Nordeifel - Letztes Lebenszeichen: Ein Telefonat mit der Familie

Letztes Lebenszeichen: Ein Telefonat mit der Familie

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Nordeifel. Alles deutet darauf hin, dass es sich bei dem Toten, der im Hohen Venn zwischen Baraque Michel und Belle-Croix gefunden wurde, um einen Maastrichter handelt, der im Januar 2004 im Hohen Venn verschwand.

Die Behörden in Verviers hielten sich zunächst jedoch bedeckt und wollen erst das Ergebnis der gerichtsmedizinischen Untersuchung abwarten.

Ein Schäfer hatte im Venngebiet „Les Potales”, unweit der scharfen Rechtskurve zwischen Baraque Michel und Belle-Croix, einen menschlichen Schädel gefunden. Bei einer anschließend durch die Staatsanwaltschaft Verviers und die Polizeizone Fagnes (Jalhay) veranlassten Suchaktion wurden weitere Leichenteile und Kleidungsstücke gefunden. Nach Angaben der niederländischen Behörden sind diese eindeutig Raoul Vanderdonck zuzuordnen, der am 19. Januar 2004 spurlos im Hohen Venn verschwunden war.

Rätsel dürfte unterdessen der Fundort der Leiche aufgeben, liegt dieser doch rund fünf Kilometer von dem Parkplatz entfernt, auf dem Raoul Vanderdonck sein Fahrzeug abgestellt hatte. Die Vermutung liegt demnach nahe, dass der Sozialarbeiter an diesem unwirtlichen und kalten Wintertag bei früh einbrechender Dunkelheit hoffnungslos die Orientierung verloren hat.

Der damals 40-jährige Sozialassistent aus Maastricht war am Montag, 19. Januar 2004, am späten Nachmittag - trotz des wenig einladenden Winterwetters - allein zu einer Vennwanderung aufgebrochen, um einen Ausflug des Maastrichter Seniorenheims vorzubereiten, in dem er beschäftigt war. Sein Fahrzeug, ein schwarzer Ford Mondeo, wurde auf dem Parkplatz von Bosfagne-Sourbrodt an der Regionalstraße Ovifat-Botrange gefunden.

Das letzte Lebenszeichen wurde um 18.17 Uhr registriert, als er mit seiner Familie telefonierte. Anhand dieses Gesprächs konnte die Polizei seinen letzten Standort anpeilen, weshalb sich die Suche damals vorrangig auf das Gebiet rechts der Straße von Sourbrodt nach Botrange/Mont Rigi konzentrierte.

Die Suche blieb jedoch erfolglos, obwohl neben föderaler und lokaler Polizei, Zivilschutz und Forstverwaltung ebenfalls mehrere Suchtrupps mit Hundestaffeln im Einsatz waren (darunter eine aus den Niederlanden). Eingeschaltet wurde gleichfalls die Staatsanwaltschaft Verviers, dennoch schien ein krimineller Hintergrund für das Verschwinden eher unwahrscheinlich.

Im Gegenteil: Die koordinierenden Beamten hatten befürchtet, dass der Niederländer, verheiratet und Vater von zwei Kindern, von einem Unwohlsein befallen wurde oder womöglich gestürzt sei und sich nicht mehr fortbewegen konnte, was bei den damals gerade nachts im Venn herrschenden Temperaturen fatale Folgen haben musste.

In der Zwischenzeit hatten auch wilde Spekulationen die Runde gemacht, wonach sich der Raoul Vanderdonck abgesetzt haben könnte, doch gab es dafür zu keinem Zeitpunkt stichhaltige Anhaltspunkte.

Zeugenaussagen, wonach Vanderdonck in der deutschen Nordeifel gesehen worden sein soll, bewahrheiteten sich nicht. 15 Monate nach seinem Verschwinden, im April 2005, wurde Raoul Vanderdonck von der niederländischen Behörden für tot erklärt.
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