Liberale nominieren einen eigenen Bürgermeisterkandidaten

Von: Günther Sander
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FDP-Ortsverbandsvorsitzender Dr. Georg Dittmer (rechts) präsentiert den Bürgermeisterkandidaten der Liberalen: Franz-Josef Zwingmann. Foto: Günther Sander

Roetgen. Für die Bürgermeisterwahl am 13. September geht ein „Kandidaten-Quintett“ ins Rennen. Als letzte der im Gemeinderat vertretenen Fraktionen komplettierte die FDP, Ortsverband Roetgen, am Dienstag auf ihrer Versammlung im Restaurant „Kim’s Asia“ die endgültige Bewerberrunde.

Franz-Josef Zwingmann bewirbt sich um den freiwerdenden Bürgermeisterstuhl von Manfred Eis (SPD) im Rathaus.

Nach CDU (Björn Schmitz), SPD (Jorma Klaus), UWG (Silvia Bourceau) und Grünen (Bernhard Müller) haben die Überlegungen der Liberalen dazu geführt, in den Ortsteilen Roetgen, Rott und Mulartshütte einen „eigenen Bewerber“ zu stellen. Fakt ist: Den Roetgenern steht ein „farbenfroher“ Wahlkampf“ bevor. Ortsverbandsvorsitzender Dr. Georg Dittmer: „Wenn auch die Hoffnungen nicht groß sind – wir stellen uns, wollen ein Zeichen setzen, in Sachen Entwicklung in Roetgen etwas voranzutreiben. Wir haben uns viel vorgenommen.“

Der einstimmig gewählte Franz-Josef Zwingmann, 66 Jahre alt, Kriminalhauptkommissar im Ruhestand, verheiratet, Vater einer Tochter und stolzer Großvater einer Enkelin, gab zu verstehen, die Liberalen bräuchten ihr Licht nicht unter den Scheffel zu stellen. Man sei selbstbewusst genug, seit vielen Jahren auch in Roetgen einen Kandidaten zu präsentieren. Besser wäre es nach Meinung der Liberalen für Roetgen gewesen, man hätte das Amt des Bürgermeisters ausgeschrieben und alle Fraktionen sich in einem Auswahlverfahren auf einen Kandidaten geeinigt. „Ich bin überzeugt, dass auch wir als FDP selbstbewusst und klar bei jeder sich bietenden Gelegenheit auf unsere Ziele und Ideale aufmerksam machen sollten, denn dafür stehen wir als Liberale und möchten Sie auf diese Linie hier und heute einschwören“, so Zwingmann an die Versammlung, ehe er sein Wahlkampfprogramm vorstellte.

„Weg vom Kirchturmdenken“, hat er sich auf die Fahne geschrieben, insbesondere bedeute es ein „Mehrteilhaben an der Macht.“ Er stehe für eine bürgerfreundliche Politik, denn Bürgerfreundlichkeit beginne dort, wo Transparenz im Verwaltungshandeln herrsche. Dazu bedürfe es einer über den Tellerrand hinausschauenden Politik. Weiter gelte es, Zukunftspotenziale in den drei Ortsteilen besser zu nutzen. „Roetgen ist kein Vorort von Aachen. Unsere Gemeinde muss endlich das Schlafstadt-Image ablegen“, riet er. Es bedürfte einer Bestandsaufnahme und einer guten Planung für die Zukunft mit Antworten auf die Fragestellung „Wie soll unsere Gemeinde 2030 aussehen?“ Gerade hier werde nach Visionen gefragt.

Für die Wirtschaft gelte es, so der liberale Kandidat, fördernde Aktivitäten zu entwickeln. Anstatt weiteren Flächenverbrauch voranzutreiben, seien vorhandene Flächen sorgfältiger und intensiver zu nutzen und zu planen. Viel zu tun gebe es auch bei der touristischen Entwicklung in der Gemeinde, hier sei vieles verbesserungswürdig. Wichtig sei es, dass ein sogenannter Info-Point auch mit personeller Besetzung so geschaffen sei, dass Informationssuchende mit entsprechenden Informationen versorgt werden. Zudem fehlen eine „klassische Anlaufstelle“ (etwa Telefondienst im Rathaus) ebenso wie eine Informationstafel über Gastronomiebetriebe und Übernachtungsmöglichkeiten.

Franz-Josef Zwingmann ging gezielt auf die Verkehrssicherheit in den drei Ortsteilen ein, in denen die Bürger Lärm, Gestank und Rücksichtslosigkeit in Kauf nehmen müssten. 20.000 Fahrzeuge täglich im Ortsteil Roetgen im Pendlerverkehr zwischen Eifel und Aachen – da wundere es nicht, dass sich insbesondere die Eltern um die Sicherheit ihrer Kinder, die allmorgendlich von den Bushaltestellen entlang der Hauptverkehrsader, der B 258, zu ihren Schulen gebracht würden, „große Sorgen machten.“ Ziel müsse es sein, rasch eine Verkehrssicherheitsmaßnahme am „neuralgischen Punkt“ (B 258/Rosentalstraße/Mühlenstraße) zu realisieren. Bedauerlicherweise sei dieses Thema zum Spiel im politischen Kräftemesser zwischen Städteregion und Roetgen einerseits und andererseits mit dem Landesbetrieb Straßen NRW geworden. „Eigentlich schade, dass man so mit der Sicherheit der Bürger umgeht. Hier muss sich rasch etwas ändern“, forderte Zwingmann.

In Sachen Bildungspolitik sei die Erhaltung einer guten Zusammenarbeit im Sinne der Kinder erstrebenswert. Ein zentraler Busbahnhof würde nicht nur die Attraktivität, sondern auch die Akzeptanz des ÖPVN in Richtung Aachen, Monschau und Simmerath steigern. Franz-Josef Zwingmann spricht sich dafür aus, Steuererhöhungen zu bremsen und Abgaben und Ausgaben zu drosseln. Es gehe nicht an, dass Kommunen (wie auch Roetgen), immer mehr an Aufgabenübertragung erfahren und die finanziellen Mitteln selbst zu tragen hätten.

„Mit den genannten Schwerpunkten könnte unser Roetgen das wieder werden, was es einmal war: Eine lebenswerte und liebenswürdige Gemeinde“, schloss Zwingmann unter Beifall.

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