Simmerath - Literaturcafé: Bedeutung der Weihnacht für die heutige Zeit

Literaturcafé: Bedeutung der Weihnacht für die heutige Zeit

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Heiter-ironische Musikstücke: Beim Literaturcafé lag das Programm in den Händen von Thomas J. Lennartz und Hans Fabelje. Foto: Pepe Fabelje

Simmerath. Eigentlich ist ja alles gesagt über Schnee, alles geträumt unterm Baum. Und doch klingelt es an Kalendertürchen, alle Jahre wieder. Und doch wird man verzaubert von alten und neuen Geschichten, von alten und neuen Liedern, die unsere Vorfreude auf das Fest der Feste von Woche zu Woche im Advent steigern.

Gelegenheit dazu bekam man im letzten sonntäglichen Literaturcafé dieses Jahres, das Bücherei und Förderverein der Gemeindebücherei Simmerath besonders gemütlich hergerichtet hatten. Bei Kaffee, Tee und Gebäck ließ es sich nett miteinander plaudern und aufs eigentliche Programm des Nachmittags einstimmen.

Dieses Programm lag in den Händen von Thomas J. Lennartz und Hans Fabelje. Thomas J. Lennartz begeistert seit geraumer Zeit Zuhörer mit der Bandbreite seiner stimmlichen Möglichkeiten und seiner feinen Sprachmelodie. Aber auch die Auswahl seiner Texte fesselt immer wieder aufs Neue. Sein aktuelles Weihnachtsprogramm leitet er mit drei heiter-ironischen Stücken ein.

Das erste Szenario widmet er allen Menschen, die sich auf der Flucht befinden und die der Behördenwillkür ausgesetzt sind. Es geht etwa um die Eilmeldung: „Säugling in Stall gefunden – Polizei und Jugendamt ermitteln. Schreiner aus Nazareth und unmündige Mutter vorläufig festgenommen.“ Dabei stellt er die Frage „Was, wenn Weihnachten heute stattfinden würde?“

Die Antwort darauf fällt leider nicht besonders ermutigend aus. In „Weihnachten im Oktober“ aus der Stenkelfeld-Reihe bleibt das Lachen an mancher Stelle im Hals stecken und einem kann angst und bange werden angesichts der fast militanten Werbefeldzüge unter der Überschrift „Weihnachten bis zum Äußersten“, die sich die großen Supermarktketten alljährlich kurz nach der Sommerpause liefern. Auch in „Merry christmas allerseits“ wird unter anderem der Weihnachtskaufrausch thematisiert.

In schönstem Denglisch heißt es dort zum Beispiel: „Every Parkhaus ist besetzt, weil die people fahren jetzt all to Kaufhof, Mediamarkt, kriegen nearly Herzinfarkt, shopping hirnverbrannte things and the Christmasglocke rings.” Wie rührend und beruhigend ist es, danach weihnachtlichen Kindergeschichten wie „Pelle zieht aus” von Astrid Lindgren und „Melvins Stern” von Nathan Zimelmann sowie der Erzählung „Pasteten im Schnee” von Beatrice Schenk de Regnier zu lauschen.

Elterliche Gedankenlosigkeit, die sich in Traurigkeit und Wiedergutmachung wandelt sowie das Vertrauen darauf, dass für die ganz Kleinen und Unbedeutenden unverhofft doch noch die große Stunde schlägt, sind letzten Endes tröstende Weihnachtsbotschaften.

Hans Fabelje ist kein Neuling in der Bücherei, gestaltete er doch den musikalischen Teil der Langen Nacht der Bibliotheken in diesem Jahr und konnte dabei mit seinem Gitarren-Spiel die Zuhörer beeindrucken.

Die adventliche Lesung brachte er mit Musik aus der ganzen Welt zum weihnachtlichen Klingen. Verträumt klang es bei „El Farol“ von Carlos Santana, romantisch im „Song Not Forgotten“ von David Qualey und sehr spannungsgeladen bei „Milonga“ von Juan Buscaglia, um nur ein paar seiner wohlausgewählten Titel zu nennen.

Die beiden Akteure sind ein gutes Team und ihre Zusammenarbeit bereitet ihnen sichtlich Spaß. Der wiederum überträgt sich auf die Zuhörer, die sich auch diesmal Zugaben wünschten und mit viel Applaus bedankten.

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