Lesung: Peter Wawerzinek liest aus seinem Roman „Schluckspecht“

Von: pp/Agentur ProfiPress
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Peter Wawerzinek, preisgekrönter Autor, liest im Rahmen der Lit.Eifel am Donnerstag, 28. Mai, ab 20 Uhr im Jünglingshaus Eupen, Neustraße 86 aus seinem Roman „Schluckspecht“ Foto: Julia Baier

Eupen. Mit Peter Wawerzinek kommt für das Literaturfestival Lit.Eifel ein preisgekrönter deutscher Autor in die belgische Eifel. Am Donnerstag, 28. Mai, liest er ab 20 Uhr im Jünglingshaus Eupen, Neustraße 86, aus seinem Roman „Schluckspecht“.

Rabenschwarze Komik, lebenssatte Atmosphäre, unglaubliche Geschichten, in seinem Trinkerroman setzt Peter Wawerzinek sein großes Lebens-Literaturprojekt fort.

Mit dem fröhlichen „Egészségedre Palinka“ fängt es an. Der Trinkspruch von Tante Luci, bei der der Held des Romans aufwächst, wirkt wie ein Mantra auf den Heranwachsenden. Vom ungarischen Obstbrand „Palinka“ verführt, schnüffelt das Roman-Ich am Rumtopf und nascht an Lucis alkoholgetränktem rosa Pudding. Es folgen Eierlikör, die selbst gebraute „Schwarze Johanna“, fröhliche Trinkrunden mit Freunden, Mutproben mit Schulkameraden, Überbietungswettbewerbe, die Unsicherheiten der Jugend, Bier, Wein, Feiern, Probleme, Abstürze, Weinbrand, Goldbrand, Schnaps.

Von den Eltern verstoßen und bei seiner Tante untergeschlüpft, versucht der Romanheld, seinen Weltschmerz zu vergessen. Doch sein Weg führt ihn in eine unglaubliche Nachtfahrt bis in die Abgründe des Exzesses. Mehrfach versucht Luci ihn zu retten, verschafft ihm Jobs und Posten, bis sie, nach dem Tod ihres Mannes, selbst in Lethargie verfällt. So trifft der Held des Romans weitere Zechkumpane, Saufaus, Co-Trinker und andere Verdammte.

Doch wie der Autor Peter Wawerzinek einst selbst, schafft es auch seine Romanfigur auf fast wundersame Art und Weise, aus dem Sumpf des Alkohols freizukommen. In der Trinkerheilanstalt eines alten Freundes von Tante Luci lernt er, mit sich umzugehen. Er freundet sich mit dem Heimleiter an, begegnet unglaublichen Gestalten und lebt dort irgendwann sogar wieder mit der alten Tante zusammen, die sich und ihn mit alter Energie vorwärtstreibt.

Eigene Erfahrungen verarbeitet

Bei allem bodenlosen Schrecken gelingt Peter Wawerzinek ein Buch ohne Selbstmitleid. In „Schluckspecht“ mischen sich explosive Lebensfreude, Verzweiflung, Komik, Schmerz, Poesie, tiefe Menschenliebe und ein aus dem Reservoir einer abenteuerlichen Biografie geschöpftes Weltwissen.

Im Alter von nur zwei Jahren wurden Peter Wawerzinek und seine jüngere Schwester 1956 von ihrer Mutter verlassen. Getrennt von seiner Schwester wuchs der kleine Junge daraufhin zehn Jahre lang in mehreren Kinderheimen auf, bis er von einer Lehrerfamilie adoptiert wurde. Nach dem Abschluss einer Lehre als Textilzeichner und seinem Wehrdienst bei der Nationalen Volksarmee zog Peter Wawerzinek nach Ost-Berlin, wo er ein Studium begann, das er allerdings nach zwei Jahren wieder abbrach.

Während er sich als Briefträger und Kellner sein Geld verdiente, war er in Ostberlin als der Performance-Künstler und Poet „ScHappy“ bekannt. Nach der Wende veröffentlichte er eine Parodiensammlung über DDR-Literatur und verschiedene Prosatexte, die sich vor allem durch ihre Skurrilität auszeichneten.

Für seine oft stark autobiografisch geprägten Werke erhielt Wawerzinek mehrere Preise und Stipendien, unter anderem den deutschen Kritikerpreis für Literatur und den Ingeborg-Bachmann-Preis. Sein Roman „Rabenliebe“ gelangte auf die Shortlist des deutschen Buchpreises. Der Eintritt kostet neun und ermäßigt sechs Euro.

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