Kesternich - Lothar Küpper rettet als Ehrenkönig die Ehre seiner Bruderschaft

Lothar Küpper rettet als Ehrenkönig die Ehre seiner Bruderschaft

Von: M. S.
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Lothar Küpper (Mitte) ist der erste Ehrenkönig in Kesternichs Schützengeschichte. Mit dem Sieger freuen sich (von links) Jungschützen-Prinzessin Nadja Grabert, Schießmeister Hubert Roder, Küppers Ehefrau und Konkurrentin Angelika sowie Brudermeister Heinz Siemons. Foto: Manfred Schmitz

Kesternich. Zum traditionellen Königsvogelschuss der Kesternicher St.-Hubertus-Bruderschaft mochten sich am Fronleichnamstag partout keine Kandidaten nominieren lassen. Da half auch gutes Zureden des Brudermeisters und bis dato amtierenden Regenten, Heinz Siemons, nicht.

Niemand aus der anwesenden Schützenfamilie wollte auf der Anlage am Vereinslokal Jousten um die Ehrenkette der Majestät 2016/17 streiten. Auch half es nicht, dass alle Bruderschaftler zwei Pflichtrunden am Gewehr zu absolvieren hatten. Diese wurden ohne – ungewollten – Blattschuss überstanden. Niemand der potentiellen Bewerber bekam Lust aufs Regieren. Da hatte Siemons die zündende Idee.

„Hier sind ein Dutzend Ex-Könige versammelt. Lasst uns aus ihrer Mitte zum ersten Mal in unserer Vereinsgeschichte einen Ehrenkönig kreieren!“ Gesagt, getan. Vier Schießdurchgänge zielsicherer Routiniers waren nötig, bis Lothar Küpper den Holzvogel von der Stange feuerte. Faire Konkurrentin im Feld der Mitbewerber: Küppers Ehefrau Angelika. Erleichterung allenthalben! Die „royale Krise“ war zunächst gebannt.

Das sportlich-traditionsreiche Spektakel fand unter Leitung der Schriftführerin und zweiten Jungschützenmeisterin Marita Quack statt. Sie beglückwünschte Nadja Grabert als neue Jungschützenprinzessin. Die 20-jährige Nadja war unter fünf vehement kämpfenden Mitstreitern mit dem 57. Büchsentreffer erfolgreich. Sie wird, ebenso wie Ehrenkönig Küpper, zur Kesternicher Kirmes (18./19. Juni) in ihr Amt eingeführt werden. Nadja wurde zum ersten Mal per Titel in den Schützenadel aufgenommen.

Der christliche Feiertag Fronleichnam, auch stets eine feste Notiz im Schützenkalender, hatte mit Reverenz an den scheidenden König Heinz Siemons begonnen. Er wurde unter flotten Frühlingsklangen der „Diana“-Musikanten von seiner Residenz zur Festwiese geleitet. Hier hieß der scheidende Monarch die Festbesucher willkommen, allen voran die Ehrenmitglieder Mechtild Küpper und Gertrud Hoss sowie Kesternichs Ortskartellvorsitzenden Sascha Schmitz.

Der Brudermeister dankte Vereinswirtin Käthie Henn für ihre seit Jahren tatkräftige Unterstützung der Bruderschaft: „Ohne die Überlassung geeigneter Räumlichkeiten und vielfache Hilfe wäre unser lokales Schützenwesen längst tot.“ Siemons freute sich über die Anwesenheit befreundeter Bruderschaften aus Rollesbroich und Stolberg-Mitte. Er wies darauf hin, dass „Schützennachwuchs und Junggebliebene“ sich an einer Laser-Schießanlage erste Meriten verdienen konnten. Ebenso lud ein Pfeilwurfgerät zu Spiel und Konzentration.

Die Wettbewerbe standen unter fachlicher Aufsicht des Schießmeisters Hubert Roder. Den im Übrigen harmonischen Verlauf des Schützenfestes störte allein die Büchse, die oft nur „Klick“ statt „Peng“ machte: munitionsbedingte Ladehemmungen. Umso mehr genossen die rund um die Schießbahn Ausharrenden das unerwartet schöne Wetter. Anders, als die Prognosen der Meteorologen vermuten ließen, lächelte Petrus den Kester Tellen freundlich zu. Verdienter Lohn für ihre Gabe, aus der Not flugs eine Tugend zu machen.

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