Lit.Eifel: Autor auf ungewöhnlichem Weg

Von: pp
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Eine Flasche echten Eifeler Schnaps, auch gegen Gregor Webers Erkältung, überreichte Einruhrs Ortsvorsteher Christoph Poschen dem Schriftsteller bei der Lesung im Heilsteinhaus. Foto: Thomas Schmitz/pp

Einruhr. Hungrig sollte man nicht sein, wenn Gregor Weber aus seinem Roman „Stadt der verschwundenen Köche“ liest. Denn wenn Weber einmal anfängt, die knusprige Ente, den Plum-Pudding mit in Cognac eingelegten Pflaumen und die Geflügelsauce mit rotem Port und schwerem Wein zu beschreiben, wie sie riechen, schmecken, zubereitet werden, dann läuft einem das Wasser im Mund zusammen.

Überhaupt ist es diese Bildhaftigkeit, die das Buch so faszinierend macht. Bei der kürzlich stattgefundenen Lit.Eifel-Lesung im wunderbar heimelig dekorierten Heilsteinhaus in Einruhr musste man nur die Augen schließen und den Worten des Autors folgen – schon war man mittendrin in London im Jahr 347 des High Council, einer Parallelwelt zu der unsrigen.

Wenn Gregor Weber dann auch noch mit verstellter Stimme den Charakteren Leben einhaucht, den grobschlächtigen Lemuel „Lemmy“ McFay mit dunkler, rauer Stimme liest, den tollpatschigen Rory Biggott mit nervösem Timbre und den angsteinflößenden Restaurantchef Raphael „Black Ralph“ Qualtringham bedrohlich flüsternd, merkt man ihm seine Schauspielausbildung an.

Autor ist Weber erst seit etwa zehn Jahren. Sein erstes Buch, das Sachbuch „Kochen ist Krieg“ erschien 2009.

Auch bei Heinz Becker im Einsatz

Einem großen Publikum ist er hingegen schon seit rund 25 Jahren bekannt, entweder als Stefan, Gerd Dudenhöffers Sohn in den ersten fünf Staffeln von „Familie Heinz Becker“.

In dieser Rolle war er auch Christoph Poschen, dem Ortsvorsteher von Einruhr und Erkensruhr erstmals aufgefallen, der Weber begrüßte und sich sofort an die Folgen „Im Taxi“ erinnerte, in der die Familie Becker nach Euskirchen unterwegs war, oder „Alle Jahre wieder“, in der die entscheidende Weihnachtsfrage „Christbaumspitze oder nicht?“ thematisiert wurde.

Vielen Menschen ist Weber auch als Kriminaloberkommissar Stefan Deininger im Saarland-Tatort geläufig. Dort spielte er zunächst an der Seite von Max Palu (Jochen Senf), später von Franz Kappl (Maximilian Brückner).

Anschließend ging Weber einen ungewöhnlichen Weg, den er nach seiner anderthalbstündigen Lit-Eifel-Lesung dem Publikum in einer Fragerunde auch erläuterte. Diese war so kurzweilig, dass man als Zuschauer verwundert war, als Weber die Lesung mit den Worten „Wenn Sie mehr wissen wollen, müssen Sie das Buch kaufen“ beendete.

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