„Lit.Eifel“: Küheschubsen und Dorfkämpfe

Von: kf
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Achim Konejung, Musiker und deutscher Kabarett- und Kleinkunstpreisträger (links), bereicherte den Briefwechsel zwischen Hubert vom Venn und Ex-Jupiter-Jones-Sänger Nicholas Müller mit seinen eigens komponierten Songs über die Eifel. Foto: K. Franke

Eicherscheid. Im Rahmen von „Lit.Eifel 2015“- traten nun Ex-Jupiter-Jones-Sänger Nicholas Müller und der Kabarettist Hubert vom Venn in der „Tenne“ in Eicherscheid auf. Am Piano begleitete sie Achim Konejung. Das Projekt „Briefe in und aus der Eifel“ des Musikers und des Kabarettisten wird im Oktober als Buch erscheinen, pünktlich zur Frankfurter Buchmesse.

Bernd Goffart, stellvertretender Simmerather Bürgermeister und Joachim Starke von „Lit.Eifel“ eröffneten den „Eifelabend“. Bereits seit letztem September schreiben Müller und vom Venn, die 30 Jahre Lebenszeit trennen, ihre Briefe. Achim Konejung, Musiker und deutscher Kabarett- und Kleinkunstpreisträger, bereicherte den Briefwechsel mit seinen eigens komponierten Songs über die Eifel und Themen wie „Vogelsang“, „Moselbrücke“ und „Nürburgring“. Konejung fragte musikalisch:„ Wo ist dat Jeld nur hin, wo ist der Kies? Statt Halligalli ist die Stimmung hier nur mies!“

Kindheitserlebnisse in der Eifel

Die Briefe, die sich Rockmusiker Müller und Kabarettist vom Venn seit letztem Herbst hin und her schicken, beschäftigen sich mit diesem idyllischen und oft belächelten Landstrich und seinen Bewohnern. Beide erzählen autobiografisch von der Vergangenheit in der Nord- und Südeifel und beleuchten ihre Kindheit und Jugend.

Da die beiden Autoren dreißig Jahre trennen, erlebte man die unterschiedlichsten Begebenheiten, aber auch Gemeinsamkeiten wurden deutlich. Das Mysterium des „Küheschubsen“, das vom Venn selbst nie erlebte, beobachtete der Rocksänger in der Südeifel: „Auch wenn viele behaupten, dass dies unmöglich ist. Ich habe es gesehen!“

Eine gemeinsame Station im Leben beider ist der Hahnenplatz an der Basilika in Prüm, auf dem Hubert vom Venn seinen schönsten Auftritt erlebte und Nicholas Müller jahrelang auf den Schulbus wartete, allerdings auch seine erste Zigarette rauchte.

„Berufsnostalgiker“ Müller berichtete weiter von Kämpfen zwischen Ober- und Unterdorf und den köstlichen aber auch deftigen Essensgewohnheiten in der Eifel. Den ersten Kuss erlebte er übrigens nicht in seinem Heimatort Daleiden, unweit der deutsch-luxemburgischen Grenze.

Mit dem gemeinsamen Projekt „Briefe in und aus der Eifel“ wagt Echopreisträger Müller, ein Jahr nach seinem Ausstieg bei der Erfolgsband „Jupiter Jones“, einen ersten Schritt zurück in die Öffentlichkeit. Aufgrund einer Angsterkrankung beschloss der Musiker im Sommer 2014 die Band nach über einem Jahrzehnt zu verlassen. Das folgende Jahr Pause, in dem er auch Vater einer kleinen Tochter wurde, betrachtet er rückwirkend als wichtig. Er habe gemerkt, dass das Leben nicht nur anstrengend sein müsse, sondern auch Spaß machen könnte: „Jetzt bin ich wieder da!“

Das Briefeschreiben sei allerdings anders, als das Schreiben eines Hits wie „Still“, der 2011 das meist gespielte deutsche Lied im Radio war: „Man hat dabei weniger Schmerzen.“ Da man keine Versform benötigte und auch der Lektor am Ende noch mal nach „doofen Sätzen“ guckt, wäre es „mehr Luxus“.

Schon lange wollte Müller ein Buch schreiben. Die vielen Geschichten seines Freundes vom Venn hätten ihn vergangenes Jahr zu der Idee gebracht, diese doch aufzuschreiben: „Aus purem Egoismus wollte ich mehr hören.“ Auf die Frage, ob Müller irgendwann den Schritt zurück in das Musikgeschäft wagen möchte, antwortete der Rockmusiker: ,,Ich erwarte noch einiges von mir. Vielleicht interessiert das nicht alle, aber ich habe noch einiges vor.“

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