„Lit.Eifel“: Die Gründung eines ganz besonderen Vereins

Von: Bernd Kehren
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14 Städte und Gemeinden sowie die Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens werden über die Literatur zusammengeführt: Im Nettersheimer Literaturhaus wurde jetzt der Verein „Lit.Eifel“ ins Leben gerufen. Foto: Hilgers

Nordeifel. „Es ist der Aufschlag für etwas ganz Besonderes“, kündigte Nettersheims Bürgermeister Wilfried Pracht spannend an. Seit über einem Jahr werde diskutiert, jetzt gebe es eine „faszinierende Konzeption“. 14 Städte und Gemeinden sowie die Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens würden über die Literatur zusammengeführt und wollten „nach außen ausstrahlen“.

Seit Montag gibt’s den Verein „Lit.Eifel“. Die Gründungsversammlung fand im Literaturhaus in Nettersheim statt. Es handelt sich um eine Initiative der NRW-Eifel-Kommunen in der Leader-Region, die sich auf die Fahne geschrieben haben, ein Literaturfestival auf die Beine zu stellen. Doch wie dies genau aussehen wird, war gestern trotz mehrfacher Nachfrage nicht zu erfahren. Man arbeite noch daran – das war alles, was den Verantwortlichen zu entlocken war.

Preisgegeben haben sie, dass für drei Jahre – bis 2015 – insgesamt 130.000 Euro aus dem Leader-Programm als „Anschubfinanzierung“ zur Verfügung stehen. Zusätzlich sollen Sponsoren gefunden werden. Gestern wurde zunächst der geschäftsführende Vorstand gewählt. Vorsitzende ist die Monschauer Bürgermeisterin Margareta Ritter, Stellvertreter ihr Heimbacher Kollege Bert Züll, zweiter Stellvertreter und Geschäftsführer Wilfried Pracht.

Das Programm, das im Sommer vorgestellt werden soll, besteht laut Ritter aus „15 und mehr Autorenlesungen an interessanten Orten“. Dabei sollen Eifel-Literaten im Mittelpunkt stehen. Wie die Initiatoren durchblicken ließen, soll es auch neue Formen des Umgangs mit Literatur geben. Als Beispiele nannten sie Schreib-Workshops, Video-Clips und Poetry-Slam. Auch Schulklassen sollen eingebunden werden. Eingebunden ist unter anderem auch die Kunstakademie in Heimbach.

Viele kleine, lokale Initiativen

Es gebe bereits eine ganze Reihe von literarischen Veranstaltungen in der Region und viele kleine, lokale Initiativen, sagte Ritter. Sie alle sollen unter einem Dach und Konzept vereinigt werden. Während die Nordeifeler nun in die heiße Planungs-Phase eintreten, gibt’s im rheinland-pfälzischen Teil der Eifel das von Dr. Josef Zierden initiierte und seit Jahren etablierte „Eifel Literatur Festival“, bei dem regelmäßig die erste Autoren-Garde inklusive Nobelpreisträgern zu sehen ist.

Will „Lit.Eifel“ in Konkurrenz dazu treten? Dazu sagte Ritter, dass Zierden sich entschieden habe, sich auf seinen „Stammkreis“ jenseits der Landesgrenze zurückzuziehen. Da sei die Entscheidung gefallen, im NRW-Teil eine eigene Veranstaltungsreihe auf die Beine zu stellen. „Wir fühlen uns ganz anders aufgestellt“, so Margareta Ritter: „Wir können ganz gut mit beiden Veranstaltungen leben, eine in Rheinland-Pfalz, eine in NRW und Ostbelgien.“

Prof. Dr. Frank Günter Zehnder, Leiter der Kunstakademie, verspricht sich von dem Festival einen Austausch unter allen Gattungen der Künste, etwa der Präsentation von Gedichten in Form von Videobildern.

Auch Literat und Filmemacher Werner Biermann aus Bad Münstereifel ist vornehmlich an den unterschiedlichen Darstellungsformen von Literatur interessiert.

Krimiautor und Verleger Ralf Kramp freut sich, dass sämtliche künstlerische Sparten vertreten sein sollen: „Es wird mir eine Freude sein, dass diese Künstler miteinander vernetzt werden.“

Mit im Boot

Mit im Boot sind folgende Kreise und Kommunen der NRW-Eifel: Schleiden, Hellenthal, Kall, Mechernich, Bad Münstereifel, Blankenheim, Dahlem und Nettersheim, Hürtgenwald, Heimbach, Roetgen, Simmerath und Monschau. Dazu gesellen sich touristische Einrichtungen, Verlage, die Kunstakademie und Einzelpersonen.

Wer dem Verein beitreten will, kann sich bei der Gemeinde Nettersheim unter Telefon 02486/780 melden.

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