Literaturkonzert: Thomas J. Lennartz und Vooks-Musik

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Traf den Nerv des Publikums in der Gemeindebücherei: Thomas J. Lennartz.

Simmerath. „Jetzt kann Weihnachten kommen!“, lautete das Resümee des Publikums nach einem heiter besinnlichen Literaturkonzert mit Thomas J. Lennartz und der Folk-Musikerin Vooks in der Gemeindebücherei Simmerath.

Thomas J. Lennartz, im „richtigen Leben“ Marketingfachmann und Lektor, hat sich bereits als Wortvortragskünstler im besten Sinne mit seinen Soloprogrammen „Alles nur geklaut“ einen Namen gemacht. Vooks-Musik wird in diesem Tagen zehn Jahre alt und steht für klaren Soprangesang und vielseitige Instrumentalbegleitung, die sich immer ein wenig irisch anhört.

Über das Thema Weihnachten haben die Beiden zusammengefunden und weckten anlässlich ihrer ersten gemeinsamen Veranstaltung „Worüber das Christkind lächeln musste …“ viel Vorfreude auf das Fest. Schließlich taten es die Gäste im adventlich hergerichteten und voll gefüllten Büchereicafé dem Christkind gleich, und das nicht nur, als die gleichnamige Geschichte von Karl Heinrich Waggerl vorgelesen wurde.

Nicht das Kind in der Krippe, sondern ein gewitzter Floh spielt im Stall zu Bethlehem ausnahmsweise einmal die Hauptrolle. Vom Lächeln zum Lachen gelangten die Rückmeldungen des Publikums auf die beiden Stücke aus der „Stenkelfeld-Reihe“ von Harald Wehmeier und Detlev Gröning. Während es in „Advent, Advent – ein Kraftwerk brennt“ um den alljährlichen Nachbarschaftswettbewerb um die aufwendigste Haus- und Grundstücksillumination geht, die unweigerlich in der Energiekatastrophe enden muss, sagen in „Advent im Seniorenheim“ die Alten den Jungen und den vermeintlich Berufenen den Kampf an, um sich gegen die verordnete Weihnachts-Berührung und -Bespaßung zu wehren.

Satire und Besinnliches

Thomas J. Lennartz verstand es, Heiteres mit Traditionellem, Traurigem und Anrührendem in einer gelungenen Reihenfolge zu kombinieren. So standen eben neben satirischen Texten auch Hans Christian Andersens Märchen vom kleinen Mädchen mit den Schwefelhölzern und die Weihnachtsgeschichte nach Lukas und Matthäus auf dem Programm sowie die „absolute Lieblingsgeschichte“ des ehrenamtlichen Vorlesers der Gemeindebücherei. „Pasteten im Schnee“ heißt sie und wurde von Beatrice Schenk de Regniers geschrieben.

Mit schlesischem Akzent gekonnt unterlegt lud Lennartz seine Zuhörer mit ein ins kleine alte Haus des kleinen alten Mannes und seiner kleinen alten Frau, die so gern ein richtiges Fest feiern möchte. Aber weder Gäste noch „ein Krüstchen Brot oder ein Krümchen Kuchen“ sind vorhanden. Da übernimmt ein Schneesturm die Bescherung und schließlich wird es ein Fest, das den vielen im kleinen alten Haus Gestrandeten und seinen Besitzern für immer in Erinnerung bleiben wird.

Diese emotionale Vielseitigkeit des gesprochenen Wortes musikalisch zu begleiten, war zugegebenermaßen eine Herausforderung. Vooks nahm sie an und berührte auf ihre Weise. Traditionelles wie „Maria durch ein Dornwald ging“ oder „Stille Nacht“, zum Teil von ihr Selbst neu arrangiert, und eher Unbekanntes wie „In the bleak Midwinter“ oder „Er is een kindeke geboren op d’aard” gesungen und auf Dulcimer, Querflöte oder Akkordeon virtuos gespielt, ergänzte die Literatur sehr harmonisch und einfühlsam. Der lange Applaus wurde mit den Zugaben „Die Geschichte eines Pfefferkuchenmannes“ von Jean Paul und einem Akkordeon-Kanon für alle belohnt, der die Stimmung beim Nachhausegehen trefflich beschrieb: „Oh wie wohl ist mir am Abend!“

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