Lieder aus Skandinavien als Spezialität

Von: js
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Beim Weihnachtskonzert des Jungen Chores aus Aachen glänzten die Sängerinnen und Sänger auch mit weniger bekannten Stücken. Foto: J. Schreier

Nordeifel. Schon seit vielen Jahren veranstaltet der Junge Chor Aachen sein Weihnachtskonzert regelmäßig auch in der Eifel. So auch dieses Jahr wieder in der Evangelischen Kirche in Roetgen. Es sind nicht immer die wohlbekannten Stücke, die dieser schon bewährte, aber immer noch „Junge Chor“ zur Weihnachtszeit darbietet.

So schon der einleitende Chorsatz von Albert Becker zum biblischen Text „Sehet welch eine Liebe hat uns der Vater erzeiget“. Der Brahms-Zeitgenosse bewegt sich dabei durchaus in den Bahnen und auf dem Niveau des bekannter gewordenen Komponisten. Der Junge Chor stimmte diesen Chorsatz an in dem Bewusstsein, das Geschehen der Gottesgeburt von einer tieferen Ebene aus musikalisch zu reflektieren. Dies bestimmte auch den ganzen weiteren Abend.

Eine besondere Spezialität des Chorleiters, Professor Fritz ter Wey, sind Chorsätze und Weihnachtslieder aus Skandinavien, vor allem aus Schweden. Diesmal waren es zwei Chorstücke von Otto Olsson, „Jesu dulcis memoria“ und der Psalm 121, die nach dem Becker-Stück erklangen. Besonders eindrucksvoll waren zwei schwedische Weihnachtslieder in der Bearbeitung von Fritz ter Wey selbst.

Ein Charakteristikum der Weihnachtskonzerte des Jungen Chors ist es, dass es immer auch bekannte deutsche Weihnachtslieder gibt, bei denen das Publikum eingeladen wird mitzusingen. Auch diesmal wurde das ansonsten schwergewichtige und anspruchsvolle Programm durch diese Zwischenspiele aufgelockert. Spürbar waren viele geübte (Chor-)Sänger unter den Zuhörern, so dass Fritz ter Wey mit dem Ergebnis durchaus zufrieden war.

In der Mitte des Programms standen die vier Weihnachtsmotetten von Francis Poulenc, die sich als so etwas wie das Hauptwerk des Abends herausstellten. Zweifellos war das in der Hinsicht der Fall, dass diese kleinen und kostbaren Chorstücke offenbar bewusst gegen jede Sentimentalität in der weihnachtlichen Thematik ankämpfen und daher den Anspruch der Verinnerlichung, für das der Chorabend im Ganzen stand, sinnfällig verkörperte.

Diese lateinischen Gesänge Poulencs stellen sich, wie Fritz ter Wey zutreffend erläuterte, an vielen Stellen quer zu den Erwartungen der Zuhörer, was freilich wohl nicht nur mit der französischen Betonung der lateinischen Texte zu tun hat, sondern mit Poulencs Absicht der Verfremdung und einer neuen Sicht auf allzu Bekanntes.

Der Schwerpunkt der zweiten Hälfte des Konzerts lag bei englischen Komponisten wie John Gardner und dem beliebten John Rutter. Das Lied zum Mitsingen war in dieser Abteilung auch ein englisches, was zu einigen Textschwierigkeiten beim Publikum führte.

Bei den Zugaben war schließlich auch noch eine russische Komposition (von Pawel Tschesnokow) sowie dasjenige schwedische Weihnachtslied, das mittlerweile zu einer Art Kennzeichen des Jungen Chors selber geworden ist: „Jul, jul, stralande jul“. Dieses etwas melancholische, bei einer ersten Begegnung gar nicht so sehr eingängige Lied ist den regelmäßigen Besuchern der Konzerte des Chors inzwischen wohl ans Herz gewachsen.

So freuen sie sich auch schon jetzt auf die Begegnung mit den Sängerinnen und Sängern im nächsten Jahr.

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