Lit.Eifel: Sascha Gutzeit begeistert in Nettersheim

Von: pp
Letzte Aktualisierung:
10154664.jpg
Energiebündel: Sascha Gutzeits „Kommissar Engelmann“ flippt auch mal gerne zu fetzigem Rock`n`Roll völlig aus. Foto: Stefan Lieser/PP/Agentur ProfiPress

Nettersheim. Einen Kommissar der etwas anderen Art erlebte das Publikum bei der Lit.Eifel im Nettersheimer Naturzentrum. „Nicht depressiv, nicht zweifelnd“, wie ihn Joachim Starke von der Lit.Eifel mit Blick auf „Tatort“-Fernsehkommissare ankündigte. Stattdessen ist Sascha Gutzeits „Kommissar Engelmann“ ein gut gelaunter Zeitgenosse.

Die Leseshow „Kommissar Engelmann – seine spannendsten Fälle“ ist aber zunächst eine Zeitreise zurück in die 1970er-Jahre: Dieser Kommissar trägt, wie es das Klischee verlangt, Trenchcoat und Hut, er raucht und trinkt motivierenden Cognac, während er über das Wählscheibentelefon seinen Fall recherchiert.

Es entwickelt sich eine höchst unterhaltsame, rasante und perfekt getimte Mischung aus Kabarett, Autorenlesung, munteren Rollenwechseln – und das Ganze mit viel Musik. Die hat Gutzeit natürlich selbst geschrieben, eingespielt über ein kleines, als Transistorradio getarntes Mischpult auf dem Dienststellenschreibtisch.

Die Aufklärung des Falls unter dem Titel „Der rote Greis“ ist da nur Anlass für den Bühnenspaß, den Gutzeit hat – und natürlich das Publikum. Es geht um den Raubmord an Uwe Lier, Juwelier in „Hiesig“, dem einer der acht „Herderringe“ gestohlen wurde.

Typisch Gutzeit: Was sich an Wortspielerei anbietet, das wird aufgegriffen: „Hiesig wegen der hiesigen Mordkommission“, gesteht Gutzeit munter mit Blick auf eine der Sprachstereotypien in Fernsehkrimis. Der „Herderring“ ist natürlich eine Anspielung auf den „Herrn der Ringe“ von Fantasy-Autor Tolkien.

Doch ihm ist die reine „Ermittlungsarbeit“ seines Kommissars nicht genug. Für weitere Abwechslung sogen selbst geschriebene, schwarzhumorige Krimilieder am Klavier, etwa „Der Mörder ist immer der Täter“, die Ein-Mann-Krimikomödie“ von 2011, für die Gutzeit eigentlich seinen „Engelmann“ erfunden hat. „Eisige Eifelnacht“ zum Beispiel ist seit Gutzeits „Engelmann“-Theaterstück „Mord im Landcafé“ aus dem vergangenen Jahr bei den Fans zum Mitsingklassiker geworden.

Musik, Bücher, Hörspiele

Der gebürtige Wuppertaler hat bisher 14 Musikalben, vier Bücher, neun Bühnenstücke, 13 Hörspiele und Hörbücher sowie zwei Filmmusiken veröffentlicht. Zehn verschiedene Versionen des Engelmann-Best-of-Krimis gibt es aktuell, wie Gutzeit beim anschließenden Gespräch mit dem Publikum erläuterte: „Ich passe sie den Auftrittsorten an“, so Gutzeit, „bin ich auf einem Schloss, gibt es die Schloss-Version“.

120 Auftritte hatte Gutzeit im vergangenen Jahr in ganz Deutschland. Pläne hat das Multitalent genug: Im kommenden Herbst will er seinen ersten Kinderkrimi fertig haben, im nächsten Jahr wird ein neues Krimitheaterstück zur Premiere kommen. „Und derzeit arbeite ich an einem Kommissar-Engelmann-Würfelspiel“, verriet Gutzeit.

Am Ende des Abends im Naturzentrum war bestätigt, was Joachim Starke zu Beginn gemeint hatte: Dieser „Kommissar“ ist wirklich anders als alle anderen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert