige Wiedersehen, aber nach einigen Jahren verloren sich die ehemaligen Schülerinnen aus den Augen und die Treffen schliefen ein. Doch jetzt hatten Biggy Alzer und Maria Klubert die Initiative ergriffen und versucht, die Mitschülerinnen zusammenzutrommeln, um gemeinsam das 50. Jubiläum ihrer Schulentlassung zu feiern. „Es ist 37 Jahre her, dass wir uns das letzte Mal gesehen haben, aber es ist, als wäre es gestern gewesen“, erzählte Alzer.

Schwer ausfindig zu machen

Kein Wunder also, dass man den Frauen die enorme Wiedersehensfreude deutlich ansah. Viel Arbeit hatten sich die beiden Organisatorinnen gemacht, denn es sei gar nicht so einfach gewesen, die ehemaligen Klassenkameradinnen ausfindig zu machen, wie Alzer berichtete. Oft habe sie nur die Mädchennamen der mittlerweile verheirateten Frauen gekannt und viele Telefonnummern seien nicht mehr aktuell gewesen, aber über Internetforen und so manchen Umweg, habe sie schließlich 29 von 33 Mitschülerinnen ausfindig machen können.

22 von ihnen hatten jetzt den Weg in die alte Schule gefunden. „Ein guter Schnitt“, wie sie findet. Viele sind in der Eifel und Umgebung geblieben, aber einige hat es auch nach Köln, Berlin oder München verschlagen. „Wir sind in ganz Deutschland verteilt, jeder ist seinen eigenen Weg gegangen“, sagte Alzer. Einige der Frauen sind dabei wohl von den positiven Erinnerungen an ihre Schulzeit beeinflusst worden, denn sie sind Lehrerinnen oder Erzieherinnen geworden.

Klubert hatte mit Dorothee Spinrath, die seit Sommer 2015 Direktorin von St. Ursula ist, eine kleine Führung durch die Schule vereinbart. Und dabei wurden Erinnerungen wach: „Unsere Tische waren kleiner und schmaler“, stellten die Frauen beim Blick in ein Klassenzimmer fest. Auch der Anbau war für sie neu: „Hier endete das Gebäude früher“, hieß es als man am frischrenovierten, modernen Chemiesaal stand.

Das heutige Lehrerzimmer beheimatete vor 50 Jahren noch eine Bibliothek mit alten, wertvollen Büchern. „Das war mein Schlafraum“, stellte Alzer fest, als Spinrath die Gruppe in den Kunstsaal führte. Denn damals war an die Realschule ein Internat angegliedert, so dass einige Schülerinnen dort nicht nur unterrichtet, sondern auch beherbergt wurden.

Außerdem wurde die Schule zu der Zeit noch von Nonnen, den Ursulinen, geführt. Diese lebten und schliefen im obersten Stockwerk, der Klausur, das für die Schülerinnen absolut tabu war. Heute befinden sich dort die Kunst- und Werkräume sowie der Mehrzweckraum, in dem der Musikunterricht abgehalten sowie Versammlungen und kleine Gottesdienste veranstaltet werden. Früher war dort die Kapelle, in der die Mädchen jeden Tag zum Morgengebet zusammenkamen.

Heimlich Zigaretten geraucht

Der Anblick der früheren Klausur erinnerte die Frauen auch an Schwester Angelika. Sie war damals ihre Klassenlehrerin und Schulleiterin. Außerdem war Schwester Angelika die letzte Nonne, die die Schule in den 1980er Jahren verlassen hat.

Nach dem Rückblick in die schulische Vergangenheit, ging es für die Frauen weiter mit einer Stadtführung durch Monschau. Anschließend kehrten sie im „Hotel Horchem“ ein, wo zunächst gegessen wurde, bevor der Nachmittag im angeschlossenen Braukeller gemütlich ausklang. Auch dieser ist mit der Erinnerung an die Schulzeit verknüpft: „Dort haben wir mit 15 Jahren heimlich unsere ersten Zigaretten geraucht, wenn wir vom Beichten im Aukloster zurück zur Schule gelaufen sind“, so Alzer lachend.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert