Lohnt sich noch jeder Blutspende-Termin?

Von: ssc/ag
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Nordeifel. Unter 40 Blutspendern läuft bald nichts mehr. Der Blutspendedienst West des Deutschen Roten Kreuzes stellt derzeit alle Termine auf den Prüfstand: Kommen zu einem davon wiederholt nur wenige Spender, dann soll er – zumindest vorübergehend – gestrichen werden.

Anlass dafür sei eine leicht gesunkene Nachfrage seitens der Kliniken, sagt Heinz Kapschak, stellvertretender Sprecher des Blutspendedienstes West. „Etwa sieben Prozent weniger Blutkonserven als vor wenigen Jahren rufen die Krankenhäuser derzeit beim DRK ab.“ Eine Ursache seien minimalinvasive Operationsmethoden, bei denen weniger Blutkonserven vonnöten sind. Bereits im vergangenen Jahr sei selbst während der Sommerferienzeit ein Versorgungsengpass ausgeblieben, wie es ihn in diesem Zeitraum zuvor häufiger gegeben habe, sagt Kapschak.

Spenden sind rückläufig

Um nicht unnötig viel Blut vorzuhalten, werde derzeit „flächendeckend geprüft. Das ist auch in den vergangenen Jahren immer wieder mal passiert, um uns dem Bedarf der Krankenhäuser anzupassen.“ Sollte die Nachfrage wieder steigen, werde man darauf reagieren. „Hier geht es ja nicht darum, Arbeitsplätze einzusparen. Aber die Hauptamtler, die bei einem wenig frequentierten Termin vielleicht gar nichts zu tun haben, können an anderer Stelle sinnvoller eingesetzt werden.“ Auch der logistische Aufwand für solch einen Termin müsse in Relation zu der gesammelten Blutmenge stehen. Derzeit seien 40 Spender die Untergrenze.

In der Nordeifel sei die Situation von Ort zu Ort unterschiedlich, sagt die Blutspendenkoordinatorin Lucie Kell aus Eicherscheid. Bei den Spendeterminen in der Nordeifel gebe es welche, zu denen weniger als 40 Blutspender kämen. Auf der anderen Seite gebe es aber auch Termine wie in Simmerath, wo mit 80 bis 90 Spendern zu rechnen sei. Insgesamt seien im vergangenen Jahr rund 2000 Blutspenden geleistet worden. Vor einigen Jahren seien noch 2500 Spenden geleistet worden.

Zum jüngsten Spendetermin in Mützenich seien zwar weniger als 40 Spender erschienen, üblich seien dort aber 50 bis 60, sagt Kell. In Konzen würden regelmäßig 60 bis 70 Personen ihr Blut spenden, in Imgenbroich, Monschau und Höfen jeweils zwischen 40 und 50, Eicherscheid 45 bis 50, in Rollesbroich um die 50, in Kesternich 60 bis 70 und in Lammersdorf 40 bis 50. „Für so einen großen Ort wie Lammersdorf ist das im Vergleich nicht so viel“, sagt Kell. In Rohren mussten zuletzt zwei Termine abgesagt werden. Das habe aber weniger mit der Zahl der Spender zu tun, schließlich seien in dem kleinen Ort regelmäßig über 40 Personen zur Blutspende gekommen. Die Absage habe mehr mit den Räumlichkeiten zu tun, da die Liegen immer über eine enge Treppe ins Obergeschoss gebracht werden müssten. Auch in Kalterherberg wurde ein Termin abgesagt, die genauen Gründe dafür kennt Kell nicht. Beim letzten Mal suchten dort 46 Personen das Spendelokal auf.

Dass der logistische Aufwand für einen Blutspendetermin in Relation zu der gesamten Blutmenge stehen müsse, sieht auch Lucie Kell.

Termine im Nachbarort

Da die Spendenbereitschaft aber jedes Jahr etwas zurück gehe, sieht sie ihre Aufgabe aber auch weiterhin darin, insbesondere Erstspender zur Blutspende zu animieren. „Davon haben wir zu wenig. Die älteren Menschen, die vielfach spenden, sterben uns langsam weg. Wir brauchen dringend mehr junge Leute“, sagt Kell.

Sollten in der Nordeifel in Zukunft einzelne Termine gestrichen werden, hofft Lucie Kell, dass die Spender einen Termin im Nachbarort wahrnehmen. „Das machen viele ja heute schon so, wenn sie an dem Termin in ihrem Ort verhindert sind, nehmen sie eben den nächsten in einem anderen Ort wahr.“

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