Kesternich - Letzte Ruhe nicht auf lange Bank schieben

Letzte Ruhe nicht auf lange Bank schieben

Von: P. St.
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Die Zukunft auf den Friedhöfe
Die Zukunft auf den Friedhöfen gehört den alternativen Bestattungsformen. Das Gemeinschaftsfeld auf dem Friedhof in Kesternich ist für Ortsvorsteher Ulrich Offermann nur eine von mehreren Möglichkeiten, in würdiger Form eine letzte Ruhestätte zu finden. Foto: P. Stollenwerk

Kesternich. Die Friedhöfe in der Nordeifel sind im Wandel. Einst glich ein Grab dem anderen, heute ist die Vielfalt der Bestattungsarten so umfangreich, dass manchmal die Bürger sogar verunsichert sind und nicht wissen wie sie sich entscheiden sollen.

Die Wahlmöglichkeiten in der Gemeinde Simmerath reichen vom Reihengrab über das Doppelgrab bis hin zu einer neuen Friedhofskultur, die Urnengräber, Gemeinschaftsfelder, anonyme Beisetzungen oder auch die Baumbestattung ermöglicht. Diese Spanne gibt es bereits auf dem Friedhof in Kesternich - und andere Orte in der Gemeinde Simmerath werden folgen. Das Thema wird intensiv diskutiert, aber auch gerne auf die lange Bank geschoben.

Nicht bekannt genug

„Viele der heutigen Möglichkeiten sind noch gar nicht bekannt genug”, weiß auch Kesternichs Ortsvorsteher Ulrich Offermann aus zahlreichen Gesprächen mit Bürgern. Gerade bei älteren Menschen spüre man diese Verunsicherung. Der Informationsmangel ist die eine Seite, andererseits, so die Erfahrung von Ulrich Offermann, befassten sich viele Menschen auch nicht rechtzeitig genug mit der Frage, welche Form der Bestattung gewählt werden soll. „Am meisten beschäftigt die Menschen die Frage der Grabpflege”, sagt der Ortsvorsteher, denn häufig sei es heute der Fall, dass die Angehörigen sich dazu nicht der Lage sehen würden oder auch nicht mehr vor Ort präsent seien. Daher sei es umso wichtiger, dass man sich zu Lebzeiten mit dieser sicherlich auch nicht ganz einfachen Frage ernsthaft beschäftige. Inzwischen gibt es in der Gemeinde Simmerath - und auch anderswo - weit mehr Urnen- als Sargbestattungen, wobei sicherlich die Kosten bei der Entscheidung eine Rolle spielen.

Von der Baumbestattung ist auf dem Kesternicher Friedhof schon mehrfach Gebrauch gemacht worden. Unter einer Trauerbuche haben hier Verstorbene anonym ihre letzte Ruhe gefunden. Die beigesetzten Urnen sind auf einer pflegefreien Grünfläche eingelassen worden. Auf dem Friedhof wurde inzwischen ein zweiter Baum gepflanzt, falls der Bedarf an dieser Form der Bestattung zunehmen sollte.

Nur ein kleines Namensschild

Genutzt wurde auch bereits das pflegefreie Gemeinschaftsfeld (ein solches gibt es bislang auch noch in Steckenborn), das am westlichen Rand des Kesternicher Friedhof unter alten Buchen vor gut einem Jahr angelegt wurde.

Die Gemeinde Simmerath hat zu diesem Zweck ein gemeinsames Denkmal errichtet. Blumen, Schalen oder Grablichter können hier auf drei Stufen abgestellt werden, und sowohl Sarg- als auch Urnenbestattung sind möglich. Nur ein kleines Namensschild am Gemeinschaftsdenkmal erinnert, falls gewünscht, noch an den Verstorbenen. Der Steinmetz Karl Goffart hat hier ein für Kesternich individuell gestaltetes Denkmal geschaffen. Es zeigt unter anderem sechs Schwalben, die in den Himmel aufsteigen.

„Das Sterben gehört zum Leben”, sagt Ulrich Offermann und wirbt dafür, dass sich die Bürger offensiv mit den heute möglichen Bestattungsarten befassen. Falls Bedarf bestehe, sei er gerne bereit, vor Ort nähere Erläuterungen zu geben und auch Unsicherheiten auszuräumen.
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