Lit.Eifel: Shida Bazyar liest aus „Nachts ist es leise in Teheran“

Von: pp
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Die im Hunsrück aufgewachsene Schriftstellerin Shida Bazyar liest aus ihrem Roman. Foto: J. Gern

Eupen. Vier Familienmitglieder, vier Jahrzehnte, vier unvergessliche Stimmen. Aufwühlend und anrührend erzählt Shida Bazyar eine Geschichte, die ihren Anfang 1979 in Teheran nimmt und den Bogen spannt bis in die deutsche Gegenwart.

„Nachts ist es leise in Teheran“ heißt ihr Buch, aus dem die junge Autorin im Rahmen der Lit.Eifel am Dienstag, 14. Juni, um 20 Uhr, im Jünglingshaus in Eupen, Neustraße 86 liest. Ihr Roman vermittelt, wie es sich anfühlen muss, wenn man die Heimat fluchtartig verlassen und in der Fremde ein neues Lebens aufbauen muss.

Shida Bazyar betont, dass das Werk zwar autobiografische Züge habe, aber keinesfalls eine Familienbiografie sei. Ihre Eltern flohen als politische Aktivisten 1987 aufgrund der Auswirkung der Islamischen Revolution aus dem Iran.

Shida Bazyar wurde 1988 in Hermeskeil im Hunsrück geboren. Sie studierte Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus in Hildesheim, bevor sie nach Berlin zog, um ein „Doppelleben“ zu führen: Halbtags ist sie Bildungsreferentin für junge Menschen, die ein Freiwilliges Ökologisches Jahr in Brandenburg machen, die verbleibende Zeit verbringt sie als Autorin.Neben Veröffentlichungen von Kurzgeschichten in Zeitschriften und Anthologien war sie Stipendiatin des Klagenfurter Literaturkurses 2012 und Studienstipendiatin der Heinrich-Böll-Stiftung.

Geschichte einer Familie

Ihr Roman erzählt von einer geflohenen Familie in Zehn-Jahres-Schritten, beginnend 1979, als Behsad, ein junger kommunistischer Revolutionär, nach der Vertreibung des Schahs für eine neue Ordnung kämpft. Er erzählt auch davon, wie er in der literaturbesessenen Nahid die Liebe seines Lebens findet. Zehn Jahre später in der deutschen Provinz: Behsad und Nahid sind nach der Machtübernahme der Mullahs mit ihren Kindern geflohen.

Stunde um Stunde verbringen sie vor dem Radio und hoffen auf Neuigkeiten von den Freunden, die untertauchen mussten. Sie wollen zurückkehren, und suchen zugleich eine Heimat in der Fremde. 1999 reist Tochter Laleh mit ihrer Mutter nach Teheran.

Sie lernt ein Land kennen, das sich nur schwer mit den Erinnerungen aus der Kindheit deckt. Ihr Bruder Mo beobachtet ein Jahrzehnt später belustigt die Demos der deutschen Studenten. Dann bricht die Grüne Revolution in Teheran aus und stellt seine Welt auf den Kopf. Der Eintritt kostet neun, ermäßigt sechs Euro.

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