Lösung für Überschwemmungsproblem „Im Dorf“ gefunden?

Von: P. St.
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Roetgen. Intensiv befasst hat sich die Roetgener UWG-Fraktion mit der schlechten Entwässerungssituation im Baugebiet „Im Dorf“. Die fachliche Tiefe, mit der die UWG in das Thema eingestiegen ist, überzeugte nun auch mehrheitlich den Betriebsausschuss am Ende der rund zweistündigen Beratungen über die Umsetzung des Entwässerungskonzeptes „Im Dorf“.

Denn entgegen dem Beschlussvorschlag der Verwaltung sprach sich eine Mehrheit aus UWG, Grünen und CDU dafür aus, den Vorschlägen des Antragstellers zu folgen, um das Problem zu lösen.

Auf der Strecke bleibt vorerst ein 34-seitiges Gutachten, das ein Aachener Ingenieurbüro in langwieriger Arbeit erstellt hatte. Dessen Umsetzung befürwortete lediglich die SPD. Die geschätzten Kosten für die Umsetzung der im Gutachten vorgeschlagenen Maßnahmen hatte die Verwaltung mit 100.000 Euro angegeben. Vorgeschlagen worden war unter anderem, im nördlichen Bereich des Gebietes eine Rigole zu bauen und den Nebenarm des Faulenbruchs zu ertüchtigen, um zu verhindern, dass bei starkem Niederschlag das Baugebiet überflutet wird. Es handelt sich dabei um eine freiwillige Aufgabe der Kommune.

Da das Problem schon länger bekannt ist, hatte eine Privatinitiative im Bereich einer privaten Wiesenfläche einen Hauptdrainagesammler mit Erfolg gereinigt – zumindest für ein betroffenes Grundstück. Aus der Sicht der Verwaltung konnte dabei von einer Dauerlösung aber nicht die Rede sein, da die Stauraumkanäle nicht für den Rückhalt der Drainagewässer konzipiert worden seien. Das Überschwemmungsproblem werde lediglich an einen anderen Austrittspunkte verlagert, lautete die Einschätzung der Verwaltung. Auch sei die unterschiedliche Bodenbeschaffenheit in diesem Gebiet zu berücksichtigen.

Der detaillierte Antrag der UWG umfasste die Ertüchtigung des Nebenarms „Oberer Faulenbruch“ direkt unterhalb des Vennbahnradweges. Die bislang durchgeführten Maßnahmen in diesem Bereich wurden als nicht ausreichend bezeichnet. Außerdem sei zu klären, wie es um die Gewässerzuführung in den alten Drainageleitungen stehe.

Weiterhin solle die mögliche Einleitung der Gewässer in den unteren verrohrten Faulenbruch geprüft werden. Schließlich soll über die gewonnenen Erkenntnisse über drei Monate lang eine Dokumentation erstellt werden. Für ihren Antrag spreche auch, hatte die UWG ausgeführt, dass man wahrscheinlich auch unter dem jetzt veranschlagten Ansatz in Höhe von 100.000 Euro bleibe.

Bauamtsleiter Dirk Meyer aber konnte sich mit diesem Vorgehen nicht anfreunden. Er gehe davon aus, dass spätestens beim nächsten Starkregen „das Thema wieder auf der Tagesordnung steht“.

Es gebe vom Rat einen klaren Auftrag, im Wohngebiet „Im Dorf“ für Abhilfe beim Entwässerungsproblem zu sorgen. Durch den Antrag der UWG habe diese Bemühung nun eine „dramatische Wendung“ erfahren. Die Gemeinde sehe sich in einer moralischen Verpflichtung, das Problem zu lösen, vor allem auch deshalb, weil ein Großteil der Grundstücke von der Roetgener Bauland GmbH vermarktet worden sei.

Im Zuge der umfangreichen Debatte wies Bürgermeister Manfred Eis noch auf wasserrechtliche Probleme hin, da die von der UWG vorgeschlagenen Maßnahmen zum Teil nicht genehmigungsfähig seien.

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