Lesung und Konzert: „Intensive Schleichwege in die Seele”

Von: P. St.
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Ein Trio auf Konzert-Lesereise: Schriftsteller Wolfgang Rosen (li.), Sängerin Renée Knapp und Liedermacher Peter Horton im Pfarrheim St. Hubertus in Roetgen. Foto: P. Stollenwerk

Roetgen. „Dieses Projekt ist aus Freude entstanden”, erzählt Peter Horton, während sich das Pfarrheim St. Hubertus in Roetgen langsam mit Besuchern füllt. Der 68-jährige Liedermacher und Gitarrist gehörte in den 70er Jahren zur ersten Liga der deutschsprachigen Songschreiber.

Er war mit eigenen Kultursendungen im TV dauerhaft präsent, wie auch als österreichischer Vertreter für den Grand Prix, den Europäischen Schlagerwettbewerb, im Rennen. Inzwischen ist es ruhiger um den feinsinnigen Musiker mit der philosophischen Grundstimmung geworden, aber die Kleinkunst ist seine große Stärke geblieben.

Dies zeigte sich auch bei einer Konzert-Lesung in Roetgen, gemeinsam mit dem Buchautor Wolfgang Rosen aus Alsdorf als Initiator des Projektes und der amerikanischen Musicalsängerin Renée Knapp, die in vielen großen internationalen Musicals die weiblichen Hauptrollen besetzte.

Rund 180 Besucher waren ins Roetgener Pfarrheim gekommen, wo die Helfer der Pfarre St. Hubertus vor Ort die Veranstaltung der Alsdorfer Lesebühne liebevoll vorbereitet hatten.

Die Konzert-Lesung, die viermal in der Region stattfindet (letztmalig am Mittwoch, 24. Februar, im Talbahnhof Eschweiler), besteht aus einem Wechsel zwischen Musik und Literatur, wobei die leisen Töne dominieren und den Zuhörern eine anhaltende Konzentration abverlangt wird.

„Intensive Schleichwege in die Seele”, nennt Peter Horton dieses Verfahren, der sich mit seiner wunderschön designten „Avalon-Gitarre” bis auf vier Solostücke zum Auftakt eher zurückhält. Hier lieferte Horton aber sowohl als Gitarren-Virtuose wie auch jazzig-poetischer Sänger einen absolut souveränen Vortrag ab, ehe er dem Autor Wolfgang Rosen die Hauptrolle „dieser merkwürdig-schönen Fusion” gewährte.

Die Konzert-Lesung dreht sich um Wolfgang Rosens Erzählung „Der Novize der Ewigkeit - Das Leben von Jo, vor und nach dem Tod.” In diesem Buch zeichnet der Autor das Leben eines verstorbenen Schulfreundes nach, der die Stationen seines irdischen Lebens nun aus dem Jenseits heraus betrachtet. Die Lesung im Wechsel mit Renée Knapp wird von hauchzarter Gitarren-Akkustik untermalt, und manchmal lässt Peter Horton Textpassagen mit neuen Liedern aus seiner aktuellen CD „Wilde Gärten” korrespondieren.

Der Autor bewegt sich in seiner in der Region angesiedelten Erzählung im Übergangskorridor zwischen Leben und Tod, ein ebenso interessantes wie schwieriges Terrain, das der Autor tagebuchähnlich und geprägt vom persönlichen Erleben bearbeitet, wobei das Bemühen, die Zuhörer einen Hoffnungsschimmer erkennen zu lassen, durchaus vorhanden ist.

Am Ende singt Renée Knapp mit ihrer glasklaren Stimme ein wunderbares und gefühlvolles Lied aus Schottland; davon hätte man gerne mehr gehört.

Richtig wach wurde das Publikum dann aber im Zugabenteil, als Peter Horton und Renée Knapp im Duett ihre musikalische Kompetenz unterstrichen - auch das wäre sicherlich ein tragfähiges Konzept für die Veranstaltung gewesen. Das Publikum spendete für diesen Vortrag Standing Ovations, und trat gut gestimmt den Heimweg an.
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