Simmerath - „Lustkapelle“: Wiedersehen mit den Marktmusikanten

„Lustkapelle“: Wiedersehen mit den Marktmusikanten

Von: M.S.
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Den Zug der fröhlichen Töne führte der fünfjährige Herold Martin Haas (mit Transparent) an. Thomas Haas mit der „Kindertrommel“, Gerhard Leister mit seinem Akkordeon, Michael Haas als „kleiner Trommler“, Christian Haas mit den Becken, und Wolfgang Füser (von links) bildeten das Ensemble.

Simmerath. Ehe sich Simmeraths Karnevalist und Büttenredner Christian Haas in die geschwind nahende „fünfte Jahreszeit“ stürzt, bringt er im Hof seines Hauses (Hauptstraße 63) eine illustre „Jubiläumsschar“ zum denkwürdigen Erinnerungstreffen und nostalgischen Platzkonzert zusammen.

Am Herbstmarkt-Sonntag, 19. Oktober, Schlag 10.30 Uhr, werden sich bei Christian Haas gestandene Männer ein Stelldichein und Comeback geben, die sich zum „Sömmerther Maat“ am 13./14. Oktober 1974 noch im zarten Knabenalter Fünf- bis Zehnjähriger befanden.

Gleichwohl machten sie als „Lustkapelle“ und „Simmerather Stadtmusikanten“ positiv von sich reden und ihrem Publikum viel Freude. Dieses Szenario erfährt nun Sonntag ein zünftiges Revival! Unter dem Titel „Musikanten-Nachwuchs in Simmerath gesichert“ schreibt Severin Stollenwerk („Sesto“), unvergessener Nordeifelchronist und Herausgeber der „Marktrundschau“ als Fußnote zu einem vor 40 Jahren geschossenen Foto der jungen Spielleute.

„Mit welchem Eifer sich die Simmerather Jugend der Musikpflege widmet, zeigt unsere Aufnahme. In den Sommermonaten wurde intensiv in den Registern geübt. Dann zogen Tag für Tag die Stadtmusikanten über die Hauptstraße, um mit ihrem einstudierten Repertoire Einheimische wie auswärtige Eifelbesucher nach Noten zu erfreuen.“

Den Zug der fröhlichen Töne, schildert „Sesto“, führte der fünfjährige Herold Martin Haas mit seinem Transparent an. Gerhard Leister haute seinem Akkordeon kräftig in die Tasten. Michael Haas war der „kleine Trommler“. Christian Haas, beschreibt der Augenzeuge, „bediente das Becken recht meisterhaft“. Als hervorragend empfand Sesto die „fein abgestimmte Harmonie“ des Ensembles, die sich auch im Spiel von Thomas Haas äußerte, der die Kindertrommel „wie ein Großer“ schlug.

Ein Sonderlob zollte der Marktbeobachter einem auswärtigen, hochtalentierten musikalischen „Schwergewicht“, dem elfjährigen Wolfgang Füser aus Elsdorf. Er verbrachte im Hotel „Zur Post“ als junger musischer Eifelfan seine Ferien und schloss sich den gastgebenden Musikfreunden an. Diese schätzten, dass Wolfgang in ebenso stürmischem Fortissimo wie mildem Piano der „decke Trumm“ mit Rhythmik und Takt zuzusetzen verstand.

„Sestos“ damaliger Wunschkommentar der historischen Aufnahme, der sich später gleich mehrfach erfüllte: „Vielleicht kommt eine Jugend-Musikgemeinschaft in Simmerath zustande, und es wird ein Kinderchor gegründet. Denn wo man singt…“ Welcher Kontrast zum historischen Musikprogramm der 1970-er Jahre!

Die Simmerather „Lustkapelle“ blieb in ihrer Besetzung nominell zwar gleich, freilich sind an ihren Solisten vier Jahrzehnte Leben und Musizieren nicht spurlos vorüber gegangen!

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