Aachen - Liberale kehrt Aachen im Streit den Rücken

Liberale kehrt Aachen im Streit den Rücken

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
Die FDP-Bundestagsabgeordnete
Die FDP-Bundestagsabgeordnete Petra Müller wechselte zum Jahresbeginn vom Kreisverband Aachen-Stadt nach Aachen-Land. Sie wohnt jetzt Herzogenrath, ihr Architekturbüro bleibt in Aachen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Die Bundestagsabgeordnete Petra Müller (FDP) ist zum 1. Januar umgezogen. Hand in Hand mit dem Wechsel des Wohnorts der Liberalen „aus persönlichen Gründen”, wie es am Montag in einer Pressemitteilung hieß, geht die Abwanderung der Abgeordneten vom FDP-Kreisverband Aachen-Stadt zum Kreisverband Aachen-Land.

Die Architektin und Sprecherin für Stadtentwicklung in der FDP-Bundestagsfraktion hat ihre private Wohnung jetzt in Herzogenrath eingerichtet, nicht zuletzt auch deshalb, weil sie sich im Kreisverband Aachen nicht mehr heimisch fühlte.

Harte Auseinandersetzungen

Nach Aussagen der Politikerin habe der Wechsel vor allem politische Motive. Darüber hinaus dürften jedoch auch die harten Auseinandersetzungen der Abgeordneten vom März 2010 mit dem Kreisvorsitzenden Alexander Heyn und dem Aachener Vorstand tiefe Spuren hinterlassen haben.

Ihr war öffentlich vorgeworfen worden, eine Wahlkampfspende nicht ordnungsgemäß verbucht zu haben. Müller wehrte sich energisch, sprach intern von einer ehrabschneidenden Diffamierungskampagne, am Ende sprang ihr sogar Bundesschatzmeister Hermann Otto Solms gegen die örtliche FDP-Gliederung bei. Ein solches Verhältnis nennt man in Ehen „zerrüttet”, die Abgeordnete zog jetzt die Konsequenz und reichte die Scheidung ein.

Neben ihrer Tätigkeit im Präsidium des Bundestages gründet ihre Hausmacht vor allem auch auf den Landesvorsitz bei den „Liberalen Frauen” in Nordrhein-Westfalen, dem neben Petra Müller noch die Aachenerinnen Ruth Ebeling und Gretel Opitz angehören.

Für die Abgeordnete sind es jedoch ebenso politische Gründe, die mit dazu führten, dass sie den Kreisverband Aachen-Stadt verlässt. Die Aachener hätten sich „nicht ausreichend im Mitgliederentscheid der FDP” zur Euro-Krise positioniert, so die Erklärung. Beispielsweise habe es keine Abstimmungsaufrufe oder hinreichend Veranstaltungen zum Thema gegeben. Und in der Frage der Städteregion seien die beiden Kreisverbände völlig uneins, es gebe keine „klare Haltung” zur Einreihung der Stadt Aachen „in die Perlenkette Städteregion”, das sei bedauerlich, schreibt sie in ihrer Erklärung.

Georg Helg reagiert gereizt

Der Übervater der Aachener FDP, Georg Helg, Vorsitzender der liberalen Fraktion in der Städteregion und Mitglied des Kreisvorstandes Aachen-Stadt, reagierte eher gereizt: „Wir brauchen die Belehrungen von Frau Müller nicht”, meinte das Mitglied des Städteregionstags auf Anfrage.

Georg Helg gab jedoch gleichwohl zu, dass es unter den Kreisverbänden „kein einheitliches Verhältnis zur Städteregion” gibt. Es müsse aber eine Strategie der FDP geben, meinte Helg, in der die „legitimen Rechte der Stadt Aachen” gewahrt bleiben, sonst habe die Städteregion keine Zukunft. Zum in der FDP umstrittenen Mitgliederentscheid habe man sehr wohl eine Veranstaltung abgehalten, erwiderte der Alt-Liberale auf die Vorwürfe. Der Aachener Kreisvorsitzende Alexander Heyn war am Montag nicht zu erreichen, er befand sich noch im Urlaub.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert