Imgenbroich - Letzte Runde für den Stammtisch

Letzte Runde für den Stammtisch

Von: ale
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Abschiedsgeschenke für Eva und Sebastian: Der Stammtisch der KoKoBe bedankte sich herzlich für seine Aufnahme im Cafe Cubus. Links: Denise Gluth-Wolke, die Leiterin der Koordinationsstelle. Foto: Anneliese Lauscher

Imgenbroich. Sie kamen mit Trauerbändchen zum letzten Stammtisch: Behinderte und nicht behinderte Menschen aus der Region besuchten am Donnerstag in großer Zahl das Lokal „Cubus” im Himo.

„Bei Sebastian ist es einfach Klasse”, so drücken sie die vielen Annehmlichkeiten aus, die ihnen das Lokal geboten hat, das Dr. Sebastian Jünger nun schließt. Den Stammtisch hat vor drei Jahren die KoKoBe ins Leben gerufen, die Koordinierungs-, Kontakt- und Beratungsangebote macht an Menschen mit und ohne Handicap.

Von Anfang an fand der Stammtisch gute Resonanz, und nun war am Donnerstag das Lokal unter dem Dach des Himo voll besetzt; sie wollten alle noch einmal dabei sein, bevor die Tür des „Cubus” geschlossen wird.

Junge und ältere Menschen mit den unterschiedlichsten Behinderungen wollen den Stammtischtermin am Donnerstagabend nicht mehr missen; es war ein sehr rege besuchter Treff. Die Gäste wurden von Wohnheimen in Höfen und Simmerath nach Imgenbroich gefahren, aus Einrichtungen des ABK und von zu Hause; sie wurden von Eltern oder Erziehern begleitet. „Man kann was Leckeres essen und Spiele machen”, berichten sie. „Ich freue mich immer, hier meine Freunde zu treffen”, stimmt ein junger Mann aus Kalterherberg zu.

Eltern und Erzieher profitieren ebenfalls von dem Abend, ein reger Gedanken- und Erfahrungsaustausch kommt zustande. „Dass es eine ganz normale Gaststätte ist, wo man Gesunde und Behinderte trifft, finden wir gut”, so hört man. Und: „Wir genießen es, Zeit zu haben. Im Alltag kommen wir kaum dazu, einen Spieleabend einzurichten.”

Da wird Räuberskat gespielt oder Uno; selbstbewusst bestellen die Gäste Getränke und Speisen. Sie freuen sich über die freundliche Bedienung. Es wäre einfach zu schade, wenn man nun keine geeignete Lokalität für den Stammtisch finden würde, da sind sich alle einig. Besonders wichtig: Es muss behindertengerecht sein. „Wir haben einen geselligen Abend, die Rollstuhlfahrer und wir”, sagt eine junge Dame, „und ich fände es gar nicht gut, wenn die nun nicht mehr mitmachen könnten.”

Denise Gluth-Wolke, die die KoKoBe für Simmerath, Roetgen und Monschau leitet, überreichte „der besten Bedienung der Welt”, Eva Jünger, ein goldenes Tablett! Gemeinsam sangen alle mit Klavierbegleitung „Ein Lokal mit allem was man braucht” zur Melodie von „Ein Stern”. Und für den besten Wirt, Sebastian, gab es den goldenen Bierkrug und schließlich für den Koch den goldenen Löffel. Auch aus den Reihen der behinderten Gäste wurden kleine Geschenke überreicht, und es flossen sogar Tränen.

Und nun machen sich alle Betroffenen Gedanken, wo man demnächst den Stammtisch veranstalten könnte. Für den „Cubus” ist noch kein neuer Betreiber in Sicht.
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